Kinotipp «The Hateful EIght» und «Sicario» auf DVD Gut gegen böse, böse gegen böse

Diese Woche gehts filmmässig richtig derb, brutal und blutig zu: Wir geraten mit Quentin Tarantino im Kino und mit Emily Blunt im Heimkino mitten unter die Bösewichte. Nichts fürs sensible Gemüter!
Erst wirds laut, dann blutig. Kurt Russell, Jennifer Jason Leigh, Bruce Dern.
© Ascot-Elite

«The Hateful Eight»

Fans von Quentin Tarantino, diesem cineastischen Tausendsassa/Erneuerer oder genialsten Wiederverwerter/Kopisten (je nach Ansicht), haben sehnsüchtig auf den 28. Januar gewartet, dem Startdatum von «The Hateful Eight», dem Kammerspiel-Western mit Staraufgebot. Und diese Fans füllen die Kinosäle und -kassen garantiert. Wem der Name Tarantino und dessen Werk nicht vertraut sind, sollte eher nicht mit diesem Film beginnen. Es ist weder der Beste  welcher der sieben Vorläufer das Prädikat verdient, darüber streiten sich die Fans in den Foren leidenschaftlich  noch der Schlechteste. Der brutalste Steifen ist der achte allerdings mit Sicherheit. Am Schluss leben nur noch wenige der acht Hassgetriebenen, traurig sind wir deshalb aber nicht. Es sind alles durchtriebene Bösewichte, nicht eine der acht Figuren, auch nicht die einzige Frau, Jennifer Jason Leigh (sie ist für ihre Leistung oscar-nominiert), ist uns ansatzweise sympathisch.

Zum sechsten Mal vor Tarantinos Kamera: Samuel L. Jackson.
© Ascot-Elite

Zum sechsten Mal vor Tarantinos Kamera: Samuel L. Jackson.

Ganz wundervoll ist hingegen die Filmmusik von Altmeister Ennio Morricone, 87! Die Legende war bereits sechsmal für den Oscar nominiert und ist leer ausgegangen. Einen Ehren-Oscar hat er zwar schon gewonnen, ein zweiter wäre jetzt überfällig.

 

«Sicario», neu auf DVD

Nicht weniger gewalttriefend ist «Sicario». Doch ist hier die Gewalt nicht Stilmittel oder Parodie, sondern des Themas wegen unumgänglich. Der Film dreht sich um die mexikanische Drogenkartelle und deren Jäger. Auf der Seite der Guten kämpfen Schauspiel-Schwergewichte Benicio del Toro und Josh Brolin und die grossartige Emily Blunt. Warum sie bei den Oscar-Nominierungen übersehen wurde, bleibt ein Rätsel.

Unterwegs ins Ungewisse: FBI-Agentin Kate Mercer (Emily Blunt).
© Impulse Pictures

Unterwegs ins Ungewisse: FBI-Agentin Kate Mercer (Emily Blunt). 

Der Thriller bemüht sich in Handlung, Figurenzeichnung und Optik um grösstmögliche Authentizität und das macht ihn so schwer erträglich. Er zeigt aber die Realität dieses schmutzigen Krieges zwischen Drogenbaronen und Behörden, die den gnadenlosen Geldmachern das Handwerk zu legen versuchen. Er zeigt auch, wie sich die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischen. Wer vor diesem todernsten Thema nicht die Augen verschliessen will, bekommt hier einen erhellenden Frontbericht. Und lernt über Strategie, Takt und Alltag des War on Drugs, auf den auch die Guten nicht stolz sein können.

Schrecklich-schön und passend: das Visual zum Film.

Schrecklich-schön und passend: das Visual zum Film.

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