Zeitgeist Dennis Ledergerber

Der Jung-regisseur Aus Rorschacherberg über «jackass», Surfen und Samurai-kampf, den «König der Löwen» und bissige Hunde.
Dennis Ledergerber, Zeitgeist
© Elisabeth Moch

Dennis Ledergerber

SI Style: Wie hoch war Ihr erster Stundenlohn?
Dennis Ledergerber: Fünf Franken. Ich sparte für einen Compi mit DVD-Laufwerk.

Wie feierten Sie Ihren 20. Geburtstag?
Ich steckte mitten im Dreh von «Zu Fall bringen». Meine Familie und die Filmcrew schmissen eine Überraschungsparty. Am nächsten Tag stand ich halb betrunken auf der Landebahn des Zürcher Flughafens, um Flugzeuge zu filmen.

Ihre frühe Kindheit verbrachten Sie in Santa Monica, Kalifornien. Können Sie sich daran erinnern?
Ich erinnere mich sehr gut daran, wie ich immer wieder versucht habe, mit Ketchup, Kieselsteinen und Seife den Hund meines Onkels zu vergiften, weil er meine kleine Schwester mehrmals gebissen hatte.

Trafen Sie mal einen Hollywood-Star?
Nein.

Welches war Ihr erstes Kinoerlebnis?
Ich glaube, das war «König der Löwen».

Wann entdeckten Sie Ihre Liebe zum Film?
Als «Jackass» die Schweiz erreichte. Da war ich ein Teenager und hatte – so wie alle anderen Teenager – nichts Besseres im Kopf, als die Mutproben nachzuahmen und die Filme auf Myspace hochzuladen.

Mit wem würden Sie gern einen Tag verbringen?
Mit Robert Rodriguez, dem Macher von «Desperado», als Regie-Assistent.

Und eine Nacht?
Mit Robert Rodriguez, dem Macher von «Sin City», als Saufkumpel.

Wie viele Ferien gönnen Sie sich?
Gönnen ist ein grosses Wort. Ferien ergeben sich bei mir.

Was tun Sie als Erstes nach dem Aufstehen?
Kaffee aufsetzen. Duschen. Kaffee trinken. Rauchen.

Womit verplempern Sie gern Zeit?
Mit Fernsehen: «South Park», Adam-Sandler-Filmen, Teleshopping, Kochsendungen.

Was wollen Sie noch erreichen?
Ein Haus am See.

Was wollen Sie noch lernen?
Jagen, surfen, Samurai-Kampfkunst, metzgern, schreinern und Gitarre spielen.

Was schieben Sie auf die lange Bank?
Die oben genannten Dinge.

Was schätzen Sie an unserer Zeit?
Die moderne Technik und Kommunikation. Wäre ich vor fünfzig Jahren geboren, hätte ich wohl keine Kinofilme drehen können. Die heutige Technik macht die Produktion finanzierbar, moderne Kommunikation ermöglicht deren Vermarktung.

Wie lange haben Sie Klinken poliert, bis die Finanzierung von «Himmelfahrtskommando» stand?
Als ich noch glaubte, ich brauche 3,5 Millio­nen Franken dafür, suchte ich ein Jahr lang erfolglos nach Sponsoren. Ich entschied mich dann für eine Low-Budget-Version. Es dauerte drei Monate, bis alles finanziert war.

Wie lange haben Sie insgesamt an dem Projekt gearbeitet?
Über einen Zeitraum von vier Jahren.

Wie lange hätten Sie gern daran ­gearbeitet?
Zwei Jahre wären mir lieber gewesen.

Wie lange dauert eine Himmelfahrt?
4 Minuten 29 Sekunden. So lange dauert der Song «Ten Cent Pistol» von The Black Keys – dazu Wodka und Wasserpfeife.

Dennis Ledergerber, 25, konnte für ­seinen zweiten Spielfilm, «Himmelfahrtskommando» (Kinostart 21. März), die Schweizer Schauspielergarde anheuern – ohne Gagen! visualartsgmbh.ch, himmelfahrtskommando.ch

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