Kinotipps «Trumbo» und «Zoomania» Falscher Name, forsche Viecher

«Trumbo», verpasste Oscar-Würden, zu schade – ehren wir den Film und den Mann symbolisch mit unserem Kinobesuch. Und weil ein Zoo-Ausflug mit Nachwuchs/Nichte/Neffe/Göttikind bei diesem Wetter eh ins Wasser fiele, gehen wir mit den Knirpsen lieber in «Zoomania».  
Dalton Trumbo (Bryan Cranston) im Element.
© Ascot-Elite

Dalton Trumbo (Bryan Cranston) in seinem Element.

«Trumbo»

Bei den Oscars völlig zu Unrecht übergangen wurde der Film «Trumbo». Im Rennen war er in der Kategorie Bester Hauptdarsteller. Und so sehr wir Leonardo DiCaprio sein Goldmännchen gönnen, hätte Bryan Cranston es ebenso verdient. Der «Breaking Bad»-Star spielt diesen so schlauen wie sturen Typen Trumbo zum Niederknien gut. Und dessen Lebensgeschichte hätte kein Drehbuchschreiber besser erfinden können. 

Gewissen oder Familie? Dalton Trumbo (Bryn Cranston) im Dilemma.
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Gewissen oder Familie? Dalton Trumbo (Bryn Cranston) im Dilemma.

Dalton Trumbo ist der beste – und bestbezahlte – Hollywood-Autor seiner Zeit und ein glücklicher Familienvater. Bis er in die Mühlen von Senator McCathys Anitkommunismus-Hatz gerät. Trumbo muss vor dem «Komitee für un-amerikanische Umtriebe» aussagen, weigert sich, seine Freunde zu verraten und geht für seine Überzeugung ins Gefängnis. Nach elfmonatiger Haft wird er mit einem Berufsverbot in Hollywood belegt. Also schreibt er – genau wie seine Freude, die auch auf der Black Liste stehen  unter einem Pseudonym weiter. Zum Beispiel das Drehbuch für «Roman Holiday» (1954, «Ein Herz und eine Krone») unter dem Namen Ian McLellan Hunter. Dafür bekommt er einen Oscar, den er erst 1992 offiziell in Empfang nehmen kann. Es sind dann ein junger Schauspieler und ein eingewanderter Regisseur, die Trumbos Namen und Ehre wieder herstellten: Kirk Douglas mit «Spartacus» und Otto Preminger mit «Exodus». Für beide Filme schrieb Trumbo das Drehbuch. 

Herrlich: Helen Mirren als Klatschtante Hedda Hopper.
© Ascot-Elite

Herrlich: Helen Mirren als Klatschtante Hedda Hopper.

Sein Leben und die finstere Ära des McCarthyismus werden in diesem grossartigen Film aufs Prächtigste nachgezeichnet. Während die köstliche Komödie «Hail, Caesar!» von den Coen-Brüdern die gleiche Epoche als Hollywoods goldene Ära feiern, zeigt «Trumbo» die Rückseite der Medaille. Sehen sollte man beide Filme, allein schon der grandiosen Kostüme und Dekors wegen. Aber vor allem wegen der tollen Darsteller, in glänzender Spiellaune und bis in die kleinste Rolle famos besetzt. Die Highlight: Helen Mirren als gallige Kolumnistin Hedda Hopper, Michael Stuhlberg als Edward G. Robinson, Schwergewicht John Goodman als cholerischer C-Movie-Macher Frank King und die zauberhafte Elle Fanning als Trumbos Tochter Niki. 

 

«Zootopia»

Einfach ein grosser Spass für kleine und ausgewachsene Kinofans. Der 3D-Animationsfilm der Walt-Disney-Studios geht mit seinen liebenswerten Viechern und der Geschichte, die elegant das platt pädagogisch Wertvolle auslässt, direkt vom Auge ins Herz. Viel besser als ein Zoobesuch und trocken bleibt man ausserdem im warmen Kinosaal.

Beide Filme starten am 3. März in unseren Kinos. 

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