Guido Maria Kretschmer «Ich wollte nie etwas anderes machen»

In der Werbung, im Fernsehen, in Modegeschäften – überall, wo man hinsieht: Guido Maria Kretschmer. Der Designer verrät uns im Interview, welcher Duft ihn an seine Kindheit erinnert, was im Schrank keiner Frau fehlen darf und ob es bald eine Schweizer «Shopping Queen»-Ausgabe gibt.
Guido Maria Kretschmer
© Dukas

Designer Guido Maria Kretschmer

SI Style: Wer ist Guido Maria Kretschmer?
Guido Maria Kretschmer: Ein Mann aus Nordrhein-Westfalen. Geboren im Westfälischen, nicht weit von Warendorf, der ein Modemacher mit Fernsehambitionen ist.

Wussten Sie schon immer, dass Sie etwas mit Mode machen wollen?
Ich wollte immer Modedesigner werden. Ich wollte nie etwas anderes machen.

Welcher Duft erinnert Sie an Ihre Kindheit?
Ganz besonders «Mitsouko» von Gerlain, weil das nach meiner Oma gerochen hat. Es hiess immer «Das ist der Duft der Freiheit».

Wie hat sich Ihr Stil und Ihr Designprozess seit der ersten Kollektion verändert?
Es hat sich schon verändert. Ich habe ein sehr klassisch-elegantes Frauenbild gehabt und es wurde immer moderner. Aber ich bin trotzdem meinem Ursprungslook treu geblieben. So, dass ich sage «Eleganz ist der letzte Luxus unserer Tage».

Gefällt Ihnen ihre erste Kollektion von 2004 «Guido Maria Couture» heute noch?
Ja, die gefällt mir auf jeden Fall, weil ich genau weiss, was ich damals gedacht habe und was sie mir bedeutet hat. Ich würde sie vielleicht nicht mehr so in der Kombination machen, aber ich gehöre nicht zu den Menschen, die denken, dass es ist nicht mehr gut ist, nur weil es gestern war und sich heute anders anfühlt.

Könnten Sie durch Ihren Kleiderschrank in eine andere Welt reisen, wie sähe es dort aus?
Ich könnte überall hinreisen. Es sieht sehr lässig aus. Es ist eine Welt, in der es sehr warm ist und in der man sich wohlfühlt. Es sind auch Sachen dabei, die an meine eigene Vergangenheit erinnern, weil ich glaube, dass Textilien immer der Transporteur bzw. der Schlüssel sind, um sich Gefühle zurückzuholen, die man vielleicht schon vergessen hat. Also ich könnte in viele verschiedene Welten reisen, aber am ehesten eigentlich in eine südliche Welt.

Wer ist Ihr Lieblingsdesigner?
Ich bin ein grosser Fan von Valentino gewesen und werde das auch immer bleiben.

Wie beschreiben Sie Ihren persönlichen Stil?
Eher praktisch möchte ich sagen. Immer ein bisschen zu eng und immer sehr dunkel. Ich mag Uninformiertheit für mich sehr gern. Ich mag schmale Jacken, schmale Hosen, und bequeme Oberteile finde ich sehr gut. Strick ist sehr mein Ding.

In der Sendung «Shopping-Queen» kämpfen Sie bekanntlich für guten Stil. Was war bisher Ihr persönlicher, schlimmster Fashion-Fauxpas?
Ich habe einige gehabt. Ich war mal auf einer Silvester-Feier in England eingeladen und dachte, es wäre ein Kostümfest. Das war es aber nicht. Das fand ich nicht so schön.

Welches ist der Trend im Frühling/Sommer 2015?
Für mich sind es noch immer «Candy Colors». Diese Eisfarben, die in ihren schönen Kombinationen da sind. Und natürlich auch für mich ein ganz grosses Thema: «Folklore». Die Folklore-Prints finde ich super. Und Maxi-Kleider. 

Was darf im Kleiderschrank keiner Frau fehlen?
Ein guter BH, wenn man Busen hat. Ein toller Pullover, mit dem man sich ganz gemütlich fühlt. Ein aufregendes Kleid, in dem man ganz Frau ist.

Welcher weibliche Celebrity hat Ihrer Meinung nach den Titel Stilikone verdient und weshalb?
Ich finde Iris Berben hat definitiv Stil und hat den Titel verdient. Und ich würde auch sagen, dass Palina Rojinski einen ganz eigenen Style und Look hat, den ich sehr jung und modern finde. 

In Ihrer neuen TV-Show suchen sie die schönste Frau Deutschlands. Wann finden Sie jemanden schön?
Wenn das Aussen und das Innen gut zusammen geht. Wenn ich merke, dass dort nicht nur Hülle, sondern auch Fülle drin ist, dann bin ich schnell begeistert. Ansonsten bin ich da sehr breit aufgestellt. Es gibt so viele Möglichkeiten schön zu sein.

Hat sich Ihr Leben durch die Präsenz am TV stark verändert?
Mein persönliches Leben nicht, aber sicher mein Leben in der Öffentlichkeit. Das hat sich dadurch geändert, dass ich erkannt werde und nicht mehr so frei bin. Und seitdem ich Markenbotschafter für Actimel bin, sprechen mich die Leute ständig auf meine Frühstücksgewohnheiten an. Aber für mich persönlich in meinem Umfeld, nein.

Wird Ihnen der Rummel um Ihre Person manchmal zu viel?
Ja, es gibt Momente, in denen ich manchmal zu viel geküsst werde und denke «Oh Gott, jetzt möchte ich aber auch nicht mehr geküsst werden». Dann würde ich sagen: Ja. Aber ich empfinde dies als ganz besondere Wertschätzung und das ist Teil meines Lebens geworden.

Wen würden Sie gerne einkleiden?
Mich, gerne mal in Ruhe.

Wann gibt es eine Schweizer Ausgabe von Shopping-Queen?
Ich hoffe bald, weil ich ein grosser Schweiz-Fan bin und ich mich sehr über eine Schweiz-Ausgabe-freuen würde. Ich glaube, dass wir sehr eng miteinander verbunden sind.

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