Kinotipps «Hail Caesar!» «Zoolander2» & «The Chinese Lives of Uli Sigg» Kostüme, Klamauk, Kunst

Wie gut, dass das Wetter zu wünschen übrig lässt. So haben wir reichlich Zeit fürs Kino. Diese Woche laufen gleich drei sehenswerte Filme an: das Kostümfest «Hail Caesar!» von den Coen-Brüdern, der Fashion-/Celebrity-Klamauk «Zoolander2» und das Kunst-Stück «The Chinese Lives of Uli Sigg». 
Miss in misslichen Umständen : Scarlett Johansson als Shwogirl DeAnne.
© Universal Pictures Switzerland

Miss in misslichen Umständen: Scarlett Johansson als Showgirl DeAnne.

«Hail Caesar!»

Eddie Mannix (Josh Brolin) hält den Laden am Laufen.
© Universal Pictures Switzerland

Eddie Mannix (Josh Brolin) hält den Laden am Laufen.

Die Brüder Ethan und Joel Coen huldigen in ihrem neuesten Streich dem Hollywood der Goldenen Ära  und der schönen Scarlett Johansson. In «Hail Caesar!» entführen sie uns hinter die Kulissen der Traumfabrik. Wir heften uns einen aufregenden Arbeitstag lang an die Fersen von Eddie Mannix (Josh Brolin), dem Trobleshooter eines grossen Studios. Mannix hält den Laden am Laufen, dank Talent und Tatkraft, mit Grips und Geld und, wenns sein muss, mit saftigen Ohrfeigen. Er treibt dem schwangeren Showgirl DeAnne (hinreissend: Scarlett Johansson als Wasserballett-Nixe) einen Kindsvater auf und rettet ihren Ruf. Er vermittelt zwischen borniertem Regie-Altmeister (Ralph Fiennes in einer köstlichen Parodie auf Sir Lawrence Olivier) und überfordertem Jungstar (Alden Ehrenreich als nuschelnder James-Dean-Verschnitt). Er überbringt das Lösegeld für den entführten Superstar (George Clooney in kniefreier Römer-Rüstung, very sexy und herrlich selbstironisch). Er hält die Klatschreporterinnen Thora und Thessaly Thacker (die famose Tilda Swinton in einer Doppelrolle) hin und die kettenrauchende Cutterin Calhoun (Frances McDormand) bei Laune.

George Clooney macht für die Coens einmal mehr zum Deppen.
© Universal Pictures Switzerland

George Clooney macht sich für die Coens einmal mehr zum Deppen.

Für den Film (und die vielen Filme darin) liessen die Coens über 2500 originalgetreue Kostüme schneidern, 500 davon auf Mass. Herausgekommen ist ein Leckerbissen fürs Auge und Wellness fürs Humorzentrum. «Hail Caesar!» besticht durch coen-mässig unkorrekte Scherze, kluge Zitate, bissige Dialoge und verblüffende Wendungen  von den hervorragenden Schauspielern ganz zu schweigen. Man merkt der ganzen Truppe an, welch ein Vergnügen es sein muss, mit den beiden grossen Buben zu arbeiten. Mehr zum Film lesen Sie in der aktuellen Style, heute druckfrisch am Kiosk. 

«Zoolander2»

Nicht weniger lustig, wenn auch auf ganz anderem Humor-Niveau, spielt «Zoolander2». Ben Stiller schrieb 15 Jahre (!) nach dem ersten Teil der Parodie auf die eitle Fashion-Welt eine noch haarsträubendere  Fortsetzung und schlüpfte erneut in die Hautrolle des «lächerlich gut aussehenden» Männer-Models Derek Zoolander. Für seinen derben Spass konnte er ironischerweise alle gewinnen, die in der realen Fashion-und Celebrity-Welt tonangebend sind: Mit von der Partie sind Anna Wintour, Alexander und Vera Wang, Kate Moss, Tommy Hilfiger, Naomi Campbell, Karlie Kloss und Marc Jacobs, aus der Musik-Welt Sting, Susan Boyle, Justin Bieber, Lenny Kravitz, Katy Perry. Ansonsten noch dabei sind unter anderem Schauspieler wie John Malkovich, Kiefer Sutherland, Susan Sarandon, Billy Zane und  allein sein Auftritt ist das Kinoticket wert!   Benedict Cumberbatch als Sado-Transen-Supermodel All.

Zoolander 2
© Universal Pictures Switzerland

Weltenretter der stylischen Art: Ben Stiller, Owen Wilson und Penélope Cruz.

 

Ihre Comeback nach langer Baby- und Familienpause feiert Penélope Cruz. Die schöne Spanierin würzt den derben Spass mit einer gehörigen Portion Sexappeal. Die Rolle als Fashion-Agentin und ehemaliges Bademoden-Model Valentina scheint ihr auf den schönen Leib geschnitten. Ein Interview mit Spaniens schönstem Export-Hit lesen Sie in der neuen Style. 

 

«The Chinese Lives of Uli Sigg»

Der ultimative Kintopp für kunstsinnige Gemüter ist die Filmbiografie über den China-Experten und Kunstsammler Uli Sigg von Theatermann Michael Schindhelm.

Uli Sigg mit Skulptur «Newspaper Reader» von Ai Weiwei, 2004.
© Frenetic FIlms

Uli Sigg mit Skulptur «Newspaper Reader» von Ai Weiwei, 2004.

Siggs Vita hört sich an, als hätte ein fantasiebegabter, entfesselter Autor sie erfunden. Dem hätte man wohl geraten, nicht so dick aufzutragen. Ist aber alles so passiert. Wer sich für unerhörte Lebensgeschichten und unkonventionelle Zeitgenossen interessiert, sitzt bei «The Chinese Lives of Uli Sigg» im richtigen Film.

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