Kinotipps «Everest» und «Ich und Kaminski» Vom Ehrgeiz, ganz oben zu landen

Hoch hinaus geht's diese Woche vom Kinosessel aus: In «Everest» erklimmen wir den höchsten Gipfel der Welt – eine Tour de Force mit Staraufgebot – und in «Ich und Kaminski» erleben wir, wohin Hochmut einen Ehrgeizling bringen kann – eine Tour de Farce mit Daniel Brühl in komödiantischer Hochform.
Will hoch hinaus: Extrembergsteiger Scott (Jake Gyllenhaal).
© © Universal Pictures International Switzerland.

Will hoch hinaus: Extrembergsteiger Scott (Jake Gyllenhaal).

«Everest»

Am Ende bleibt die Frage, die der Journalist Jon Krakauer im Film den Bergsteigern stellt: «Warum?». Warum tun sich Menschen die enormen Strapazen an, setzen sich Eiseskälte und Lebensgefahr aus, lässt jemand Kinder oder eine schwangere Frau zuhause, um den höchsten Gipfel der Welt zu erzwingen? «Everest» erzählt die wahre Geschichte von Extrembergsteigern, die während ihrer Expedition in ein Unwetter geraten. Den Kinobesucher friert's dank 3D.

Unterwegs zum Dach der Welt: Beck (Josh Brolin).
© © Universal Pictures International Switzerland.

Unterwegs zum Dach der Welt: Beck (Josh Brolin).

Der Film von Regisseur Balthasar Kormákur wurde teilweise wirklich in Nepal gedreht und gibt einen leisen Eindruck davon, wie es im Basislager am Fusse des Mount Everest zugehen muss: Da werden Partys gefeiert, Abfallberge türmen sich und unter den verschiedenen Seilschaften herrscht ein unschönes Gerangel, denn die anspruchsvolle Route ist längst Opfer des Massentourismus. Die Öffentlichkeit hat davon mitbekommen, als Ueli Steck 2013 am Everest in eine Schlägerei mit Sherpas geraten ist. So imposant wie der 8848 Meter hohe Riese ist der Cast des neuen Streifens: Jake Gyllenhaal («Southpaw»), Josh Brolin («No Country For Old Men»), Keira Knightley («Anna Karenina») und Robin Wright («House of Cards») sind mit von der Partie. Der Film «Nordwand» von 2008, der von einer ähnlichen, ebenfalls wahren Geschichte am Eiger handelt, wurde mit ungleich kleinerem Budget umgesetzt, geht allerdings noch eine Spur tiefer unter die Haut. Kinostart ist am 17. September

«Ich und Kaminski»

Möchtegern-Biograf: Der Journalist Zöllner (Daniel Brühl).
© Ascot Elite

Möchtegern-Biograf: Der Journalist Zöllner (Daniel Brühl).

Die köstliche Komödie spielt in der schillernden Welt der Kunst. Der Schreiberling Sebastian Zöllner (ein herrlich überdrehter Daniel Brühl) hat sich vorgenommen, im Schatten einer Berühmtheit berühmt zu werden. Er will die Biografie von Kaminski (Jesper Christensen) schreiben, einem der grossen Maler der Moderne, Schüler von Matisse, Freund von Picasso, Protegé von Cocteau, Liebling von Sammlern und Galeristen. Er besucht dessen Freunde und Feinde, löchert diese über Kaminski, bevor er den greisen, blinden Künstler höchstpersönlich in den Bündner Bergen heimsucht. Der wird von seiner biestigen Tochter und einem schrillen Haufen Artifarties abgeschottet. Zöllner gelingt es, den Meister zu entführen.

Wer führt hier wen (an der Nase) herum? Kaminski (Jesper Christensen) und Zöllner (Daniel Brühl).
© Ascot Elite

Wer führt hier wen (an der Nase) herum? Kaminski (Jesper Christensen) und Zöllner (Daniel Brühl).

Auf ihrer abenteuerlichen Reise liefern sich die beiden Wortgefechte, laufend drehen sich die Machtverhältnisse und immer unklarer wird, wer hier eigentlich der Hochstapler ist. Regisseur Wolfgang Becker («Good Bye, Lenin!») zieht alle Register der Komik und langt tief in die Trickkiste  zu unserem Vergnügen für Herz, Hirn und Augen. Und als Sahnehäubchen gibt's einen Auftritt  der unvergessenen Géraldine Chaplin! Kinostart am 17. September.

 

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