Tart Gallery Bier statt Cüpli

Schauplatz des Fotoshootings zu unserem Living-Spezial war die Tart Gallery in Zürich. Wir unterhielten uns mit der Kuratorin Catrina Sonderegger über das Konzept der Kunstgalerie.
Monique Baumann in der Tart Gallery
© Daniela & Tonatiuh

Möbel und Wohnaccessoires, inszeniert in der Schau von Monique Baumann in der Tart Gallery. Informationen zu den Produkten in der aktuellen SI Style.

Für das Living-Spezial in der aktuellen Ausgabe (ab 16. Oktober am Kiosk) wählte meine Kollegin Christine Halter-Oppelt einen besonderen Ort: Sie inszenierte diverse Möbel und Wohnaccessoires in der neuen Tart Gallery in Zürich. Die Schweizer Künstlerin Monique Baumann zeigte dort einen Teil ihrer Arbeiten, und dafür wandelte sie die Galerie kurzerhand in ihr Atelier um. So gewährte sie dem Publikum Einblicke in ihren Schaffensprozess und teilte mit den Besuchern ihre Gedanken und Überlegungen. 

«Kunst hat oftmals einen elitären Beigeschmack und ist überintellektualisiert vermittelt», sagt die 30-jährige Kuratorin Catrina Sonderegger. Sie aber möchte zugängliche Kunst zeigen und ihren Beitrag dazu leisten, dass Kunst wieder «alltäglicher» werde. Salopp ausgedrückt geht es darum, Kunst verständlicher zu machen. Natürlich darf Tiefe nicht fehlen, aber in den Augen der Kuratorin soll die Galerie in erster Linie einen Ort der Begegnung sein. Konkret setzen Catrina Sonderegger und Margarita Tristi (27), die Managerin der Galerie, auf eher jüngere Künstler mit Schweizer Bezug, die sich zu etablieren versuchen. In Zukunft würden sie gerne Kooperationen mit der Zürcher Hochschule für Künste eingehen, den jungen Abgängerinnen und Abgängern eine Plattform bieten, erstmals ihre Werke auszustellen. Es sind auch Ideen da für einen Design-Market oder Workshops mit den Kunstschaffenden. Damit möchten sie die Hemmschwelle senken, die Galerie zu betreten. «Bei uns gibt es an Vernissagen auch eher Bier und Wurst anstatt Cüpli und Canapé», sagt Catrina lachend. Sie versteht die Galerie nicht einfach als weissen Kubus, sondern als Raum, wo etwas passieren darf. Die Besucherinnen und Besucher sollen an diesem Geschehen teilnehmen und sich im Rahmen von interaktiven Aktionen einbringen. Als Nächstes zeigt die Tart Gallery eine Ausstellung desSchweizer Origami-Künstlers Sipho Mabona, der mit einem brandneuen Projekt aufwarten wird. Wir spekulieren auf etwas Grossformatiges, denn so viel verriet uns Catrina: «Es wird den ganzen Raum einnehmen.» Wir werden es uns bestimmt persönlich anschauen, an der Vernissage am 30. Oktober ab 18 Uhr, am liebsten bei einem Bier. 

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