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Rea Garvey «Wer weiss, was die Zukunft bringt»

Als Frontmann und kreativer Kopf der deutschen Pop-Gruppe Reamonn wurde Rea Garvey bekannt. Als sich die Band 2010 auflöst, beschliesst der charmante Ire alleine weiterzumachen. Nächste Woche spielt er anlässlich des «Mountain Jam» am 4. April in Engelberg. Vorher reden wir mit ihm über seine Musik, Stolz, das Leben und die Liebe.
rea garvey kommt mit neuem album pride
© Universal Music

Das neue Album «PRIDE» von Rea Garvey erscheint am 2. Mai 2014. 

SI Style: Obwohl Ihr neues Album «PRIDE» erst Anfang Mai erscheint, wollten Sie jetzt schon auf Tour. Was drängt Sie denn so sehr?
Rea Garvey:
 Ich war ein Jahr unterwegs, habe Songs geschrieben und aufgenommen. Jetzt wollte ich so schnell wie möglich zurück auf die Bühne sie live performen. Das Album hätte eigentlich schon längst draussen sein müssen, aber dieses Mal ging es länger als geplant, für mich war es das Schwierigste bisher. Gleichzeitig hat es mir sehr viel Kraft gegeben. 

Sind Sie zufrieden mit dem Resultat?
Und wie! Meiner Meinung nach sind es die besten Texte, die ich bis dato geschrieben habe. Und nicht, weil ich mich mehr konzentriert habe als sonst oder ich jetzt viel erfahrener bin als früher, sondern einfach weil mich die Inhalte nicht los liessen, bis alles so war wie ich mir das vorstellte. 

Stehen Sie lieber auf der Bühne als monatelang im zu Studio arbeiten? 
Nein. Aber es kommt immer ein Punkt, wo das eine das andere ablöst. Wenn ich lange genug im Studio war weiss ich irgendwann: Jetzt hast du genug Songs geschrieben, es ist Zeit an die Öffentlichkeit zu gehen! Und umgekehrt empfinde ich wenn ich lange auf Tour bin.

Sie schreiben und komponieren alles selber. Gibt es Momente, in denen Ihnen der Austausch mit einer Band fehlt?
Als Komponist ist es wichtig, sich mit vielen unterschiedlichen Leuten auszutauschen. Es hilft mir, mich weiterzuentwickeln. Auch während meiner Zeit bei Reamonn habe ich immer wieder Stücke mit anderen zusammen geschrieben, z.B. «Throug the Eyes of a Child». Reamonn war ein grosser Teil von mir und ich könnte nicht glücklicher sein mit dem, was wir geschaffen haben. Doch ich geniesse die Zeit als Solo-Küstler sehr. Es fühlt sich natürlich und richtig an. Wer weiss, was die Zukunft bringt.

Nach «Can’t Stand the Silence» kommt jetzt mit «PRIDE» Ihr zweites Werk als Solist. Wie stolz sind Sie selber darauf?
Ich bin sehr stolz, dass mir der Titel «PRIDE» einfiel (lacht). Wie gesagt war es ein sehr schwieriges Album. Ich musste einige Runden drehen, bis es endlich richtig klang. Vor allem bin ich stolz auf zwei Sachen: Erstens, ich habe es geschafft! Zweitens: Die Art und Weise, wie ich zu Hause in Irland gelernt habe, Geschichten zu erzählen, ist sehr deutlich zu hören. Das Ganze gibt einen tiefen Einblick in meine musikalischen Wurzeln und Einflüsse. 

Zum ersten Mal ist auch ein Banjo-Riff zu hören. Akustikgitarre und Banjo spielen eine wichtige Rolle. Wie kam es dazu?
Ehrlich gesagt war es ein Experiment, das tatsächlich das ganze Album komplett verändert hat. Ich war nicht sicher, wie weit ich mit dem Banjo gehen kann. Für mich ist es das perfekte Instrument, es bringt die Wahrheit hervor. Ich liebe die Engerie, welche dadurch in den Liedern mitschwingt. Ed, der das Banjo im Studio spielt, habe ich gleich mit auf Tour genommen. 

Ihre Musik wird dem Pop-Rock zugeordnet. In der Vergangenheit tauchten aber auch immer wieder Technoklänge in Ihren Songs auf. Was mögen Sie am Techno?
Ich mag elektronische Musik. In Dublin habe ich Klubs geführt, in welchen sie gespielt wurde. Die «echte» Szene versammelte sich aber immer erst in den frühen Morgenstunden in leeren Häusern, nachdem die Klubs schon längst geschlossen waren. Das hat mich inspiriert. Diese Musik kann Emotionen freilassen. Das vermag nicht jedes Genre. Ich bin dankbar, mit Leuten wie Andy Chatterly zu arbeiten, welche Sounds kreieren, die meiner Musik schmeicheln. 

Spätestens seit «The Voice of Germany» kennt Sie jeder als sympathischen Coach und als Künstler, der gerne den Kontakt zu seinen Fans sucht. Sind Sie auch mal sauer oder schlecht drauf?  
Absolut. Mein Leben ist nicht immer einfach. Ich bin oft weg von Zuhause und vermisse meine Liebsten. Aber ich bin jeden Tag dankbar. Alles andere wäre eine Beleidigung denjenigen gegenüber, die ein viel härteres Leben als ich haben. Jammern ist negativ und nicht kreativ, und natürlich passiert es auch mir ab und zu, aber in solchen Momenten halte ich selber nicht viel von mir. Meine Eltern haben acht Kinder grossgezogen, hatten kaum Geld und genug Gründe, um sich zu beschweren, aber sie taten es nicht. Sie haben immer weitergemacht, und das ist auch meine Einstellung. 

Ihre Frau inspirierte Sie etwa zu «Supergirl» oder «Wild Love». Wie gross ist ihr Einfluss heute?
Meine Frau inspiriert mich täglich. Diesmal spielt das Leben allerdings eine grössere Rolle als die Liebe. 

Ich persönlich habe «Supergirl» und «Josephine» bestimmt tausend Mal gehört. Spielen Sie die alten Songs heute noch live?
Ich habe «Supergirl» letztes Jahr seit langem wieder mal auf einer Party gespielt. Es hat mir grossen Spass gemacht. Die Leute kannten Wort für Wort auswendig, das ist schon sehr speziell. Jetzt bin ich erstmal damit beschäftigt, mein neues Album «PRIDE» zu spielen. 

Neues Album Pride von Rea Garvey
«PRIDE» by Rea GarveyDas neue Album «PRIDE» kann ab sofort bei iTunes vorbestellt werden.CHF 16.00Jetzt kaufen

Wir verlosen 2x3 Tickets für das «Mountain Jam» am 4. und 5. April in Engelberg. Teilnahmeschluss ist der 1. April 2014. Viel Glück!

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