Zeitgeist Marc Forster

Der Regisseur über Brad Pitt, der ihm ein ­Drehbuch schickte, über Helden, ungezählte Ferientage, LaoTse und eine Super-8-Kamera.
Illustration von Marc Forster
© Elisabeth Moch

SI Style: Der Start von «World War Z» hat sich um Monate verzögert. Etliche Überarbeitungen ­waren nötig, es gab allerhand Zwischenfälle. Wie fühlen Sie sich jetzt, da der Film endlich ins Kino kommt? 
Marc Forster: Befreit.

Wann war klar, dass Brad Pitt mit von der Partie sein wird? Was bedeutet Ihnen das?
Als er mir das Buch von Drehbuchautor Max Brooks zuschickte. Ich wollte schon immer mit Brad Pitt arbeiten.

Das Werk handelt vom Versuch, eine tödliche Zombie-Pandemie zu verhindern. Dem Protagonisten Gerry Lane bleiben neunzig Tage, um ein Gegenmittel zu finden. Was hat es mit dieser Zeitspanne auf sich?
Sie ist eine Projektion und imitiert eine tickende Uhr, was mehr Spannung erzeugt.

Wie lange haben Sie am Film gearbeitet?
Zwei Jahre.

Wer ist Ihr immerwährender Held? Ihre Heldin?
Helden und Heldinnen verändern sich mit der Zeit und entwickeln sich immer wieder von Neuem. Sie sind eine Widerspieglung unseres Bewusstseinszustandes.

Was war Ihre erste Begegnung mit dem Medium Film?
Als meine Mutter uns als Kinder filmte mit ihrer Super-8-Kamera und ich den Film wechseln durfte.

Wann wurde Ihnen klar, dass Sie Regisseur werden wollten? 
Als ich ungefähr vierzehn oder fünfzehn war.

Was war Ihr bislang grösster Triumph? Welchen Moment würden Sie gerne nochmals erleben? 
Ich kann meine eigenen Triumphe schlecht messen. Es gibt zahlreiche Momente, die ich gerne wieder aufleben lassen würde.

Wie hoch war Ihr erster Stundenlohn, und wofür erhielten Sie ihn?
Fünfzehn Franken, als ich auf dem Bau bei einem Freund meiner Eltern gearbeitet habe.

Was ist Ihre früheste Erinnerung?
Licht.

Hätten Sie lieber in einer anderen Epoche gelebt?
Ich bin dankbar, im Jetzt sein zu dürfen.

Mit wem möchten Sie einen Tag verbringen? 
it dem chinesischen Philosophen Laotse. 

Und eine Nacht?

Ein Gespräch mit Laotse könnte durchaus bis in die späten Nachtstunden andauern.

Wann haben Sie letztmals geweint?
Ich weine öfter, merke mir allerdings nie die ­Daten.

Wie viele Wochen Ferien gönnen Sie sich?
Das ist jedes Jahr verschieden, ich habe sie aber noch nie gezählt.

Wann ist Ihnen langweilig?
Nie.

Womit verplempern Sie Zeit?
Im Bett liegen zu bleiben und einfach nicht aufzustehen.

Was ist am längsten in Ihrem Besitz?
Fotos aus meiner Kindheit.

Wann vergessen Sie Ihre guten Manieren?
Habe ich gute Manieren?

Was wollen Sie noch lernen?
Es gibt noch so vieles zu erforschen und ­zu lernen. Etwa aufzuwachen und mit offenem Herzen in jedem gelebten ­Moment wahr und aufrichtig zu existieren.

 

Marc Forster, 43, ist der Schweizer Regisseur und Drehbuchautor in Hollywood. Sein neuestes Werk «World War Z» läuft seit 27. Juni bei uns in den Kinos. Für Horror- und Action-Fans. worldwarzmovie.com

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