Kinotipp «Heidi» Deine Welt sind die Berge

Seit Donnerstag läuft der neue Heidi-Film in den Schweizer Kinos. Style hat sich die Neuauflage angesehen und sich mit dem Regisseur, Alain Gsponer, unterhalten.
Heidi und Alpöhi mit Schlitten im Schnee
© The Walt Disney Company Switzerland

Das Waisenmädchen Heidi (Anuk Steffen) hat in den Bergen bei ihrem Grossvater, dem Alpöhi (Bruno Ganz) endlich ein Zuhause gefunden.

Heidi wurde dutzende Male verfilmt, es gibt eine Version aus Hollywood und einen japanischen Zeichentrickfilm. Warum nochmals eine Neuverfilmung, im 21. Jahrhundert? «Als ich den Roman von Johanna Spyri las, war ich sehr überrascht, was alles hinter der Story steckt. Ich hatte ein verblendetes Heidi-Bild. Dabei ist es ein starkes Sozialdrama. Und das wollte ich auch zeigen», sagt der 39-jährige Regisseur Alain Gsponer. Und so zeigt seine Version schonungslos den Dreck und die Armut im Bergdorf zu einer Zeit, als Schweizer Bauern aus existentieller Not auswanderten, sie zeigt das schwere Schicksal eines Waisenkinds, das niemand will sowie die soziale Ächtung des Alpöhi. Der Film hält sich eng an die Vorlage der Hausfrau und Mutter Johanna Spyri, die die Erfolgsgeschichte im Jahr 1880 schrieb. Gsponers Vater wuchs im Wallis in ärmlichen Verhältnissen auf, war als Bub selber Geissenhirte. «Für ihn war die Geschichte nie Kinderstoff», erinnert er sich. Den Film kann man sich tatsächlich bestens auch ohne Kinder ansehen. Die Schauspieler überzeugen durchs Band, nicht nur Weltstar Bruno Ganz, der als Alpöhi Bündnerdialekt spricht. Auch Heidi (Anuk Steffen) und der Geissenpeter (Quirin Agrippi) zeigen eine beeindruckende Leistung. Und ausserdem tut ein Stück heile Welt der Seele gut. Oder, um es in den Worten von Alain Gsponer zu sagen: «Heidi passt so gut in unsere Zeit, weil es darum geht, dass man auch in einer grausamen Welt etwas Schönes finden kann.»

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Der Heidi-Film ist aktuell in den Schweizer Kinos zu sehen.

Heidi mit Geissen in Latsch
© The Walt Disney Company Switzerland

Die lebensfrohe Heidi hat einen ausgesprochenen Gerechtigkeitssinn und ein Herz für Tiere.

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