«Couture Privé» Saint Laurent kehrt zur Haute Couture zurück

Sechs Jahre vor seinem Tod, im Jahr 2002, entwirft Yves Saint Laurent seine letzte Haute Couture-Kollektion. Das französische Modehaus konzentrierte sich seitdem auf Prêt-à-Porter. Bis jetzt – denn Chefdesigner Hedi Slimane führt Saint Laurent Paris, wie das Label seit 2012 heisst, zurück in die Welt der Haute Couture.
Saint Laurent Couture

Die Saint Laurent Couture Kampgane wurde im neu renovierten «Couture House of Yves Saint Laurent» aufgenommen.

Yves Saint Laurent revolutionierte mit seinem ästhetischen Ansatz das Bild der Damenmode in den 1960er-Jahren. Er war der erste Haute Couture-Designer, der eine tragbarere und preiswertere Prêt-à-Porter-Linie schuf. Für die 1966 entstandene Zweitlinie Saint Laurent Rive Gauche eröffnete er sogar eine eigene Boutique in Paris, was damals einer kleinen Sensation glich. Pierre Bergé, langjähriger Lebenspartner von Yves Saint Laurent, sagt in seinem Buch «Saint Laurent Rive Gauche: Fashion Revolution» über ihn: «It was the first time a great couturier had designed ready-to-wear and given it as much thought as haute couture... By opening a boutique separate from his fashion house, Saint Laurent was actually performing a revolutionary act, moving away from aesthetics into the social arena. It was a manifesto.»

Yves Saint Laurent
© Getty Images

Yves Saint Laurent vor seiner Pariser Boutique im Jahr 1966. Das Model trägt einen Rock und ein Oberteil seiner Prêt-à-Porter-Kollektion.

Hedi Slimane steht seit März 2012 an der Spitze von Saint Laurent. Sein glamouröser Glamrock-Stil, der bis heute nicht nur positive Kritiken hervorbringt, geht eigentlich wieder auf die Herangehensweise Yves Saint Laurents zurück, der mit seiner ready-to-wear-Kollektion ebenfalls die Pop- und Jugendkultur auf dem Laufsteg aufleben liess. Slimane hielt sich bisher aber fern von der Welt der Haute Couture. Bis jetzt. Denn mit seinem neuen Konzept «Couture Privé» im Rahmen des «Reform Project» kreiert der französische Modedesigner eine ganz eigene Form der Couture. Anders als z.B. Chanel oder Dior präsentiert er seine Kreationen nicht während den Modewochen, sondern designt nur für ganz spezielle Aufträge und Freunde des Hauses. Der Designer entscheidet selber, wann oder für wen er entwirft. Exklusiver geht es kaum. Wir sind gespannt!

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