5 Minutes with … Veronika Heilbrunner, Redaktorin und Stilikone

Model, Fashion-Retailer, Redakteurin, Street-Style-Star – Veronika Heilbrunner kann so ziemlich alles, was mit Mode zu tun hat. Kein Wunder, dass Zalando sie als eines von vier Gesichtern für die neue «This Is Now»-Kampagne auserkoren hat. Wir durften sie im Rahmen der Bread&Butter by Zalando treffen und haben mit ihr über Stil, reiten und Mopse gesprochen
Veronika Heilbrunner
© Getty Images

Du bist bekannt für deinen persönlichen Stil. Wonach wählst du deine Outfits aus?
In erster Linie muss es bequem sein. Das klingt immer so banal, aber vielleicht ist das auch das Deutsche in mir: ich mags bequem und praktisch. Nun arbeite ich natürlich in der Mode und LIEBE Mode. Vor allem den romantischen Aspekt. Schon früher, wenn ich mir irgendwelche Tagträume ausgemalt habe, habe ich immer zuerst überlegt, was ich in der jeweiligen Situation wohl anhaben würde – und das war meist über-romantisch.
Oft trage ich zum Beispiel tagsüber Sachen, die andere eher abends anziehen würden. Aber wenn man sie sportlich kombiniert, sozusagen «down-dressed», dann funktioniert es trotzdem. Mein Rezept ist also vielleicht romantisch plus praktisch.

In welcher Stadt/welchem Land sind dir bisher die am besten gekleidetsten Menschen begegnet?
In Skandinavien! Ich war den ganzen Sommer über in Kopenhagen, Oslo und Stockholm unterwegs und es schon faszinierend, wie die Leute dort aussehen. Sie haben so eine natürliche Coolness und ein ganz anderes Ästhetik-Bewusstsein. Das finde ich sehr inspirierend.

Hast du Tipps für die perfekte «in meinem Schrank mag ich alles»-Garderobe?
Das Schlimmste ist eigentlich, wenn du zu viel Auswahl hast, denn dann dauert das entscheiden eeewig. Deswegen sortiere ich für jedes neue Teil eigentlich immer etwas Altes aus. Wenn du eine gute Übersicht hast, dann gehen zum Beispiel auch neue Sachen nicht so schnell unter.

Hand aufs Herz – von welchem Kleidungsstück besitzt du viel zu viel?
Oooh, ich hab viel zu viele T-Shirts. Und Rollkragenpullis. Viel zu viele Jeans, viel zu viele Turnschuhe, generell Schuhe … Oje, ich hab von allem zu viel, fürchte ich.

Welches deiner Kleidungsstücke ist für dich emotional das wertvollste?
Ein Kleid von meiner Mama. Ein 50s-Baumwoll-Kleid, das früher mal ocker-beige war, aber ich habe es dunkelblau gefärbt – dummerweise. Inzwischen ärgert mich das ein bisschen, jetzt hätte ich es lieber wieder in seiner Original-Farbe.
Jedenfalls hatte ich das Kleid schon als Kind beim Ballerina-spielen mit meiner Schwester an. Da war es natürlich noch viel zu gross und sass überhaupt nicht. Vor so drei, vier Jahren habe ich es im Keller meiner Eltern wiedergefunden und inzwischen passt es mir perfekt. Es ist von keinem Designer oder teuren Label, aber ich mag es super gerne.

In deinem BTS Video der «This Is Now»-Kampagne sagst du, dass Frauen besonders attraktiv sind, wenn sie glücklich mit sich selbst sind. Was macht dich glücklich?
Viele Kleinigkeiten. Wenn ich meine Freunde sehen kann zum Beispiel, oder vor Kurzem habe ich das Reiten für mich wiederentdeckt – ich sass heute Vormittag schon auf dem Pferd. Mopse machen mich sehr, sehr glücklich, mein Lieblings-Essen … Manchmal macht es mich auch einfach nur glücklich zu wissen, dass ich am Abend auf dem Sofa liegen und Serien schauen kann.

Elisa Sednaoui Dellal, Joséphine de La Baume und Saskia de Brauw – welche der drei anderen «This Is Now»-Girls ist dein Spirit-Animal in Sachen Mode?
Das ist super schwer zu beantworten. Schliesslich wurden wir auch gerade wegen unserer unterschiedlichen Stile ausgesucht. Und ich finds erstmal cool, dass jede von uns für ihren eigenen Look steht. Aber … wenn ich wiedergeboren werden würde, dann wahrscheinlich gerne als, hmm … französische Rockerin wie Joséphine.

Mit hey woman! hast du dich selbstständig gemacht. War es dir wichtig eine Plattform zu schaffen, auf der du genau deine Sprache finden kannst?
Lustigerweise habe ich damals bei Harpers Bazaar nur mit dem Vorsatz gekündigt, etwas Eigenes machen zu wollen, hatte aber noch gar keine konkrete Vorstellung. Dann habe ich wirklich exakt zwei Tage später Julia Knolle getroffen, sie hat mir von ihrem Projekt erzählt, wir haben uns super verstanden und sofort beschlossen, dass wir das zusammen umsetzen wollen. Erst da ist mir bewusst geworden, wie toll es ist, ganz ungefiltert das machen zu können, was ich gut finde. Ich lerne bis heute jeden Tag, dass das wirklich ein Geschenk ist und unglaublichen Spass macht.
Uns ist es auch wichtig, diesen Aspekt an unser Team weiterzugeben. In erster Linie soll jeder 100% hinter seinem eigenen Beitrag stehen. Wenn es ihnen gefällt, gefällt es uns sowieso auch. Das macht Julia und mir tatsächlich am meisten Freude an der ganzen Sache – dass wir merken, dass alle happy sind wirklich cool finden, was sie machen.

Ohne welches Teil kannst du diesen Herbst nicht leben?
Gerade hab ich mir eine Lackhose von Haider Ackermann gekauft, die wird definitv überall hin mitkommen. Die passt zu all meinen Basics, die ich gerade so liebe: Hoodies, T-Shirts, … Aber sie funktioniert auch am Abend. Und ich freue mich auf alles mögliche aus Samt. Ich liebe Samt!

Ein Leben ohne Mode – langweilig oder befreiend?
Kann ich mir gar nicht vorstellen. Zu meinem Leben gehört sie natürlich extrem dazu, aber jeder überlegt sich doch morgens etwas bei dem, was er anzieht und drückt damit ein Stück weit seine Persönlichkeit aus. Ich weiss nicht, wie ein Leben ohne Mode aussehen würde – für mich wirklich unvorstellbar.

Danke ♡

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