Buchtipps: Max Küng und Frédéric Beigbeder Liebe, zu schön, um nicht wahr zu sein

Der Wahl-Zürcher Max Küng und der Pariser Frédéric Beigbeder, beide hochgelobte Journalisten, haben eine Geschichte über grosse Liebe in Romanform gepackt. Max Küng («Das Magazin») seine eigene, Frédéric Beigbeder die zwischen It-Girl Oona O’Neill, die später Charlie Chaplin heiratete, und J. D. Salinger. Beide Autoren behaupten nachdrücklich, es handle sich um wahre Geschichten. Wir glaubens gern.  
Happy End hin oder her: Famose Liebesgeschichten von Frédéric Beigbeder (bei Piper) und Max Küng (bei rororo).
© © Piper und Rowohlt

«Oona & Salinger», Frédéric Beigbeder, Piper

«Wäre diese Geschichte nicht wahr, so wäre ich zutiefst enttäuscht», erklärt der Autor gleich zu Beginn des Romans. Wahr ist, dass das 15-jährige Glamour-Girl Oona O’Neill, Tochter des Nobelpreisträgers und Rabenvaters Eugene O’Neill, und der 21-jährige Lulatsch Jerome David Salinger 1941 ein Liebespaar waren. Sie hatten sich im New Yorker Stork Club kennengelernt, wo die Schickeria verkehrte, und einen süttig heissen Sommer am Point Pleasant in New Jersey verbracht. Dann wurde Salinger eingezogen und war als Infanterist am D-Day in der Normandie und der Befreiung Frankreichs von den Nazis dabei, während Oona mit ihrer schwer süchtigen Mutter nach Hollywood zog. Hier lernte die Kindfrau Charlie Chaplin kennen und lieben, den sie heiratete und ihm acht Kinder schenkte. Beigbeder schmückt nun dieses magere Faktengerüst mit Fantasie und fiktiven Dialogen, gedanklichen und sprachlichen Preziosen aus, die aus dem Roman ein Juwel macht. Brillant und brutal, sentimental und bittersüss, krass und kühn, die schönste Liebesgeschichte dieses Sommers!

Ein Screentest von Oona O'Neill in antikem Schwarzweiss. Der Autor empfiehlt dringend, sich Oona mal anzusehen, um Salingers und Chaplins Faszination nachvollziehen zu können:

 

Max Küng, «Wir kennen uns doch kaum», rororo

Auf die Frage, ob seine Geschichte wahr sei, antwortet Max Küng: «Ja, so ist es. Grösstenteils wenigstens. So wahr etwas sein kann, an das man sich erinnert, wenn man es selber erlebt hat». Die Geschichte von Moritz, so heisst Maxens Protagonist, und Meta beginnt mit einem Nicht-Treffen. Eine gemeinsame Freundin will die beiden miteinander bekannt machen, doch das klappt nicht. Durch einen Zufall (gibts denn sowas überhaupt in Liebesgeschichten?) findet Moritz Meta im Internet, die beiden startet einen heftigen Mail- und SMS-Verkehr. Und wie man eben nur mit «Fremden» abgrundtief ehrlich sein kann, offenbaren sich die beiden ein Jahr lang bis aufs Herz und Nieren. Als sie sich dann endlich leibhaftig treffen, ist alles ganz…. Die Fortsetzung finden Sie in Ihrer Buchhandlung. 

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