Labels to watch Y/Project – Le nouveau Paris

Glenn Martens, der Kreativdirektor von Y/Project, ist ein Freigeist. Er experimentiert in Schnitt und Konstruktion mit einem immer absolut tragbaren Ergebnis.
labels to watch
© imaxtree / pinterest

Wer wissen will, wos langgeht, schaut nach Paris. Die lange auf Klassik gebuchte Modehauptstadt gebiert die jungen Wilden. Der Dernier Cri: Y/Pro­ject. Glenn Martens zeichnet als Kreativ­ direktor für die dekonstruiert­femininen Kollektionen verantwortlich – bislang drei für Frauen. Mit 21 Jahren und «einem Po6rtfolio voller Stühle und ohne Näherfahrung», wie er sagt, bewarb sich der Architekt für ein Modestudium in Antwerpen. Man kann nur erahnen, wie grossartig seine Stühle gewesen sein müssen. Einer von nur 80 Plätzen, auf die insgesamt 400 Interessenten kamen, ging an ihn. Auch seine Kreationen in Stoff überzeugen.

Freiheit über allem!
Beim ursprünglichen Män­nermodelabel Y/Project, gegründet 2010 von Yohan Serfaty (†2013), geht es dem Belgier um mehr als Design, nämlich um eine Geisteshaltung. Die lautet: Freiheit über alles. Stereotypen mag der 33­-Jäh­rige nicht. Man soll tragen, was, wie und wo man will. Und tatsächlich, ein biss­chen widersprüchlich mutet sie schon an, die Madame, die sich von den Looks angezogen fühlt. Aktuell bewegen sich diese zwischen Futurismus und Nostal­ gie (wie Astronautenhosen geschnittene Lederpants, rosa Rüschenkleider), Trash (bauchfreie Tops, Oversize­-Silhouetten) und Romantik (Samt und Seide). Das wirkt trotz aller Ambivalenz gut über­ legt, konstruiert im Kopf eines Mannes, der uns die Möglichkeit gibt, alles auf einmal zu sein. Zusammen mit einer Handvoll anderer prägt er das Strassen­ bild der Metropolen. Es lebe die neue Pariser Avantgarde!

Y/PROJECT SS17 FEMME - SHOW BACKSTAGE from Y/PROJECT on Vimeo.

Auch interessant