Victoria's Secret braucht Hilfe Haben Engel wie Adriana Lima bald ausgedient?

Es ist wieder Anfang September. In New York flattern an der Seitenlinie der Fashion Week hunderte potentiell neue Engel in die Stadt. Die Damen müssen’s richten. Der US-Wäschehersteller hat ein paar Probleme. 

Es gibt verschiedenste Anzeichen für den nahenden Herbst. Die Blätter ändern ihre Farbe und in New York marschieren Anfang September im Sekundentakt überdurchschnittlich durchtrainierte (aber trotzdem noch ein mini-bisschen kurvige), von Kopf bis Fuss durchdesignte und sich für Fotografen perfekt inszenierende Schönheiten ein. Trotz substanzieller Image- und Geschäftsprobleme ist der Mythos von Victoria’s Secret 2018 noch nicht im Schatten der spätsommerlichen Hitze des Big Apples verdunstet. Noch zieht der Traum vom Engel-Dasein.

Dabei hat der US-Wäschehersteller ein Riesenproblem. Laut Forbes ist die Heimat der Funkel-Engel nur noch die Hälfte Wert. Nicht einmal eine Verlängerung der Sales-Periode habe das Ruder rumreissen können, heisst es in der Analyse. Andere kritisieren, der Konzern habe einfach die Zeichen der Zeit ignoriert – #BodyPositivity und #MeToo sind da nur zwei Beispiele.

Reale Frauen knabbern in den USA an den Engelsflügeln

Rollen wir das Feld mal kurz von hinten auf: Laut The Sun dürfen die beflügelten Damen einen maximalen Körperfettanteil von 18 Prozent nicht überschreiten. Einen Taillenumfang von über 60 Zentimetern? Schon fallen die Nachwuchs-Engel vom Himmel. Über-Engel Adriana Lima gab einst zu Protokoll, rund neun Tage vor der Show keine feste Nahrung mehr zu sich zu nehmen, um den Vorgaben entsprechen zu können. Die jungen Frauen trainieren und optimieren fleissig, um in die Schablone zu passen. Sie sollen ja auch durchtrainiert, aber leicht kurvig sein und eine total zugängliche Persönlichkeit haben.

Dass Models für Laufstege eher schmal sind, ist natürlich nichts Neues. Doch in Victoria’s Secrets Kerngeschäft legen andere Player zu. So setzt Konkurrent Aerie etwa auf den Claim #AerieREAL und stattet stinknormale Frauen in allen Variationen mit seinen Produkten aus. Das zieht. Die einfache Baumwollunterhose läuft dem Tanga den Rang ab. Das bringt Victoria’s Secret in die Bredouille. Was tun?

Gratisaufmerksamkeit dank Influencer-Models

Wie ein Blick auf die zum Casting einlaufenden Damen zeigt: Influencerinnen, die sich als Models nicht unbedingt einen Riesennamen gemacht haben, dafür hunderttausende bis Millionen Follower haben, sollens in Zusammenarbeit mit den traditionelleren Engeln, die längst mehr Celebrities als klassische Models sind, richten. Bis jetzt mussten sich die Damen ihr Ticket auf die VS-Bühne erst auf internationalen Runways erlaufen. Ab sofort liegen wohl auch Follower-Zahlen in der Waagschale. Von der Privatdokumentation des Engel-Abenteuers profitiert der Brand natürlich. Ob die Rechnung aufgeht? Ende November/Anfang Dezember (ein genaues Datum gibt es noch nicht) findet die nächste Show statt. 2017 erreichte die Show mit 10.8 Millionen so wenige Zuschauer wie noch nie. 

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