5 Minutes with ... Stella Jean, Modedesignerin

Die italienische Designerin mit haitianischen Wurzeln Stella Jean durfte an der letztjährigen Fashionweek in Mailand im Armani Teatro erstmals ihre farbenfrohen Entwürfe einem breiten Publikum zeigen. Mit weiblichen Silhouetten, wilden Afrikaprints und fair Produzierten Accessoires hat sie sich im Mode-Jungle einen Namen gemacht. Uns erzählt sie mehr zu Haiti, modernen Frauen und wo sie in Rom am liebsten Pasta isst.
Stella Jean Frühling/Sommer 2014
© Andrea Benedett

Stella Jean, Modedesignerin des gleichnamigen Labels.

Stella Jean verbindet unterschiedliche Kulturen zu einem spannenden Mix. Für einen Teil ihrer Stoffe, Accessoires und Schmuckstücke arbeitet sie mit der «Ethical Fashion Initiative», einem weltweitem Programm von ITC (International Trade Centre) zusammen. Die Organisation unterstützt Frauen in Afrika und Haiti, in dem sie erfolgreiche Modedesignerinnen wie Stella McCartney, Vivienne Westwood oder Ilaria Venturini Fendi mit dem lokalen Handwerk vernetzt und die Umsetzung sowie die Produktion managt. 

SI Style: Was bedeutet Mode für Sie?
Stella Jean: Ich bin in einer multikulturellen Familie in Italien während den 80er Jahren aufgewachsen. Diese nicht immer einfache Erfahrung hat mich geprägt. Mode gab mir die Möglichkeit meine beiden Seiten auszuleben. Sie ist meine Art zu kommunizieren und unterschiedliche Welten und Traditionen zu verschmelzen. 

Was für ein Typ Frau trägt Stella Jean?
Eine unabhängige, unternehmenslustige und neugierige Frau, die sich kontinuierlich weiterentwickelt. Ich möchte eine neue Philosophie, eine Mischform von verschiedenen Kulturen erfinden, die es ermöglicht, überall hinzureisen, ohne zu vergessen, woher man kommt. 

Was steckt hinter Ihrem Slogan «Wax and Stripes Philosophy»?
Meine persönliche Geschichte, meine Wurzeln und mein Hintergrund. Ich habe entschieden, die zwei Kulturen durch einen ganz persönlichen Materialmix zusammenzuführen. Die Streifen stehen für das klassische Herrenhemd meines Vaters, das die europäischen Wurzeln symbolisiert. Der leicht gewachste Baumwollstoff mit afrikanischem Muster steht für Haiti, die erste unabhängige schwarze Republik der Welt, den Geburtsort meiner Mutter.

Die Modebranche ist eine eher kurzlebige Branche, kommt das einer ethischen Einstellung nicht in die Quere? 
Nein, das denke ich keinesfalls. Die grossen Modehäuser treten heutzutage oft einen Schritt zurück und lenken einen Teil ihrer Produktion in eine ethisch faire Richtung.

Ihre Kollektion ist immer sehr farbenfroh und zeigt viele Muster. Entwerfen Sie die afrikanischen Drucke selber?
Die Drucke kommen nicht aus Afrika, sie sind viel eher ein Symbol für den schwarzen Kontinent. Einen grossen Teil davon entwerfe ich selber. 

Was ist an Ihnen typisch italienisch, was haitianisch?
Humor ist ein ausgeprägter Charakterzug, ich lache oft und gerne, auch wenn es mir mal nicht so gut geht, sehe ich immer das Positive. Ich würde sagen, dass das ein Aspekt ist, der beide Kulturen vereint.

Sie leben mit Ihrer Familie in Rom. Ihre Tipps?
Den Park «Il Giardino degli Aranci» liebe ich, im Restaurant «La Villa» esse ich oft und die Schmuckboutique «Lucia Odescalchi» kann ich sehr empfehlen.

Die Entwürfe der italienischen Designerin gibt es im Number 2 und Trois Pommes The Store in Zürich. 

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