Kinotipps: «Absolutely Fabulous» und «The Light Between Oceans» Britischer Humor und klassisches Hollywood

Eine schrille Komödie um zwei knallharte Frauen und die Fashion-Branche und eine grosse Romanze auf einer einsamen Insel.

«Absolutely Fabulous»

Den Zillionen weltweiten Fans der BBC-Serie, die von 1992 bis 2012 lief, muss man den Film nicht empfehlen, die warten alle eh sehnsüchtig auf das Spin-off mit den schrillen Society-Ladies Edina (Jennifer Saunders) und Patsy (Joanna Lumley). Die beiden sind wie guter Wein: Sie werden mit dem Alter immer besser. Für alle Nicht-Eingeweihten von Ab Fab, so das Kürzel der Soap: Der Film bietet beste Gelegenheit, das verrückte Duo endlich kennenzulernen. Er ist genauso grell, überdreht und in jeder Beziehung unkorrekt wie die Serie. Enorm erfrischend!

Machen die french riviera unsicher: Patsy (Joanna Lumley) und Eddy (Jennifer Saunders).
© 20th Century Fox

Machen die french riviera unsicher: Patsy (Joanna Lumley) und Eddy (Jennifer Saunders).

Wer britischen Brachialhumor im Stil von Monty Python schätzt, sitzt hier im richtigen Film. Und wer sich für das Fashion-Business interessiert erst recht. Das Who is Who des Modezirkus tritt auf – und beweist gleich verblüffend viel Selbstironie, allen voran Kate Moss. Die wird nämlich von Edina ermordet, woraufhin die mit ihrer BFF Patsy an die französische Riviera flieht. Neben Miss Moss geben sich Models und Modemacher, It-Girls und Fashionistas die Ehre: Lily Cole, Suki Waterhouse, Alexa Chung, Stella McCartney, Suzy Menkes, Jean-Paul Gaultier, Lara Stone, Poppy Delevingne, Rebel Wilson, Perez Hilton, Joan Collins, Jerry Hall, Dame Edna und und und.

 

Ein feuchter Cameo von Dame Edna.
© 20th Century Fox

Ein feuchter Cameo von Dame Edna.

Jennifer Saunders, die auch das Drehbuch von Serie und Film schrieb, erklärt sich den Erfolg von Ab Fab so: «Die Charaktere sind Cartoon-Versionen von uns allen. Letzten Endes lachen wir doch alle gern über uns selbst und versuchen, das Leben nicht allzu ernst zu nehmen. Die Figuren haben alle die Lizenz zum Danebenbenehmen. Patsy und Eddy sind erbärmliche, traurige Menschen, aber sie haben trotzdem riesigen Spass und machen das Beste aus ihrer Situation».  Neben tränenverschmiertem Make-up vor Lachen sind das doch prima Goodies, die wir hier vom Kino nach Hause nehmen können.

«The Light between Oceans»

the light between oceans
© Ascot-Elite

Traumpaar: Michael Fassbender und Alicia Vikander

Wer im Kino böse Witze gern durch grosse Gefühle ersetzt, ist hier richtig. Derek Cianfrance neuer Streifen ist klassisches Hollywood-Kino. Gebrochener Ex-Soldat (Michael Fassbender) trifft junge Schönheit (Alicia Vikander) an entlegenem Orte, man verliebt sich, man heiratet, zieht auf eine einsame Schöne Insel, will eine Familie gründen. Zwei Fehlgeburten später findet sich das hübsche Paar am Rande des seelischen Abgrunds - als plötzlich ein Ruderboot mit Baby drin an den Strand geschwemmt wird. Der weitere Plot birgt nur wenige Überraschungen. Das muss er aber auch nicht. Fassbender und Vikander machen ihren Job wie erwartet hervorragend, vermitteln grosse Gefühle eingebettet in eine sagenhafte Kulisse. 

the light between oceans
© Ascot-Elite

Isabel (Alicia Vikander) mit Findeltochter Lucy (Florence Clery)

«The Light Between Oceans» ist ein Must für alle Romantikerinnen, Träumerinnen - und all diejenigen, die nach dem Film gerne mit einem wunderbaren Awww-Gefühl den Saal verlassen. Und für wen das als Grund nicht ausreicht: Habt ihr schon mal Michael Fassbender mit einem Kind spielen sehen? Eben.

the light between oceans
© Florence Clery

Augenschmaus: Michael Fassbender als Tom Sherbourne

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