Kinotipps: «Keeper» «Chocolat» «Spotlight» Das Gute siegt immer

Ernste Themen erwarten uns diese Woche im Kino: Jugendschwangerschaft, Rassismus, Kindesmissbrauch. Wer sich ein Herz fasst und sich diesen Problemen stellt, wird belohnt. Mit schauspielerischen Extraleistungen. Und mit Hoffnung auf Problemlösungen.
Kinder, die Eltern werden: Kacey Mottet Klein und Galatea Bellugi in «Keeper».
© Frenetic Films

Kinder, die bald Eltern werden: Kacey Mottet Klein und Galatea Bellugi in «Keeper».

«Keeper»

Eben noch spielte er den kleinen Jungen mit den grossen Augen und abstehenden Ohren in Ursula Meiers Film «Home», jetzt im Februar war er Schweizer Shooting Star an der Berlinale und zählt zu den zehn talentiertesten Jungschauspielern von Europa. Der 17-jährige Kacey Mottet Klein brilliert in seinem neuen Film «Keeper». Er spielt darin einen Teenager mit Ambitionen für eine Fussballkarriere, als seine Freundin schwanger wird. Mit jugendlicher Unbeschwertheit überzeugt er sie, das Kind zu behalten. Das junge Paar schlägt sich wacker, bis der Tag der Geburt näherrückt … Kaceys Filmpartnerin Galatea Bellugi legt ebenfalls einen starken Auftritt hin. Der belgische Regisseur Guillaume Senez liess die Schauspieler das Drehbuch nicht lesen. Dem talentierten Lausanner entsprach diese Art zu arbeiten: «Es erlaubte uns, uns zu entwickeln und diverses auszuprobieren», verriet er. Wir werden ihn bestimmt noch häufig auf der Leinwand sehen. Momentan feilt er an seinem Englisch.

Lesen Sie das Interview mit Kacey Mottet Klein in der Märzausgabe der Style, aktuell am Kiosk.

«Chocolat»

Das Duo Footit (James Thiérré) und Chcolat (Omar Sy) erobert Paris.
© Ascot-Elite

Das Duo Footit (James Thiérré) und Chocolat (Omar Sy) erobert Paris. 

Omar Sy, seit seinem Auftauchen in «Intouchables» («Ziemlich beste Freunde») in Frankreich ein Superstar und europaweit ein Publikumsliebling, schlüpft in die Haut von Rafael Padilla. Der Spross kubanischer Sklaven stieg in der Belle Epoque vom Kannibalendarsteller in einem schäbigen Provinzzirkus zum berühmtesten Clown Frankreichs auf. Zusammen mit seinem Partner und Förderer George Footit (James Thiérré, unverkennbar Charlie Chaplin Enkel, auch er ein Genie) feiert Chocolat rauschende Erfolge in Paris. Als er es satt hat, Fusstritte und Ohrfeigen in der Manege zu kassieren, entschliesst er sich für eine Solokarriere und versucht sich als Shakespeare-Mime. Doch für einen schwarzen Schauspieler im ernsten Fach ist die Zeit noch nicht reif.

Scheitert als Shakespears Othello: Chocolat (Omar Sy).
© Ascot-Elite

Scheitert als Shakespears Othello: Chocolat (Omar Sy).

Chocolat scheitert kläglich und stirbt arm, krank und vergessen im Alter von 49 Jahren. In der traurigen Geschichte gibts aber viel zu lachen  dank Omar Sys umwerfendem komischen Talent und seinen Tanzkünsten.

 

«Spotlight»

Spotlight ist der Name einer Truppe investigativer Journalisten des renommierten «Boston Globe», die in mühseliger, monatelanger Recherche-Arbeit einen Skandal aufdecken: Die Tatsache, dass die katholischen Würdenträger den Missbrauch dutzender Kinder durch Priester über Jahre vertuschten.

Das Spotlight-Team vom «Boston Globe».
© Praesens Film

Das Spotlight-Team vom «Boston Globe» macht der Kirche die Hölle heiss.

Ein klassischer Journalistenfilm im Stil von «All the President’s Men», «Front Page» oder «Network», der nach Durchschwärm schmeckt und Einblicke ins Zeitungsgewerbe gibt. Das Drama besticht mit einer All-Star-Garde: Michael Keaton, Liev Schreiber, Stanley Tucci, John Slattery sowie die schwer unterschätzte Rachel McAdams und Mark Ruffalo. Letzten beiden drücken wir die Daumen für die Oscar-Verleihung Sonntagnacht, sie sind beide als bester Nebendarsteller/Nebendarstellerin nominiert. Und hätten die Auszeichnung wahrlich verdient. Das Werk könnte auch das Goldmännchen als bester Film des Jahres holen, die Academy mag ja Medien-Stories. Keine leichte Kost, aber sehr sehenswert.
Alle Filme starten am 25. 2. in unseren Kinos

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