Buchtipps: «Legendäre Frauen» und «Shocking Life» 50 und eine Heldin

Leicht hatten es Frauen noch nie, sich einen Platz in der Geschichte zu sichern. Trotzdem haben es in allen Epochen immer wieder einige geschafft, sich unvergessen zu machen. In der Politik, der Wissenschaft, in Kultur und Kunst. 50 von ihnen sind im Fragespiel «Legendäre Frauen» der Collection Büchergilde versammelt. Ein aussergewöhnliches Frauenschicksal schildert «Shocking Life», die Autobiografie der Elsa Schiaparelli (bei Parthas Berlin erstmal in Deutsch). 
Gerlinde Meyer: «Legendäre Frauen», Collection Büchergilde
© Gerlinde Meyer/Collection Büchergilde

Gerlinde Meyer: «Legendäre Frauen», Collection Büchergilde

«Legendäre Frauen», Collection Büchergilde

Als erstes sticht die hübsche Aufmachung ins Auge, für welche die Collection Büchergilde ja bekannt ist. Das Fragespiel Legendäre Frauen umfasst ein broschiertes Buch mit Kurzbiografien von Andrea Baron sowie 50 Karten mit Illustrationen von Gerlinde Meyer, beides in einem dekorativen Schuber vereint.  Ein so schönes wie sinnreiches Geschenk für Mutter oder Tochter, Gemahlin oder Freundin, übrigens! Auf den zweiten, genauen Blick fällt die Auswahl der 50 Namen auf. Erfrischenderweise fehlt da Coco Chanel, Mutter Teresa oder Hildegard von Bingen. Dafür haben weniger bekannte Ladies einen Platz bekommen wie die chinesische Kaiserin Wu Zetian, die Botanikerin Anna Atkins, die Pädagogin Alice Salomon, die Primatenforscherin Jane Goodall oder Dorothea Erxleben, die erste Frau in Deutschland, die Medizin studieren durfte. Die Legendären Frauen sind als Spiel konzipiert, frau kann sich mit ihnen aber auch allein vergnügen beim Lesen. Männer übrigens auch!

Heldin der Worte: Simone de Beauvoir.
© Gerlinde Meyer/Collection Büchergilde

Heldin der Worte: Simone de Beauvoir.

Aus Aurore Dupin wurde George Sand.
© Gerlinde Meyer/Collection Büchergilde

Aus Aurore Dupin wurde George Sand.

«Shocking Life», die Autobiografie der Elsa Schiaparelli, Parthas Berlin

La vie en rose? Nein, in Shocking Pink. Autobiografie der Elsa Schiaparelli
© Parthas Berlin

La vie en rose? Nein, in Shocking Pink. Autobiografie der Elsa Schiaparelli

Die Mode-Ikone und -mcherin Elsa Schiaparelli stand zu Lebzeiten (11890-1973) und auch danach immer im Schatten der übermächtigen Coco Chanel. Deren bewegtes Leben ist dank den Biopics «Coco avant Chanel» und «Coco Chanel & Igor Stravinsky» sowie zahllosen Biografien hinlänglich bekannt. Leben und Werk der Römerin sind aber nicht weniger schillernd, wechselhaft und aufregend als das der Mademoiselle Chanel. Die befreite zwar ihre Zeitgenossinnen aus dem Korsett (wenn nicht als erste, dann als vehementeste), la Schiap aber verdanken wir den Reissverschluss, den Schuhhut (bei dem Salvador Dali mitwirkte) und Shocking Pink, ein Ton wie ein heisser süsser Wirbelwind. Und sie stellte zwölf Regeln für Frauen und ihre Kleider auf, die noch heute Gültigkeit haben. Zum Beispiel Regeln Nr. 5: Neunzig Prozent aller Frauen haben Angst davor, aufzufallen und was die Leute sagen würden. Also kaufen sie ein graues Kostüm. Sie sollten sich trauen, anders zu sein! Wie recht sie hat. Kleiner Wermuthtropfen im Buch: Die wenigen kleinen Schwarzweissbilder hätten wir uns grösser und vor allem bunter, pinker gewünscht. Doch Elsas schillerndes Leben und ihre direkte Erzählweise machen das lange wett.

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