Kinotipp: «Julieta» Schöner leiden

Pedro Almodóvar überrascht mit einem reifen, stillen und erschütternden Film über Zufall, Schicksal und Trauer.
Im Talgo-Nachtzug lernt die junge Julieta (Adriana Ugarte) ihren Mann kennen.
© Pathé Film

Im Talgo-Nachtzug lernt die junge Julieta (Adriana Ugarte) ihren Mann kennen.

«Julieta»

Weiblicher Herzschmerz war schon immer das Lieblingsthema von Pedro Almodóvar. Hat er Liebeskummer früher in schrille, überdrehte Erotik-Komödien wie «Mujeres al borde de un ataque de nervios» oder «Atame!» verpackt, zeigte er sich in seinen letzten Filmen («Los abrazos rotos», «La  piel que habito») von einer ernsthaften Seite. Von seinem neuen Werk behauptet er sogar selber, es sei «kein Funke Humor» darin.

Nach einem One-Night-Stand im Zug ist Julieta (Adrian Ugarte) schwanger, Xoan (Daniel Grao) freuts trotzdem.
© Pathé Film

Nach einem One-Night-Stand im Zug ist Julieta (Adriana Ugarte) schwanger, Xoan (Daniel Grao) freuts trotzdem.

Seiner Heldin Julieta (gespielt von Adriana Ugarte und Emma Suarez) spielt das Leben ja auch übel mit: Erst verliert sie ihren Mann Xoan (Daniel Grao), der mit seinem Fischerboot in einen Sturm gerät und ertrinkt. Jetzt muss sie ihre Tochter Antia (Blanca Pares) allein aufziehen. Als Antia erwachsen ist (dann gespielt von Priscilla Delgado), verschwindet sie auf Nimmerwiedersehen. Zurück bleiben Leere in Julietas Herz und ein Brief, in dem die Tochter ihrer Mutter Schuld am Tod des Vaters gibt. Wie lebt man mit solchen Schicksalsschlägen, wie macht man weiter? Almodóvar erzählt Julietas tragische Geschichte (angelehnt an drei Kurzgeschichten von Literatur-Nobelpreis-Trägerin Alice Munro), ohne auf die Tränendrüsen zu drücken. Und in Bildern von entrückter Schönheit. 

Mehr zum Film und Almodóvar lesen Sie im Magazin der aktuellen Style, ab Seite 144. 
Hier der Trailer:

 

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