Kulturagenda Galerien-Hopping

Wer nach der Art-Basel-Woche noch mag, kann in Zürich mit Galerien-Hopping weitermachen. Ausserdem sind die Terrakotta-Töchter auf Zwischenhalt in Zürich und München zeigt die Multiples von Joseph Beuys.
Terrakotta-Töchter von Prunk Nourry
© Prune Nourry

Prune Nourry, Terracotta Daughters: 108 weibliche Statuen. 

Terrakotta-Töchter
In Anlehnung an die chinesischen Terrakotta-Krieger von Kaiser Qin erschuf die französische Künstlerin Prune Nourry 108 lebensgrosse Statuen aus Terrakotta. Sie macht so auf das demographische Ungleichgewicht zwischen Mädchen und Jungen in der indischen und chinesischen Gesellschaft aufmerksam, das durch eine Bevorzugung männlichen Nachwuchs wegen Armut und Einkindpolitik entstand. Die eindrückliche Installation ist derzeit im Flux Laboratory im Schiffbau zu sehen.
Zürich, bis 11. Juli
fluxlaboratory.com

Malen mit Viagra
Die Galerie Karma International zeigt eine Einzelausstellung von Pamela Rosenkranz. Für die Schau «My Sexuality» hüllte die Künstlerin, die den Schweizer Pavillon an der nächsten Biennale in Venedig bespielen wird, die Wände in Plastikfolie und lehnte mannshohe Aluminiumplatten an die Wand. Dann schluckte sie Viagra und bemalte die Platten von Hand mit einer schleimigen, hautfarbenen Masse. Im Raum wird ausserdem ein spezieller Duft versprüht, und Lichtprojektoren lassen die Temperatur ansteigen.
Zürich, ins 26. Juli
karmainternational.org

Spinnen und Fugen
Eine raumgrosse Spinne thront über einer Art Käfig, in dem ein Sessel steht. Für Louise Bourgeois (1911–2010) hat die Spinne aber nichts Bedrohliches, ganz im Gegenteil. Sie ist ein zärtlich gemeintes Symbolbild für ihre Mutter, die Weberin war, und bei der sie Zuflucht vor dem Vater fand. Die Französin verarbeitete in ihren Werken nach eigenen Aussagen ihre schwierige Kindheit. «L'araignée et les tapisseries» ist der eine Teil einer Doppelausstellung bei Hauser & Wirth. In der oberen Etage sind grossformatige Werke des Amerikaners Mark Bradford ausgestellt. Er sammelt Plakate und andere Gegenstände, die er im städtischen Raum findet, und verarbeitet sie in Collagen. Basis seiner Werke ist eine Art Gitterstruktur, die mit Fugenmaterial gefüllt ist.
Zürich, bis 26. Juli
hauserwirth.com

Spider von Louise Bourgeois
© The Easton Foundation/Licensed by ProLitteris; Photo: Christopher Burke

Louise Bourgeois, Spider, 2003.

Kunst auf dem Laufsteg
Kunst und Mode haben sich schon oft gegenseitig befruchtet. Einmal mehr war das der Fall in der Frühlings/Sommer-Kollektion 2014 von Oscar Carvallo. Der Modeschöpfer bat den venezolanischen Künstler und Farbtheoretiker Carlos Cruz-Diez, für ihn Stoffe zu entwerfen und verwandelte danach die farbenfrohen, gestreiften Kreationen in fliessende Gewänder. Ausserdem verarbeitete er auch Lamellen des Künstlers zu Kleider. Die Galerie Ziegler&Ochsner in Zürich hat einzelne Stücke aus der Kollektion ausgestellt und zeigt weitere Werke von Carlos Cruz-Diez.
Zürich, bis 18. Juli, geöffnet jeweils mittwochs bis freitags, 12 bis 18 Uhr.
artnet.com

Rose für Demokratie
Seit Mitte der Sechzigerjahre bis zu seinem Tod im Jahr 1986 schuf Joseph Beuys über 500 Multiples: preiswerte, in hoher Auflage produzierte Kunstwerke, durch die er seine Ideen einer grossen Öffentlichkeit zugänglich machen wollte, darunter etwa sein Werk «Rose für direkte Demokratie». Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen verfügen über eine Multiples-Sammlung von Weltrang. Jetzt werden mit der Ausstellung «Ich bin ein Sender. Multiples von Joseph Beuys» diese Bestände zum ersten Mal dem Publikum präsentiert.
München, 26. Juni bis 11. Januar
pinakothek.de

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