Stoppt das Body Shaming Für diese Bikini-Bilder wird Candice Swanepoel gemobbt

Wenn eine Frau knapp zwei Wochen nach der Geburt ihres Babys für ihre Bikinifigur geshamed wird und eine andere, ebenfalls nicht lang nach Kind Nr.1, als «rund, aber glücklich» bezeichnet wird, sollten wir grundsätzlich über die Gesellschaft nachdenken, in der wir leben!
Model Candice Swanepoel am Strand
© Dukas

Model Candice Swanepoel, 29, zwölf Tage nach der Geburt ihres Sohnes.

Candice Swanepoel ist 1,77 m gross, hat blaue Augen, lange blonde Haare und Beine bis in den Himmel. Sie modelt, unter anderem für den Lingerie-Riesen Victoria’s Secret. Klingt traumhaft? Stimmt! Trotzdem muss sich die 29-Jährige gerade für ihren Körper rechtfertigen.
Am 19. Juni brachte Candice ihr zweites Kind auf die Welt, Ariel, und zeigte sich knapp zwei Wochen später mit dem Kleinen, seinem grossen Bruder und Papa am Strand in Brasilien. Statt Glückwünschen zum gesunden Nachwuchs hagelte es im Internet Kritik an ihrer Figur (von der wir übrigens auch ohne Neugeborenes nur träumen können). Zu viel für das Model, das die Hater auf Instagram mit einer klaren Aussage zum Schweigen bringt:

Das bin ich, 12 Tage nachdem ich meinen Sohn zur Welt gebracht habe. Wenn Du etwas Gemeines zu sagen hast – geh noch mal in Dich. (…) Ich schäme mich nicht, meinen Babybauch zu zeigen, im Gegenteil, ich bin sogar stolz,

schreibt das Model in seiner Story. Und fährt fort:

Ich muss meinen Bauch noch lange nicht verstecken, nur weil die Leute Frauen unrealistische Standards auferlegen. Wir kreieren Leben!

Auch Bloggerin Chiara Ferragni wird kritisiert

Ähnliches Szenario, gleiche Reaktion: «The Blonde Salad»-Bloggerin und Neu-Mami Chiara Ferragni (Söhnchen Leone kam am 19. März zur Welt) feierte vergangenes Wochenende ihren Junggesellinnenabschied auf Ibiza. Kommentiert von der italienischen Zeitung Corriere della Sera. Deren Aussage: Chiara stelle frohen Mutes ihre Babypfunde zur Schau und auch ihre Freunde seien «rund und glücklich».

Jap, so sehen offensichtlich Babypfunde aus. Und rundliche Frauen. Estens: Nein! Zweitens: Selbst wenn?! Wieso werden die dünnen, runden, durchschnittlichen, wie-auch-immer-Körper von Frauen überhaupt in einer Tageszeitung thematisiert?
Auch Chiara feuerte via Instagram zurück, bezeichnete den Artikel als «ekelhaft» und forderte ihre 13.5 Millionen (!) Follower auf, gegen die Publikation Stellung zu beziehen. Die Zeitung änderte seine Formulierung inzwischen von «rund» in «sportlich». Besser. Trotzdem noch überflüssig!

Weder Babypfunde, noch andere Rundungen, Dellen, oder Polster sollten Anlass sein, mit dem Finger darauf zu zeigen, erst recht nicht, sie zu werten. Hoffen wir, dass Candice und Chiara das mit ihrer Reichweite von insgesamt 25.8 Millionen noch einmal deutlich gemach haben. Denn wenn uns die gesellschaftliche Bewegung, die «Body Positivity», eins gelehrt hat, dann, dass wir unsere Körper als einzigartig wahrnehmen, gut behandeln und Frieden mit ihm schliessen sollten. Schöner Gedanke, oder?

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