Kinotipp «Ricki and the Flash» & «Still The Water» Liebe und Familie, einmal laut, einmal leise

Für die eine Mutter schämen sich die Kinder, weil sie als Rockerin aus dem Rahmen fällt, für die andere Mutter schämt sich der Junge, weil sie häufig ihre Liebhaber wechselt. «Ricki and the Flash» ist lauter Klamauk um eine Familienzusammenkunft der etwas anderen Art, «Still The Water» ein leiser Film um die grossen Themen wie Liebe und Tod.
meryl streep
© Sony Pictures Releasing International

Meryl Streep rockt als Sängerin in «Ricki and the Flash».

Ricki and the Flash

Meryl Streep, 66, kann alles: Die einsame Farmersfrau (The Bridges of Madison County), die strenge Chefin (The Devil Wears Prada) oder die Hexe (Into The Woods). Und jetzt nimmt man ihr selbst die Hardrock-Sängerin ab. In «Ricki and the Flash» spielt sie eine Amerikanerin, die ihren Mann und ihre drei Kinder verlassen hat, um ihren Traum, ein Rockstar zu werden, zu verwirklichen. Für mittelklassige Auftritte lebt sie sehr bescheiden als Kassiererin, nahezu bankrott und unfähig, sich auf eine neue Liebe einzulassen. 

meryl streep und Mami Gummer in Ricky and the Flash
© Sony Pictures Releasing International

Ricki (Meryl Streep) und Julie (Mamie Gummer) sind auch im richtigen Leben Mutter und Tochter.

Als ihre Tochter Julie (Mamie Gummer, auch im richtigen Leben ihre Tochter) einen Selbstmordversuch unternimmt, macht sich die Mutter auf den Weg, um sich ihrer eigenen Familie wieder anzunähern. Die Komödie spielt mit haufenweise Klischees, ist durch und durch amerikanisch und hat natürlich ein Wohlfühl-Happy-End. Leichte Unterhaltung mit einer sehenswerten Meryl Streep.

 

Still the Water

Der Film «Still the Water» von Naomi Kawase spricht die ganz grossen Themen des Lebens an, den Tod und die Liebe. Das aber tut er auf eine sehr poetische Erzählweise und mit verstörend schönen Aufnahmen des Meeres. Es geht um die sechzehnjährige Kyoko, die behütet auf der japanischen Tropeninsel Amami aufwuchs. Ihre Mutter liegt im Sterben und ihr Freund, der sechzehnjährige Kaito, hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen: Die Trennung seiner Eltern, die vielen Affären seiner Mutter und die Leiche, die er im Meer findet, vor dem er sich fürchtet. Trotz der durchaus schweren Themen bleiben am Ende des Films die Leichtigkeit einer jungen Liebe und die tröstliche Gewissheit, dass Liebe über den Tod hinaus geht.

Zwei auf einem Velo filmstill Japan Still the Water

Filmcoopi

Die junge Kyoko (Jun Yoshinaga) lässt sich von ihrem Freund Kaito (Nijiro Murakami) auf dem Velo chauffieren.

Beide Filme starten am 3. September in unseren Kinos.

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