Kinotipps: «Jurassic World» & «Love and Merci» Böse Echsen, grosse Kunst

Pure Action oder grosse Gefühle: diese Woche gibts für Fans von Blockbuster-Spektakel und für die von Arthouse-Kunst cineastische Leckerbissen. 
Alles Böse kommt von oben: Dinoparkwächter Owen (Chris Pratt) in Bedrängnis.
© © Universal Pictures Switzerland

Alles Böse kommt von oben: Dinoparkwärter Owen (Chris Pratt) in Bedrängnis.

«Jurassic World»

Ja, die Dinos sind noch besser, noch grösser, noch böser! Und ja, man muss sie gesehen haben. Zumindest wer auf Action steht und ab abgebissenen Gliedmassen und kübelweise Blut nicht in Ohnmacht fällt, kommt im neuen Dinosaurier-Spektakel voll auf seine Kosten. Die Story bietet wenig Neues, auch 22 Jahre nach dem ersten Prähistorie-Streich von Steven Spielberg gehts um nicht viel mehr als «das grosse Fressen». Neu ist aber das Personal im Dino-Themen-Park: In die Rolle des Raptoren-Flüsterers schlüpft der kernige Chris Pratt, der es schon erfolgreich mit Ausserirdischen aufgenommen hat («Guardian of the Galaxy»). Beim Ausbruch eines Monstersaurieres aus dem Genlabor muss er 20’000 Besucher der Jurassic World retten, allen voran die Geschäftsführerin Claire (Bryce Dallas Howard) und ihre kleinen Neffen, die auf der Insel weilen.

Nicht alle Echsen sind Vegetarier in «Jurassic World» wie die hier...
© © Universal Pictures Switzerland

Nicht alle Echsen sind Vegetarier in «Jurassic World» wie die hier...

Einen lehrreichen Aspekt gibts im Film übrigens auch: Von Miss Howard lernen wir, dass man auch auf Bleistiftabsätzen gierigen Monstern entkommen kann. Und von ein paar haushohen Echsen lässt sich eine Lady doch nicht das Make-up ruinieren…. Mit von der Partie sind auch Gross-Schauspieler wie Vincent D’Onofrio («The Judge»),  Omar Sy («Intouchables») und Bollywood-Superstar Irrfan Khan («Life of Pi»). 

«Love & Mercy»

Umwölktes Gemüt unter kalifornischer Sonne: Brian Wilson (Paul Dano).
© Ascot Elite

Umwölktes Gemüt unter kalifornischer Sonne: «Beach Boy» Brian Wilson (Paul Dano).

«Fun fun fun» verspricht der Film über die Beach Boys, ihre Musik und ihr Mastermind Brian Wilson. Spass und Surfsound ist aber nur ein Teil der Story. Die erschütternde Lebens- und Leidensgeschichte von Wilson sorgt für den dunklen, ernsten Moll-Ton im Biopic. Wie bei kaum einem anderen Musiker lag Genie und Wahnsinn so nahe beieinander. Vom globalen Teenie-Idol zum psychischen Wrack auf Drogen und Pillen und wieder zurück zum hochgelobten Komponisten spannt sich der Bogen in Wilsons Vita, eine perfekte Steilvorlage für einen Film. Und eine Klasse-Rolle für Paul Dano («Prisoners»), der den jungen, von inneren Stimmen, Psychosen und Versagensängsten geplagten Musiker schlicht brillant verkörpert. Die reife Version des Wilson spielt John Cusack. Nach allerhand mittelmässigen bis miesen Auftritten feiert er in diesem grossartigen Drama sein persönliches Comeback. Als Wilsons wahnsinniger Psychiater tritt Paul Giamatti auf,  ausnahmsweise mit Haaren, und so umwerfend gut wie immer.

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