Die Redaktion testet Gesichtsbürstchen

Klare Sache, wenn Stars wie Hilary Swank oder Gwyneth Paltrow ein rotierendes vibrierendes Gerät in höchsten Tönen loben, lässt einen das hinhören. Ihren makellosen Teint verdanken sie angeblich den neuen elektrischen Gesichtsbürstchen. 

Ich bin anspruchsvoll, mag es aber möglichst natürlich, wenn es um mein Gesicht geht. Darum kam lange nichts anderes an meinen Teint ausser meinen sanften Händen und ein Produkt von Avène mit Thermalwasser zum Reinigen. Nun befasse ich mich als People-Expertin täglich mit Stars und VIPs und interessiere mich brennend für ihre Geheimnisse auch in Sachen Schönheit. Dass Hilary Swank, Sarah Jessica Parker, Naomi Watts, Kate Moss oder Gwyneth Paltrow, also Frauen in dem gewissen Alter wie ich es auch bin, gerade einem neuen Wunderding vertrauen, machte mich neugierig. Die neuen "Waschmaschinchen" musste ich ausprobieren. Ich habe die drei wichtigsten getestet. Hier meine Erfahrungen mit der Zukunft der Reinigung.

Clarisonic
© Clarisonic

Luxusprodukt und Nonplusultra in Sachen Reinigung und Hautgefühl

Clarisonic Mia 2, Fr. 189.–.

Nur 60 Sekunden pro Tag muss man investieren, um die schönste Haut seines Lebens zu bekommen, so  das Versprechen des Herstellers Clarisonic, der zur L`Oréal-Gruppe gehört. Das Beordere an der innovativen Technologie: Das Bürstchen dreht sich nicht nur in eine Richtung, sondern oszilliert, das heisst, es bewegt sich zusätzlich vor und zurück. Damit kann bis zu sechsmal mehr Make-up entfernt werden als von Hand. Genau das merke ich, nachdem ich zuerst mit den Fingern das Reinigungsgel feucht aufgetragen und 20 Sekunden lang jeweils die Stirn- und Kinnpartie und jeweils 10 Sekunden lang die Wangen bearbeitet habe. Das Gerät piept, wenn man eine Gesichtspartie wechseln soll und stellt sich nach einer Minute ab. Danach wäscht man Gesicht sowie Bürste mit klarem Wasser ab. Sogar Sensibelchen wie ich haben kein Problem, weil man den Bürstenkopf in verschiedenen Stärken (von normal bis delikat) erhält. Ich wende die Mia 2 eine Minute am Morgen und eine am Abend an – und meine Haut und ich strahlen! Kleine Unreinheiten waren nach 3 Wochen verschwunden, die Poren verfeinert, die Züge erscheinen mir entspannter. Ach ja, die Clarisonic ist wasserdicht, kann also auch unter der Dusche verwendet werden. Und nach einer Gesamtlaufdauer von 28 Minuten, muss sie ans Stromnetz, damit sie wieder einsatzbereit ist. 

Pro: Einfach zu bedienen, Frische-Effekt schon nach einer Anwendung spürbar, nach regelmässigem Gebrauch deutlich sichtbar, liegt gut in der Hand, klares Design.

Contra: Etwas höhere Anschaffungskosten, das Bürstchen muss frei liegen, um vollständig zu trocknen.

Fazit: Die etwas höhere Investition lohnt sich. *****

Olaz
© Olaz

Kleine Preis-Leistungs-Meisterin

Olaz Regenerist 3 Zone Reinigungssystem, Fr. 52.50.

Das Gerät kommt im Paket mit 2 Duracell-Batterien und einer Reinigungscreme. Da ich sehr empfindlich auf Veränderungen reagiere und nicht gern das Produkt wechlse, wenn ich erst eines gefunden habe, das ich gut vertrage, bleibe ich bei meinem Reinigungsgel. Das Bürstchen hat 4000 Nylonborsten und fühlt sich etwas härter an als die Clarisonic Sensitiv und ist kleiner, das gesamte Gerät filigraner. Es liegt sehr leicht und gut in der Hand, auch wenn es ob der geringeren Grösse ein wenig instabiler scheint. Das Bürstchen rotiert und mir fehlt die zusätzliche Schwingbewegung, die eine zusätzliche angenehme Massage war, ähnlich einer Lymphdrainage. Ich wende es am Abend an, und meine Haut fühlt sich ab Tag drei danach leicht gereizt an. Es ist, als würde jemand an meinem Gesicht zupfen und nicht sanft drüberstreicheln, sogar bei der niedrigeren von 2 Geschwindigkeitsstufen. Generell läuft die Anwendung wie gehabt: Gesicht und Bürste anfeuchten, Produkt auftragen, Reinigungsmaschinchen sanft auf Stirn, Kinn, Wangen kreisen lassen. Allerdings zähle ich hier innerlich mit bis circa eine Minute rum ist, da mich kein Signal auf die abgelaufene Zeit hinweist. Mein Tipp: Für zusätzliche Lymphdrainage sollten die Bewegungen von der Gesichtsmitte nach aussen ausgeführt werden. Das tut wirklich gut! Abschliessend Gesicht und Bürstenkopf mit warmem Wasser klären und den Bürstenkopf alle drei Monate austauschen (wie bei den anderen beiden getesteten Geräten auch). 

Pro: Preiswert, handlich und leicht und daher praktisch für die Reise.

Contra: Keine unterschiedlichen Bürstchen-Stärken zu haben, keine Zeitfunktion (man muss die Reinigungsminute selbst abschätzen), man hat das Gefühl, es strapaziere sensible Haut bei zu häufiger Anwendung.

Fazit: *** Gut für alle, die elektrische Gesichtsbürsten mal ausprobieren wollen und nicht zu viel investieren wollen. Tipp: z.B. nur jeden zweiten Tag verwenden.

Philips VisaPure
© Philips

Hübscher Kerl für Streicheleinheiten

Philips VisaPure, Fr. 199.90.

Der rosarote Zauberstab ist schlanker und länger als die anderen beiden und erinnert mich an eine Glacé-Tüte – fein! Da er keine Kurven hat, sondern zylinderförmig glatt ist, macht ihn das etwas weniger griffig und auch nicht ganz so einfach handzuhaben. Das starke Rotieren und Vibrieren des Bürstenkopfes ist gewöhnungsbedürftig. Zwar hat man danach ein extrem sauberes Gefühl – Make-up wird zehnmal gründlicher entfernt als manuell. Das Gefühl geht allerdings leicht in "meine Haut ist gereizt" über, vor allem, wenn man ihn allabendlich anwendet und obwohl ich die sanftere der 2 Reinigungsstufen einschalte. Da der Bürstenkopf nicht direkt auf dem Körper anliegt ist er frei beweglich und passt sich an die Gesichtskonturen an. Dieser 3-D-Effekt ist ein Plus und mit ein wenig Übung kommt man auch an die schwierigen Stellen etwa um die Nasenflügel gut ran. Da das Teil wasserfest ist, teste ich ihn einmal unter der Dusche, um auch meinem Dekolletee, das aus den Ferien an der Sonne ein paar kleine Unreinheiten mitgebracht hat, etwas Gutes zu tun. Nach einer Minute erinnert mich das Signal, dass es Zeit ist, aufzuhören mit der wohltuenden Prozedur.

Pro: Das schicke Design-Teil mach sich dekorativ im Badezimmer. Das Bürstchen gibt es in 2 Versionen – normal und sensitiv – und auch die Normal-Version streichelt die Haut mit sehr zarten Borsten. Durch die kleine Bürstchengrösse trocknet es schnell. Die Ladestation ist so konzipiert, dass die Bürste darin feucht kopfüber trocknen kann. Es ist sehr hochwertig verarbeitet mit Metalldetails, sodass er mich langlebiger dünkt. Arbeitet dreidimensional. 

Contra: Da der Stab ca. 25.5 Zentimeter lang ist, ist die Hand nicht sehr nahe am Gesicht, was die Ausführung erschwert. Der Aufsatz rotiert stark, darum sollte man nicht zusätzlich zu fest andrücken, sonst wird die Haut gereizt. Mir ist er zu gross, um ihn auf Reisen mitzunehmen.  

Fazit: ****Passt zu Ästhetinnen und Geduldigen, die sich Zeit geben, um die Kniffe in der Handhabe zu lernen.

Bewertung: *Oje, ** Naja, *** Mittelprächtig, **** Prima, *****Super

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