Bianca Gubser «Von jetzt an trage ich keinen Pelz mehr»

Ihren Namen kennt man aus den Klatschspalten. Jetzt versucht sich Model Bianca Gubser als Unternehmerin. Ein offenes Gespräch am heimischen Esstisch.
Bianca Gubser
© Joelle Neuenschwander

Bianca Gubser studierte Fashion Business am Instituto Marangoni in Paris und London. Kleid Victoria Beckham.

Donnerstag, neun Uhr. Wir läuten. Bianca Gubser, 26, ungeschminkt, das Haar noch leicht zerzaust, bittet uns herein, führt uns ins Wohnzimmer, nippt an ihrem Kaffee. Sie sei erst gerade aufgestanden, meint sie, und entschuldigt sich für das «Puff». Puff? Bitte wo? Zürichs liebstes Society-­Girl ist erwachsen geworden. Die Villa von Stiefvater Jürg Marquard hat sie gegen eine – übrigens sehr ordentliche – Wohnung an bester Zürcher Innenstadtlage getauscht. Und abgesehen von ihrer Verlobung mit Ahmet Keyman, 30, die doch für Schlagzeilen sorgte, lesen wir Biancas Namen heute hauptsächlich abseits der Klatschspalten. Zusammen mit der Deutschen Nicole Frank, 38, hat sie soeben ein veganes Modelabel lanciert, The No Animal Brand. Peta­zertifiziert. Von einer Frau, die schon in jungen Jahren gern in Pelz gehüllt und mit exotischem Leder am Arm auftrat, kommt das überraschend. Ein Grund, das Bild des Society-­Girls und Models zu hinterfragen.

SI Style: Vom Jetset­- und Partygirl zum international gebuchten Model zur verlobten Geschäftsfrau: Wird Bianca Gubser jetzt sesshaft?
Bianca Gubser: Ach, in dieses sogenannte Jetset-­Leben bin ich doch irgendwie reingerutscht. Ich habe während meiner Ferien halt Freunde besucht, und das an tollen Orten, die mir gut gefallen. Wenn die Leute das als Jetset bezeichnen, dann ist das halt so. Dass ich meine Homebase zurück nach Zürich verlegt habe, hatte vor allem damit zu tun, dass es meinem Vater gesundheitlich nicht gut ging. Da mein Verlobter ebenfalls in Zürich zu Hause ist, wird unser Lebensmittelpunkt vorerst sicherlich hier bleiben.

Sie lancierten 2014 ein Modelabel. Wie kam es zu The No Animal Brand?
Meine Geschäftspartnerin Nicole Frank habe ich beim Modeln kennengelernt. Vor rund zwei Jahren gründeten wir die Shades New York GmbH, um The No Animal Brand, kurz The NAB, ein veganes Modelabel, aufzubauen. Die Preise sind leistbar: von 70 bis 290 Franken.

Wie kommt jemand wie Sie – als Pelzträgerin bekannt – dazu, vegane Kleider zu entwerfen?
Ich selber lebe nicht vegan, und es war mir wichtig, dies auch von Anfang an zu kommunizieren. Der Vegan­-Trend bietet aber interessante Geschäftsmöglichkeiten.

Dann verzichten Sie weder auf Fleisch noch auf Fell?
In meinem Kleiderschrank hängen Lederhosen, und ich esse Fleisch und Fisch. Es ist aber schon so, dass mir durch die intensive Auseinandersetzung mit der Materie die Augen geöffnet wurden. Zumindest von jetzt an wird man mich also nicht mehr im Pelzmantel antreffen.

Bianca Gubser The No Animal Brand
© Joelle Neuenschwander

Vom Entwurf zum Prototyp: Vegane Handtasche in Schlangenoptik von The NAB.

Und wie sieht das bei Ihren Freun­dinnen aus? Kleidet sich die Jeunesse dorée bald nur noch vegan?
Ich habe keine Marke für mein privates Umfeld lanciert, fände es aber natürlich toll, wenn meine Freundinnen meine Mode tragen würden. Ich werde aber nicht mit dem Finger auf diejenigen zeigen, die dies nicht tun.

Wie gut kommt Ihr Label im Fashion-Business an?
Wir konnten renommierte Partner überzeugen, uns ins Sortiment aufzunehmen. In der Schweiz gibts uns bei Könix und Jelmoli, in Deutschland etwa bei Breuninger und Jades.

Neben dem Beruflichen hat sich bei Ihnen auch privat einiges Verlobung mit dem türkischen Geschäftsmann Ahmet Keyman bekannt. Ihre Mutter lebt in dritter Ehe mit Jürg Marquard zusammen, auch für ihn ist es die dritte Ehe. Glauben Sie überhaupt an die Liebe fürs Leben?
Besser, man lässt sich scheiden, als ständig zu streiten und zu Hause rumzuschreien. Ich war immer in längeren Beziehungen. Der Moment, in dem man beginnt, sich gegenseitig zu nerven, kommt bestimmt. An einer Beziehung muss man arbeiten. Gelangt man als Paar an den Punkt, wo es nicht mehr geht, man alles gegeben hat und nichts mehr hilft, dann geht man eben auseinander. Schlussendlich zählt doch einzig und allein, dass man glücklich ist.

Sie scheinen immer gut gelaunt.
Ich bin eigentlich immer und überall ganz mich selber. Wenn es mir heute schlecht gehen würde, dann würde ich es zeigen. An grossen Events bin ich meist etwas nervös und wirke dadurch vielleicht etwas oberflächlich oder unnatürlich. Aber meist bin ich voll gechillt! Also mein Verlobter würde jetzt vehement protestieren: «Gechillt??? Duuu? Voll nöd! Du bisch sone Zicke!» (Lacht.)

Aha! Ein bisschen Zicke steckt also doch in Ihnen.
(Lacht.) Also ich kann meinen Punkt schon durchsetzen.

Die Beziehung zu Ahmet Keyman haben Sie lang aus der Öffentlichkeit rausgehalten, warum?
Ahmet und seine Familie haben mit der Medienwelt nichts am Hut. Ich finde diese Zurückhaltung attraktiv.

Bianca Gubsers Wohnung
© Joelle Neuenschwander

Hoch hinaus: Die Wohnung verteilt sich auf drei Ebenen.

Viele weitere Bilder aus der schönen Wohnung von Bianca Gubser, wann sie heiratet und ob sie den Namen ihres Verlobten annimmt, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe von SI Style, ab heute, 12. Februar, am Kiosk.

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