5 Minutes with ... Nel-Olivia Waga, Bloggerin / Unternehmerin

Vorgestern Bangkok, gestern Dubai, übermorgen New York oder vielleicht Ibiza. Nel-Olivia Waga, 29, jettet um die Welt für ihr Unternehmen Her Concept und ihren Blog Her Etiquette. Wir haben die Wahlzürcherin auf einem Zwischenstopp in Zürich gesprochen und erfahren, warum die quirlige 29-Jährige gern ihren eigenen Helikopter fliegen würde.
5 Minutes With … Nel-Olivia Waga
© Ellin Anderegg

Style: Was wollten Sie als kleines Mädchen werden?
Nel-Olivia Waga: Anwältin. Ich glaube, ich wäre heute noch eine gute Anwältin (lacht). Nach meiner absolvierten Ausbildung in einer Anwaltskanzlei entschloss ich mich dann aber doch für ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing – worüber ich heute froh bin.

Wie sind Sie die geworden, die Sie heute sind?
Mich haben meine Erfahrungen zu der gemacht, die ich heute bin. Vor allem der Schritt in die Selbständigkeit vor eineinhalb Jahren hat mich geprägt. Ich habe keine Angst mehr davor, Risiken einzugehen. Wenn man sich etwas traut, dann kann man viel Grösseres erreichen – und der Weg dahin ist spannender. Zu meinen Kunden gehören globale Unternehmen. Die müssen mich als Einzelperson ernst nehmen, dafür sind nicht nur Risiken sondern auch Disziplin und Kreativität nötig. Ich glaube an das, was ich mache. Und ich spüre vieles intuitiv, anstatt mir Gedanken darüber machen zu müssen. Kommt ein neues grosses Projekt auf mich zu, denke ich an all jene, die ich schon verwirklicht habe, das gibt mir das Selbstbewusstsein und die Bestätigung, alles, was ich mir vornehme, auch schaffen zu können. 

Wenn Sie Ihrem 16-jährigen Ich einen Ratschlag geben könnten, welcher wäre das?
Traue dich mehr. Gehe deinen Träumen nach, ohne dich zu limitieren! Mit der Zeit und der Aufgabe wächst du von alleine hinein.

Welches Buch hat Sie beeinflusst?
«The Secret». Darin geht es um die Kraft der Wünsche und darum, sie zu visualisieren. Meinen Blog und meine Agentur habe ich auf diesem Weg erschaffen, wie auch vieles andere in meinem Leben. Ich habe jetzt schon Visionen, wie ich auf dem höchsten Gebäude der Welt einen Event mache. Das wird Realität werden.

Sind Sie ein Morgen- oder Abendmensch?
In Europa ein Abendmensch, in Amerika ein Morgenmensch. Einige meiner Kunden sitzen in den USA, darum muss ich schon wegen der Zeitverschiebung hier am Abend aktiv sein. 

Wovon träumen Sie?
Davon, immer weiter träumen zu dürfen und diese Träume dann auch zu realisieren.

Ihr wertvollstes Gut?
Meine Familie und Freunde.

Was machen Sie anders?
Ich bin wie eine Blackbox: Ich merke mir Menschen, Möglichkeiten, Marken, speichere die und kann sofort die richtigen Verbindungen ziehen – wer passt zu wem, für welchen Anlass, zu welchem Zeitpunkt, zu welchem Thema etc. Ein weiterer Vorteil dessen, viel unterwegs zu sein, ist, dass ich viele Projektplanungen der Unternehmen bereits in den Anfangsstadien erfahre und somit Ideen generieren und Kooperationspartner zusammenbringen kann, bevor die Infos öffentlich werden. So bin ich immer einen Schritt voraus. 

Wie beschreiben Sie Ihren persönlichen Stil?
Feminin, elegant, dezent.

Wie packen Sie? Reisen Sie leicht?
Auf kurzen Reisen habe ich gelernt, mit Handgepäck zu fliegen bzw. richtig zu packen. Diese Reduktion fällt mir nicht leicht, auch wenn ich ständig aus dem Koffer lebe. Alle Kosmetika bleiben im Kleinformat für den Koffer im durchsichtigen Plastiktäschchen stets drin. Bei Kleidung wähle ich dezente Farben, ein paar flache Schuhe sowie High Heels, eine grosse Tasche sowie eine kleine für den Abend, ein Kleines Schwarzes. Je nach Anlass packe ich zusätzlich etwa ein Abendkleid ein.

Wofür geben Sie viel Geld aus?
Ich reinvestiere viel Geld in meine Firma. Privat gebe ich gerne Geld für Reisen, Abenteuer oder gute Restaurants und Champagner aus. 

An wen ging Ihre letzte SMS?
Ein Herz an meine Mutter.

Wo führte Ihre letzte Reise hin?
Eine Geschäftsreise mit Emirates nach Bangkok und Dubai. Ich bin noch voll der Eindrücke. In Bangkok durfte ich im fantastischen «Mandarin Oriental» nächtigen und einen Teil des 140-Jahre-Jubiläums miterleben, sah viel von der Stadt und besuchte auch einen buddhistischen Mönch im Temple of Dawn, es war sehr inspirierend. In Dubai tut sich gerade irrsinnig viel. Alle bereiten sich auf die Expo 2020 vor. Es hat eine tolle Energie dort.

Und wohin geht Ihre nächste?
Nach New York oder Ibiza.

#Bucketlist – Was wollen Sie noch tun und abhaken?
Fallschirmspringen, selbst einen Helikopter fliegen und meine Firmen in bestimmten Ländern erfolgreich platzieren.

5 Minutes With … Nel-Olivia Waga
© Daniel Zwereff

Piaget Helicopter Shooting in New York.

Was liegt auf Ihrem Nachtisch?
Mein Handy und ein Notizbuch. In der Nacht, wenn alles um mich still ist, kommen mir die besten Ideen, Einfälle für Events und Ähnliches. Damit ich sie nicht vergesse, notiere ich sie gleich. 

Welcher Duft erinnert Sie an Ihre Kindheit?
Der tolle Duft nach einem Sommerregen.

Wo und wann sind Sie am glücklichsten?
Mit meiner Familie und Freunden. 

Wem würden Sie gern 5 Minuten lang Fragen stellen?
Buddha.

Warum heisst Ihr Blog her etiquette, ist Ihnen Etikette so wichtig?
Als ich frisch in Zürich war, habe ich ein recht freches Buch geschrieben, über mich und die Etikette hier, auch die Fettnäpfchen, in die ich getreten bin. Anstatt in Druck zu gehen, entstand daraus der Blog her etiquette – ursprünglich eine Lifestyle Page für Frauen in Zürich –, welcher mittlerweile eher international ausgerichtet ist und sich mit mir weiterentwickelt hat.

Seit wann können Sie von Ihrem Business leben?
Seit etwas mehr als einem Jahr.

Womit verdienen Sie konkret Ihr Geld?
Mit meinem Unternehmen Her Concept erschaffe ich Business-Ideen für internationale Luxusbrands, Privatbanken, Hotels und Unternehmen, die ihren besten Kunden etwas Aussergewöhnliches bieten wollen. Ich bringe die richtigen Leute zusammen, schreibe Konzepte, erfinde Events, die es in der Form noch nicht gibt. Kürzlich organisierte ich zusammen mit dem amerikanischen Wirtschaftsmagazin «Forbes» ein exklusives Business-Dinner für unsere Kunden in einer Suite des «Park Hyatt» Zürich. Der Abend startete im Badezimmer. Der erste Gang war ein Meeresfrüchte-Buffet und wurde in der Badewanne auf Eis präsentiert. In den mit Eis gefüllten Waschbecken lag der Champagner. Die Gäste hatten Freude.

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