Buchtipp «Essbare Stadt» Auf Kräutersuche im Stadtdschungel

Neben Betonbauten und Parkplätzen wächst allerlei Essbares. Guerillagärtner und Koch Maurice Maggi stellt in seinem neuen Buch Gerichte aus Wildpflanzen zusammen, die er in der Stadt findet.

 

Gedeckter Tisch bei Autobahnauffahrt
© AT Verlag

Maurice Maggi (stehend) bittet seine Freunde auch mal bei der Autobahnauffahrt zu Tafel.

Früher wäre er vielleicht als Kräuterhexe auf dem Scheiterhaufen gelandet. Heute aber schreibt er ein Buch, in dem er sein Wissen über Naturpflanzen teilt. Maurice Maggi weiss, wann welche Blume spriesst, und vor allem weiss er, wie sich das Grünzeug zubereiten lässt, damit es richtig gut schmeckt. Und das Bemerkenswerteste: Er sammelt seine Zutaten nicht etwa auf Feldern, sondern mitten in der Stadt. Zugegeben, selbst Zürich, die grösste Stadt der Schweiz, ist mit reichlich Grün- und Waldfläche gesegnet. Trotzdem, was Maggi hier alles findet und auf die Teller zaubert, lässt staunen. Bei ihm ist zu jedem Kraut auch ein Rezept gewachsen, und jedes der vegetarischen Gerichte ist so fotografiert, dass einem schon beim Anschauen das Wasser im Mund zusammenläuft. Die Ofenküchlein mit Veilchenblüten oder die Bärlauch-Canelloni möchte man sofort nachkochen.

Salat und Schlüsselblumen
© AT Verlag

Salat mit Schlüsselblumenblätter: vegane Vorspeise, März bis Mai.

Das Buch «Essbare Stadt» (Fr. 49.90) ist äusserst sorgfältig und ansprechend gestaltet. Sinnigerweise ist es nach Jahreszeiten geordnet, und am Ende eines Kapitels ist jede der Pflanzen illustriert und mit Informationen über Aussehen, Verwendung und besondere Eigenschaften versehen. Wussten Sie, dass die Brennnessel sehr eiweissreich ist, neben Vitaminen A, C und E auch Magnesium, Eisen und Kalium enthält und rund fünfzig Schmetterlingsarten Nahrung bietet?

Wilde Malven im Zürcher Stadtteil Wiedikon
© AT Verlag

Wilde Malven im Zürcher Stadtteil Wiedikon.

Mit der Publikation möchte der Koch und Autor Maurice Maggi die Leserinnen und Leser für die Stadtnatur sensibilisieren, an die nötige Sorgfalt im Umgang mit Lebensmitteln erinnern und die Freude am Experimentieren wecken. Mit den Wildpflanzen ist es so wie mit allem: Je mehr man über sie weiss, desto sicherer wird man im Umgang mit ihnen und desto mehr Spass dürfte das Experimentieren auch machen.

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