5 Minutes with ... Jake Bugg, Musiker

Mit 14 komponierte er seine ersten eigenen Songs. Fünf Jahre später tritt der britische Sänger Jake Bugg souverän an Konzerten auf, als hätte er nie etwas anderes gemacht. 
Jake Bugg mit Gitarre
© Universal Music

Der 19-jährige Singer Songwriter Jake Bugg.

SI Style: Wie feierten Sie Ihren letzten, also den neunzehnten, Geburtstag?
Jake Bugg: Mit meinen besten Freunden auf einer Party im Londoner Stadtteil Shepherd's Bush. Es herrschte eine nette, entspannte Atmosphäre.

Was war Ihr erstes bewusstes Erlebnis mit Musik? 
Das war, als ich eine Episode der Simpsons schaute. Es lief das Stück «Vincent» von Don McLean. Ich dachte mir, «wow, was ist das für ein toller Song!» Dann zeigte mir mein Onkel ein paar Griffe auf der Gitarre. Damals war ich etwa 12. Zwei Jahre später schrieb ich meine ersten eigenen Songs.

Welche war die erste CD, die Sie sich kauften?
Buddy Holly.

Erinnern Sie sich an den Moment, als Sie zum ersten Mal Ihre Stimme am Radio hörten?
Oh ja, sehr gut sogar. Die Töne überschlugen sich, und es klang furchtbar. Seither schalte ich nie, nie wieder das Radio ein! Ich höre mir meine Lieder im Studio an, wenn wir aufnehmen. Doch sobald sie draussen in der Welt sind, gehören sie nicht mehr mir.

Was ist Ihre früheste Kindheitserinnerung?
Es muss mein dritter Geburtstag gewesen sein. Meine Mutter schenkte mir ein Malbuch und ein gelbes Glacé. Es war das erste Eis, das ich je gegessen habe. Das war grossartig!

Welchen Moment würden Sie gerne nochmals erleben?
Es geht mir oft so, dass ich den Moment selbst nicht genug bewusst erlebe. Erst im Nachhinein, wenn ich darüber nachdenke, kann ich ihn wirklich geniessen. Ich möchte aber nicht in der Vergangenheit feststecken, sondern auf die Zukunft fokussieren.

Wann stehen Sie morgens normalerweise auf?
Es gibt keine Routine. Manchmal ist es sechs Uhr in der Früh, manchmal sogar drei in der Nacht, wenn ich einen Flieger erwischen muss. Heute war es vierzehn Uhr. Aber wenn ich wählen könnte, würde ich am liebsten jeden Tag um sieben Uhr aufstehen, ohne müde zu sein, und dann vom ganzen Tag profitieren können. Leider ist das noch nie passiert.

Welche Musik hören Sie, bevor Sie einschlafen?
«Voices» von Vangelis ist ein grossartiges Album für die Zeit vor dem Einschlafen. Und Jean Michel Jarre.

Träumen Sie manchmal von Musik?
Nein. Ich habe noch nie in meinem Traum Musik gehört oder gemacht. Wahrscheinlich, weil ich meinen Traum lebe (zwinkert mit dem Auge). 

Was tun Sie normalerweise vor einem Gig?
Ehrlich gesagt, mache ich gar nichts ausser ein paar Tassen Tee trinken. Niemals Alkohol – das ist für nach dem Auftritt.

Wären Sie gern in einer anderen Zeit geboren?
Nein, weil dann könnte ich nicht X-Box spielen.

Was mögen Sie an unserer Zeit?
Es gibt ganz viel tolle Musik, die unterschiedlichsten Richtungen. Und eine Menge verrückter Mode. Aber vielleicht war das schon immer so. Ich denke nicht so oft über diese Dinge nach. Ich nehme es einfach so, wie es ist, und mache das Beste daraus.

Wenn Sie einen Tag mit einer Person Ihrer Wahl verbringen könnten, wer würde das sein?
Mh… Darf er schon tot sein? Dann Jimi Hendrix.

Und eine Nacht?
Das ist aber eine freche Frage! Jimi Hendrix (lacht).

Wo verbrachten Sie Ihre letzten Ferien und wie lange dauerten sie? 
Ich hatte noch nie Ferien. Das Album nahmen wir in Malibu auf. Das war natürlich erfrischend, mit Sonnenschein und Strandnähe. Aber es fühlte sich nicht wie Urlaub an. Ende Mai hatte ich ein paar Tage frei, die ersten seit etwa zwei Jahren. Zuerst ging ich nach Clifton, meinem Heimatort, und traf ein paar Freunde, dann noch ein paar Tage nach Südfrankreich.

Wann weinten Sie zum letzten Mal?
(Denkt länger nach.) Ich würde es Ihnen ehrlich erzählen, aber ich kann mich wirklich nicht daran erinnern. Das heisst wohl, wenn ich es nicht mehr weiss, dass es wieder mal an der Zeit wäre…

Denken Sie über Ihre Zukunft nach und machen Sie sich Sorgen?
Natürlich denke ich darüber nach! Zu grosse Sorgen mache ich mir aber nicht, das bringt nichts.  Aber es ist gut, die Zukunft vor Augen zu halten.

Was möchten Sie noch erreichen?
Erfolg zu haben, bedeutet für mich, mit Musikmachen meine Rechnungen bezahlen und komfortabel leben zu können. Ich habe somit schon viel mehr erreicht, als ich jemals gedacht hätte.

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