5 Minutes with ... Empire of the Sun, Musiker

Mit der Single «We are the People» gelang dem australischen Pop-Duo Empire of the Sun 2008 der Durchbruch. Ihr Debütalbum «Walking on a Dream» verkaufte sich weltweit über 1 Million Mal. 5 Jahre später melden sich Luke Steele und Nick Littlemore mit «Ice on The Dune» zurück. Dafür haben sich die beiden nicht nur eine fantasievolle Geschichte einfallen lassen, sondern knüpfen mit feinstem Elektro-Pop und atmosphärischen Synthie-Sounds problemlos an vergangene Erfolge an. SI Style traf die beiden – welche nie gemeinsam auf der Bühne stehen und nur selten zusammen zum Interview erscheinen – zum Gespräch. 
Empire of the Sun Ice on the Dune
© Universal Music

Empire of the Sun: Nick Littlemore und Luke Steele

SI Style: 5 Jahre ist eine lange Zeit. Wie schwierig war es an den unglaublichen Erfolg des Debütalbums «Walking on a Dream» anzuknüpfen?
Luke Steele: Das erste Album war ein ziemlich schneller Prozess. Die Produktion war leicht und ungezwungen – ohne grosse Anstrengung. Wir verspürten damals keinen Druck. Natürlich wollten wir immer erfolgreich sein mit unserer Musik, aber wir wussten nicht was dieses Album auslösen würde. Beim zweiten Mal wollten wir uns genug Zeit lassen.

Kam der Erfolg damals völlig unerwartet?
Nick Littlemore:
Ja, wir waren ziemlich überrascht. Wir freuen uns natürlich darüber, dass unsere Musik weltweit so gut ankommt. Wir können uns aber auch nicht darauf verlassen, dass es immer so weitergeht. Wir versuchen einfach immer unser Bestes zu geben. 

Das neue Album «Ice on the Dune» spielt in einer weit entfernten Zukunft. Es handelt von dem Imperator (Luke) Steele, welcher gemeinsam mit einem Propheten (Nick) und vier Priestern dafür sorgt, dass die Welt im Gleichgewicht bleibt – bis der König der Schatten ihn seiner Macht beraubt. Wie kommt man auf solche filmreifen Ideen?
Nick: Wir haben uns von dem Reichtum und der Sinneslust des Lebens inspirieren lassen. Wir wollten das Konzept des ersten Albums weiter ausbauen und eine richtige Geschichte erzählen. Imagination ist aus meiner Sicht das Einzige, was die Menschheit retten kann. Es ist wichtig, einen kindlichen Blick auf die Welt zu haben und seiner Vorstellungskraft Raum zu lassen. Nur positive Gedanken können diese oberflächliche Welt besser machen. 

Luke: Unsere Zukunft sieht wunderschön aus. Es gibt weder Kriege noch Religion. Wir haben eine Welt geschaffen, in der es nur noch Glück und Freude gibt. 

Was bedeutet «Ice on the Dune»?
Nick: Für mich bedeutet es, dass zwei völlig unterschiedliche Aspekte aufeinandertreffen. Egal ob heiss oder kalt oder Luke und ich - es geht um zwei Menschen die sich treffen um etwas Neues zu erschaffen. 

Was war bei der Album-Produktion wichtig?
Luke: Wir machen Musik mit echten Instrumenten, wir sind keine Laptop-Band! Es ist wichtig, dass die Leute das wissen. Unser Equipment, mit welchem wir arbeiten, hat Charakter und Persönlichkeit, die Sounds kommen nicht aus dem Computer. 

Nick: Der Produktionsprozess war dieses Mal sehr speziell, da wir nicht in einem einigen Studio produziert haben. Luke lebte in Los Angeles und ich in New York, wir sind also ständig rumgereist und haben an verschiedenen Orten gearbeitet. Teilweise war es ein wenig wie Sternenguckerei. Du wartest darauf, dass irgendetwas passiert, weisst aber nicht wann genau das sein wird. Wir mussten uns erst ein passendes Umfeld schaffen und konnten das Puzzle nicht an einem einzigen Ort zusammenfügen. 

Innerhalb Ihrer Band-Mythologie ist Luke der Imperator und Nick der Prophet. Gibt es eine klare Rollentrennung? 
Nick: Luke und ich teilen das Meiste. Wir wollen experimentieren und tauschen deshalb auch oft unsere Rollen. Luke ist der Imperator weil er die Stimme der Band ist. 

Luke: Für uns ist Empire of the Sun vielmehr eine gemeinsame Reise als ein Band-Projekt. Man kann es auch mit einem Restaurant vergleichen: man braucht einfach die richtigen Zutaten und dann funktioniert es. 

Und welches sind die richtigen Zutaten?
Nick: In unserem Fall sind das die Farben – wir prallen in Farben aufeinander. So absurd das klingen mag, aber es scheint ganz gut zu klappen. 

Luke: Wir kennen uns seit unserer Kindheit, haben aber nie gemeinsam Musik gemacht. Eines Tages haben wir uns durch einen Bekannten in einer Bar getroffen und später einfach losgelegt. Ich komme eher aus der Country- und Blues-Ecke, Nick machte schon immer Dance-Musik. Zusammen entsteht so ein neuer Sound der offensichtlich ganz gut funktioniert. 

Auf Tour gehen Sie trotzdem nie zusammen. Nick hat noch nicht mal einen einzigen Gig gesehen. Das ist eher ungewöhnlich, oder?
Nick: Auf den ersten Blick scheint es vielleicht ungewöhlich. Aber Luke ist nunmal der geborene Künstler und ich tüftle lieber an neuer Musik. Das war schon immer so. Als Teenager hatte ich kein grosses Selbstvertrauen und verkroch mich lieber alleine in meinem Zimmer als mit anderen Leuten abzuhängen. Ich werde mir aber sehr bald einen Auftritt anschauen - ich bin schon sehr gespannt!

Empire of the Sun spielen heute Abend um 23.20 Uhr auf dem Heitere Open Air in Zofingen.

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