5 Minutes with... Christophe Robin, Celebrity-Colorist

Der Franzose färbt mit seinen Zauberhänden die Haare von Léa Seydoux, Tilda Swinton und Catherine Deneuve. Normalsterbliche können sich mit seinen Kultprodukten den Schopf pflegen. Für den Launch seines neusten Bébés, einer Volumenpaste mit Rhassoul, war er zu Gast in Zürich. Wir haben ihn über Trends, Haarfärbetechniken und Platinblond-Sorgen ausgefragt.
5 Minutes with Christophe Robin
© Instagram /christopherobinparis

Style: Du färbst Haare seit du 14 Jahre alt bist. Was hat sich seither verändert?
Christophe Robin: Es ist ein sich schliessender Kreis, irgendwann kommt alles wieder zurück. Als ich mit meinem Job begonnen habe, war das Haarefärben noch verpönt. Es war ein Accessoire eines Salons, immer ein bisschen versteckt. Bald darauf waren alle verrückt danach, die Frauen haben mit verschiedenen Farben gespielt. Derselbe Ablauf hat sich zehn Jahre danach wiederholt. Heute trägt man wieder rosa und blaue Haare. Wie gesagt: Es ist ein Kreis. 

Und in Bezug auf die Techniken? Hat sich da etwas getan?
Die sind grundsätzlich immer noch die Gleichen. Die Produkte und Looks haben sich aber verändert. Heute wollen die Kunden Low-Maintenance-Haare, sie wollen nicht alle drei Wochen in den Salon kommen, um den Ansatz nachzufärben. Sie möchten Komfort. 

Welche Techniken setzt du ein, wenn du deinen Kunden die Haare färbst?
Ich habe keine spezielle Technik. Ich mag es auch nicht, wenn die Farbe als «technisch» angesehen wird. Sonst sieht es nämlich zu gefärbt aus. Dasselbe gilt auch für Make-up. Mein Ziel ist immer, dass man sich an die schöne Frau und nicht an ihre schöne Haarfarbe erinnert. Wenn du Jessica Chastain, Susan Sarandon und Catherine Deneuve anschaust, siehst du einfach wunderschöne Damen. 

Wieso hast du dich damals für einen Job in einem Haarsalon entschieden?
Ich bin auf einem Bauernhof in einem kleinen Dörfchen mit 160 Einwohnern aufgewachsen. Zum nächsten Salon waren es sechzig Kilometer. Meine Mutter hat sich also jeden Sonntag bei uns zuhause mit ihren Freundinnen getroffen und sie haben sich dort die Haare gefärbt. Diese Transformation hat mich als kleinen Jungen immer sehr beeindruckt. Das ist der Grund, wieso ich mich für Haare interessiert habe. Schlussendlich bin ich Colorist und nicht Hairstylist geworden, weil mir die Chefin des kleinen Salons, in dem ich damals gearbeitet habe, dazu geraten hat. Sie hat gesagt: «Wenn du ein guter Colorist wirst, werden deine Kunden sehr loyal sein. Es gibt tausende grossartige Hairstylisten, aber nur eine Handvoll toller Coloristen».

2017 haben sich ja viele Stars plötzlich platinblond gezeigt. Auf was muss ich achten, wenn ich das auch ausprobieren will?
Platinblond war schon zu Marylin-Monroe-Zeiten sehr beliebt. Auch hier gilt: Alles kommt irgendwann wieder. Die meisten behalten die Farbe nur für eine kurze Zeit, weil es das Aggressivste ist, was du deinem Schopf antun kannst. Deshalb: Färbe deine Haare nicht platinblond, wenn deine Naturfarbe Dunkelbraun ist, sondern nur, wenn du schon hellbraune oder dunkelblonde Haare hast. Ausserdem musst du bereit sein, viel Zeit in die Pflege zu investieren, weil der Prozess sehr schädigend ist. Diese Farbe ist high maintenance! Auch, wenn man die Farbe etwas rauswachsen lässt – was ich übrigens sogar schön finde – sind die Spitzen total leer und brechen schon wegen kleinsten Irritationen. 

Kannst du mir deine Trendprognose für den Rest des Jahres verraten?
Meiner Meinung nach interessiert sich niemand mehr dafür. So viele, die auf Instagram und YouTube über Beauty reden, folgen nicht nur Trends, sondern zeigen ihre eigene Persönlichkeit, was die Konsumenten inspiriert, das auch zu tun. Kein Diktat mehr, das ist der eigentliche grosse Trend. Mach, was du willst und mach das, was dir am besten steht. 

Auch interessant