Erwachsenen-Akne Wie man seine zu Pickeln neigende Haut im Herbst richtig pflegt

Pickel sind keine Frage des Alters. Aber was ist Erwachsenen-Akne, warum tritt sie auf und wie geht man dagegen vor? Wir haben Dr. med Daniela Kleeman um Rat gefragt. 
Erwachsenenakne
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Akne zu haben fühlt sich manchmal an wie ein Kampf gegen Windmühlen. Wer sich mit Pickeln am Kinn herumschlägt, unreine Haut an den Wangen hat oder im Besitz von einer Stirn voller Mitesser ist, der oder die weiss, wie machtlos man sich manchmal dagegen fühlt. Wir haben Dr. Daniela Kleeman um Tipps gebeten. Die Fachärztin FMH Dermatologie und Venerologie mit der Praxis in Zürich hat uns verraten, wie man Herr der Akne wird.

Erwachsenenakne

«Oft wird noch immer fälschlicherweise angenommen, Akne sei nur eine Erkrankung der Jugendlichen. Doch Studien belegen, dass bis zu 14 Prozent aller Frauen im Alter zwischen Mitte zwanzig und Mitte vierzig an einer Akne im Gesicht leiden», schreibt Dermatologin Daniela Kleeman in ihrem Paper zum Thema Erwachsenen-Akne. Im Gegensatz zu den Unreinheiten im Teenager-Alter, tritt die Ü25-Version (sog. Spätakne) vorwiegend in der unteren Gesichtshälfte oder am Hals auf. Jedoch ist sie, genauso wie die Akne bei den Jugendlichen meist hormonell bedingt und bricht in der Regel kurz vor der Periode aus.

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Wenn man unter sehr trockener Haut und zusätzlich auch an Akne leide, müsse man einen Kompromiss in der Hautpflege finden. Auf eine sowieso schon zu viel Talg produzierende, sprich eine zu fettige Haut, eine fettige Creme aufzutragen, begünstige Pickel. Daher sollte man von Salben, die generell sehr fettend sind besser die Finger lassen. «Wir empfehlen meistens eine Creme, die einen hohen Wasseranteil hat, eine Emulsion oder einen Gel als Grundlage», sagt Dr. Daniela Kleeman. Gels seien bei sehr trockener Haut, insbesonedere in den Wintermonaten allerdings oft zu wenig rückfettend.

Auf jeden Fall empfiehlt es sich ganzjährig an sonnereichen Tagen einen Sonnenschutz auf das Gesicht aufzutragen – einerseits für den Anti-Aging-Effekt, aber auch als Hautkrebs-Prophylaxe. Bei fettiger, zu Akne neigender Haut empfiehlt sich ein UV-Schutz auf Gelbasis. Alternativ eignen sich auch Tagescremen mit UV-Schutzfaktor über 30 und niedrigem Fettanteil.

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«Bei uns in der Praxis bieten wir ein Waschgel mit Salicyl- und Fruchtsäure an», sagt Dr. Kleeman. Das seien zwei wichtige Bestandteile, um die Haut bei Akne zu reinigen. Die Dermatologin empfiehlt ausserdem das Gel zwei- bis dreimal pro Woche nach dem Aufschäumen einwirken zu lassen und erst nach drei bis vier Minuten abzuwaschen.

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Wenn man sein Gesicht zukleistert, tut man der Haut natürlich keinen Gefallen. Dann bekommt sie keine Luft. Aber wenn man beim Make-Up darauf achtet, ölfreie Produkte oder solches in Puderform zu benutzen, spricht gemäss Dr. Kleeman nichts dagegen.

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