Kinotipps: «Jason Bourne» und «Retour chez ma mère» Totale Kontrolle - nein, danke!

Diese Woche erleben wir im Kino das, was wir im richtigen Leben keinesfalls erleben möchten: totale Überwachung und Gedächtnisverlust mit «Jason Bourne» und die Schmach, mit 40 wieder bei Mutti einziehen zu müssen.
Schiesst wieder scharf: Jason Bourne (Matt Damon).
© Universal_Inetrnational Pictures Switzerland

Schiesst wieder scharf: Jason Bourne (Matt Damon). 

«Jason Bourne»

Eine kleine Ewigkeit ist es her, seit Matt Damon 2002 das erste Mal in die Haut von Jason Bourne schlüpfte, dem Mann ohne Gedächtnis, der herausfindet, dass er für die CIA die Drecksarbeit erledigt. Trotz seines Jobs und seinem Hang zu Mord und Totschlag waren wir in vier Filmen auf seiner Seite, haben ihm die Daumen gedrückt. Daran ändert sich auch in der fünften Folge nichts – auch wenn Regisseur und Damon-Kumpel Paul Greengrass nochmals einen Zacken zulegt mit der Gewaltdarstellung. Leuten mit empfindlichen Mägen kann man den Film nur bedingt empfehlen. Wers aushält, darf sich auf ein Wiedersehen mit Matt Damon freuen, diesem schauspielernden Pendant zum Schweizer Militärmesser  kann für einfach alles eingesetzt werden. Für sein Bourne-Comeback hat sich der Mittvierziger ganz schön ins Zeug gelegt und seinen Body nochmals auf Kampfmaschine getrimmt. «Vor 40 war das einfacher», gab er zu Protokoll. Das Resultat von Workouts und Diät kann sich aber sehen lassen.

Feindin oder Freundin? Heather Lee (Alicia Vikander) und Bourne (Matt Damon).
© Universal Pictures International Switzerland

Feindin oder Freundin? Heather Lee (Alicia Vikander) und Bourne (Matt Damon). 

Ihm zur Seite – oder auf der anderen, feindlichen – stehen die wundervolle Alicia Vikander als IT-Spezialistin, Knautschkopf Tommy Lee Jones (vielleicht der letzte in Hollywood ohne Lifting und Botox), unser Lieblings-Bad Boy aus Frankreich Vincent Cassel und Riz Ahmed («Four Lions») als eine Art indischer Mark Zuckerberg. Seine App, ein neues Social-Media-Tool, ist leider dazu geeignet, die Menschheit auszuspionieren, sollte sie vom CIA missbraucht werden. Das muss Jason Bourne natürlich verhindern. Obs gelingt, erfahren Sie jetzt im Kino.

Der CIA-Chef (Tommy Lee Jones) hats schwer im Leben - sieht man ihm auch an...
© Universal Pictures International Switzerland

Der CIA-Chef (Tommy Lee Jones) hats schwer im Leben - sieht man ihm auch an...

 

«Retour chez ma mère»

Plötzlich arbeitslos: Stephanie (Alexandra Lamy) beim RAF.
© Pathé Films

Plötzlich arbeitslos: Stephanie (Alexandra Lamy) beim RAF.

Noch viel albtraumhafter ist der Plot dieser französischen Erfolgskomödie: Stephanie (Alexandra Lamy), eine attraktive, erfolgreiche Architektin, hat ihren Job verloren, das Ersparte falsch investiert, Liebe, Mann und Kind sind auf der Strecke geblieben. Jetzt bleibt ihr als letzter Ausweg wieder bei Mama unterzukommen. Auch die Mutter (die grandiose Josiane Balasko) ist nicht entzückt, ihre Tochter bei sich aufzunehmen, weil doch die aktive Seniorin eine Affäre mit ihrem Nachbarn hat, die sie gern Geheimhaltung möchte, weil ihr Mann noch kein Jahr unter der Erde ist. 

Die Mamma (Josiane Balasko), ihr Liebling und ihre Tochter (Alexandra Lamy).
© Pathé Films

Mamma (Josiane Balasko), ihr Liebling und ihre Tochter (Alexandra Lamy).

Die komplex-komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung sowie der ganze Familienfilz (es gibt ja auch noch eine zickige Schwester, einen drögen Schwager und einen gestressten Bruder) werden gnadenlos seziert und aufs Köstlichste parodiert, alle Beteiligten sind offensichtlich mit Spass dabei  und wir im Kinosessel erkennen uns in der einen oder anderen Figur wieder. Wetten, dass …? 

Mama is watching you:

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