Kinotipp «Florence Foster Jenkins» Der Charme der falschen Töne

Für die Ohren eine Tortur, fürs Herz reiner Balsam – Meryl Streep als die «schlechteste Sängerin» aller Zeiten muss man erlebt haben – jetzt in unseren Kinos.
Traf keine Note: Florence Foster Jenkins (Meryl Streep).
© Pathé Films

Traf keine Note: Florence Foster Jenkins (Meryl Streep).

Was könnte man mehr wollen von Kino? Im Biopic «Florence Foster Jenkins» kommt alles zusammen, was einen tollen Film ausmacht: eine super Story (über die miserabelste Operndiva, die je eine Bühne betreten hat), famose Hauptdarsteller (neben der grossartigen Meryl Streep agiert Hugh Grant als ihr softer Gatte), ein Meister von Regisseur (Stephen Frears, der uns schon Helen Mirren als Queen schenkte), fantastische Kostüme (Jenkins hatte Kleider und Bühnenoutfits vom Allerfeinsten) und Klänge, wie wir sie noch nie vernommen haben. 

Ein Herz und eine Seele: Florence (Meryl Steep) und ihre Gatte (Hugh Grant).
© Pathé Films

Ein Herz und eine Seele: Florence (Meryl Steep) und ihre Gatte (Hugh Grant). 

Wenn Florence alias Meryl die Königin der Nacht gibt und damit Mozart Gewalt antut, können wir gar nicht anders als zu kichern, ja Tränen zu lachen. Dank des Feingefühls der Gross-Schauspielerin Streep und des Regisseurs müssen wir uns aber nicht für unsere Schadenfreude schämen. Der bezaubernde Film macht sich keinesfalls lächerlich über die Ambitionen der talentfreien Chanteuse, sondern zeigt sie als mutige Frau, die sich furchtlos über Konventionen hinwegsetzte und sich einer Sache mit Leib und Seele verschrieb. Solch eine Lady nehmen wir uns doch gern zum Vorbild.  

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