James Gruntz «Wer sich auf eine Bühne begibt, ist extrem angreifbar»

Stille Wasser sind tief. Kein Sprichwort beschreibt den Singer-Songwriter treffender. Wer etwas über den Eigenbrötler erfahren will, muss ihm zuhören, wenn er singt. Im Gespräch verrät der Anti-Rocker, dass er besser nicht zu glücklich ist.
James Gruntz
© Nicolas Duc

Seine Lieder entstehen dann, wenn James Gruntz ganz für sich sein kann. «Ich vergleiche es mit dem Ort, aus dem die Träume kommen».

Es ist einer jener Frühsommertage, an denen einfach alles stimmt: Die Sonne brennt vom Himmel, der See glitzert, ein Motorboot zerteilt mit hoher Geschwindigkeit die spiegelglatte Oberfläche. Kurve um Kurve lässt das Holzschiff eine perfekte Welle hinter sich, wie sie zum Wasserskifahren nicht schöner sein könnte. Solch schickes Sportgerät besitzt James Gruntz keines. Dafür hat er seine Ukulele mitgebracht. Der Vollblutmusiker sitzt entspannt auf dem Rücksitz des Boesch-Bootes. Er lächelt. Ein stiller Geniesser. Der bald 28-Jährige gehört zu den vielversprechendsten Pop-Newcomern im Land. An den diesjährigen Swiss Music Awards räumte er als «Best Breaking Act» und mit dem «Artist Award» gleich zwei der begehrten Trophäen ab. Dabei ist das Scheinwerferlicht gar nicht seine Sache. In schönstem Berndeutsch erzählt James vom anfänglichen Lampenfieber. Gottlob konnte der gebürtige Berner, der mit sechzehn entschied, sich nicht mehr Jonas, sondern James zu nennen, seine Bühnenangst mittlerweile bezwingen. Heute findet er Konzertieren fast schon cool. Fast. Sein neuster Hit «Heart Keeps Dancing» seines vierten Albums «Belvedere» soll sogar Deutschland erobern. Das Lied hat das Zeug zum Ohrwurm. Lüpfiges Tempo, eine Melodie zum Mitsingen, und wenn James diese ihm ganz eigene Mischung von Beatbox und Scat-Gesang anstimmt, macht der neue Schweizer Sound richtig gute Laune. Damit wird Gruntz an den angesagtesten Musikfestivals auftreten. Unter anderem als Vorgruppe zu Tom Odell (Live at Sunset in Zürich, 8. Juli). Seinen ganzen Mut wird er auspacken müssen, wenn er am Festival da Jazz in St. Moritz am Samstagabend (25. Juli) zwischen den Giganten Al Jarreau und Bobby McFerrin seine Kunst präsentiert. Aber wir sind sicher: Auch so einen Riesenkahn wird dieser Sonnyboy schaukeln.

SI Style: Frühmorgens auf dem Zürichsee zu schippern, kein schlechter Start in den Tag!
James Gruntz: Ja, voll! Riesige Wassermassen fand ich schon immer faszinierend. Wasser ist ständig in Bewegung und strahlt gleichzeitig eine grosse Ruhe aus. Dieser Gegensatz gefällt mir. Ich liebe Städte am Meer. Wenn man zwischen den Strassen und Häusern hindurch immer wieder einen Blick aufs Wasser erhaschen kann. Ich weiss nicht, ob einem das vor allem so geht, wenn man aus der Schweiz kommt. Ich zumindest fühle mich total hingezogen zum Meer. Ich bin am Bielersee aufgewachsen. Eines Tages wieder an einem grossen Gewässer zu wohnen, fände ich schon toll.

Am Meer kann man ausatmen. Oder ist es für einen Künstler eher ein Einatmen?
Ausatmen. Definitiv. 

Könnten Sie ein so schickes Motorboot wie das von unserem Fotoshooting selber steuern?
Leider nicht, meine Eltern besassen früher ein Segelboot, etwa so gross wie eine Nussschale, mit einem Aussenborder. Wir wohnten in Nidau bei Biel, der Ort ist so klein, dass man von überall her im Nu am Seeufer war.

Klingt nach einer unbeschwerten Kindheit.
Das stimmt. Ich ruderte viel, meist im Skiff und im Vierer, natürlich nicht mit olympischen Ambitionen, aber ich war Mitglied im Seeclub Biel. Als ich sechzehn war, zogen wir nach Basel, und ich musste damit aufhören.

Jetzt leben Sie in einem Vorort von Olten. Mit Verlaub, das tönt nicht besonders prickelnd.
Hey, das ist im Fall super! Mir gefällt es dort. Ich bin für meine Konzerte oft unterwegs, und ich habe ständig viele Leute um mich. Mir ist wichtig, dass ich mich irgendwo komplett zurückziehen kann. Das neu renovierte Loft in einem alten Fabrikgebäude, wo ich zur Miete wohne, ist bestens isoliert. Ein idealer Ort, um Musik zu machen. Wer Ansprüche an die Ästhetik hat und daheim arbeitet, also mehr als eine winzige Einzimmerwohnung braucht, kann sich eine Bleibe in der Stadt schlicht nicht leisten. Jetzt habe ich sogar ein hübsches Gärtlein.

In Ihrer Branche liess man sich früher über «Sex and Drugs» aus, Sie züchten Blumen?
(Lacht.) Tomaten. Ich ziehe Gemüse, aber ich bin noch sehr unerfahren. Ich habe gemerkt, dass Pfefferminze sensationell wächst, von der habe ich mittlerweile in allen Beeten Ableger. Auch Zitronenmelisse. Das Basilikum ging leider ein. Wohl weil ich beim Eintopfen die Erde zu wenig gut angedrückt hatte. Vielleicht war sie zu fluffig?

Führen Sie Ihren Haushalt ganz allein?
Klar. Ich koche, putze, wasche und arbeite im Garten. 

Ihre kulinarische Spezialität?
Am meisten kommen bei mir Teigwaren mit einer Gemüse-Crème-fraîche-Sauce auf den Tisch.

James Gruntz
© Nicolas Duc

James Gruntz auf dem Zürichsee.

Ihr Lied «Song to the Sea» hat eine interessante Geschichte. Es handelt auch vom Meer. Wie ist es entstanden?
Ich hatte mit einem Freund auf Ricardo zwei Töffli ersteigert. Er ein Puch Maxi, ich ein Sachs Hercules mit Zweigangautomatik und einem polierten Chromstahltank. Damit sind wir bis in den südlichsten Zipfel Italiens gefahren. Wir tuckerten nach Luzern, über den Gotthard-Pass, bis nach Venedig. Wir orientierten uns einfach nach links, wo das Meer lag. Schliesslich gelangten wir nach Santa Maria di Leuca, das Städtchen liegt an der äussersten Ecke des Absatzes. Plötzlich war das Meer auf allen Seiten. Das hat uns unglaublich verwirrt, wir hatten ja keine Landkarte dabei, um zu sehen, wo genau wir uns befanden. Davon singe ich.

Mit einem Mofa so weit zu fahren – ziemlich verrückt.
Eigentlich war das wirklich eine totale Witz-Idee. Aber damals war ich knapp zwanzig und hatte gerade mein erstes Album, «James Gruntz», herausgebracht. Die Songs hatte ich alle in meinem Schlafzimmer aufgenommen. Mir war nicht bewusst, wie das Musikgeschäft funktioniert und was mit einem passiert, wenn man plötzlich am Radio gespielt und bekannt wird. Die Plattentaufe war gleichzeitig mein erstes Konzert überhaupt. Es war schlimm. Die Italienreise war eine Flucht. Ich wollte einfach so schnell wie möglich abhauen.

Was hat Sie derart in Panik versetzt?
Wer sich auf eine Bühne begibt, ist extrem angreifbar. Man präsentiert etwas Intimes und ist in der Unterzahl. Auch wenn nur fünfzig Leute zuhören, es steht fünfzig gegen einen. Ich komme mir dabei ausgeliefert vor. Schon nur, mich hinzustellen, ohne einen Ton zu singen, ist furchtbar. Aber dazu noch so Persönliches wie meine Werke preiszugeben, das macht mich sehr verletzlich.

Wie ging das Italien-Abenteuer schliesslich weiter?
Insgesamt waren wir zwei Monate unterwegs. Während der langen Fahrten sang ich andauernd vor mich hin. Unter dem Helm und umgeben vom Lärm unserer Motoren, konnte mich kein Mensch hören. Das war herrlich. Während dieser Wochen habe ich gemerkt, wie wichtig Musik für mich trotz Bühnenangst ist. Wir sind dann die ganze Strecke an Italiens Westküste wieder zurückgefahren. Die beiden Töffli haben wir danach mit grossem Verlust wieder verkauft.

Wovon haben Sie damals gelebt, junge Musiker schwimmen ja nicht gerade in Geld?
Vor der Reise hatte ich in Luzern ein halbes Jahr lang in einem Souvenirladen gejobbt. Ich verkaufte Kuckucksuhren.

Im Ernst?
Ja, klar, auch Sackmesser. Das war echt gut. Die Welt war in Luzern zu Gast. 

Bekamen Sie die Musik in die Wiege gelegt, war Ihre Familie besonders musikalisch?
Meine Eltern sind beide Lehrer. Meine Mutter spielte Bratsche, der Vater Querflöte. In der Schweiz gehört es ja irgendwie zum guten Ton, dass man ein Instrument lernt. Ich schwärmte für Schlagzeug, aber meine Eltern fanden, ich müsse ein Instrument mit Melodie wählen. Der Deal war, dass ich zwar ein Schlagzeug, aber auch Trompetenstunden bekam. Ich hatte nie einen guten Ansatz, und es machte auch nur mässig Spass. Nach drei Jahren war Schluss, und ich durfte in den Schlagzeugunterricht. 

James Gruntz
© Nicolas Duc

«Meine Musik war für mich als Jugendlichen so etwas wie mein Tagebuch, das ich niemandem gezeigt habe».

Sind Ihre ersten Kompositionen wirklich aus Langeweile entstanden?
In unserer Familie galt noch: Freitags gibt es Fisch, und sonntags dürfen Kinder nicht raus und mit anderen zum Spielen abmachen. Auch Gamen am Computer war nicht erlaubt. Von klein auf hörte ich die Platten meines Vaters: John Lee Hooker, Taj Mahal, Buddy Guy, die fand ich ziemlich gut. Ich habe als kleiner Junge schon mitgesungen, obwohl ich kein Wort Englisch verstand. Als ich grösser wurde, habe ich auf dem Spinett meiner Eltern, wir hatten ja kein Klavier, Blues gespielt. So vertrieb ich mir die langen Sonntagnachmittage.

Blues auf dem Cembalo – das wurde goutiert? 
Meine Eltern haben mich seit jeher unterstützt. Als ich unbedingt ein Keyboard wollte, durfte ich die alten Geräte unseres Nachbarjungen erben, er bekam immer die neuste Technik. Das wurde mein Ding. Man konnte damit verschiedene Sounds recorden und dar­überspielen. Mit einem Minidisc-Player habe ich so meine ersten Aufnahmen gemacht.

Mit diesem Gerät nahmen Sie auch die Dialoge von «Ocean’s Eleven» auf und haben sie so oft gehört, bis Sie den Text auswendig konnten. Ein spezielles Hobby für einen Teenager.
Brad Pitt und George Clooney haben in diesem Film eine wunderbare Aussprache. Der Klang ihres Englisch hat mich total fasziniert. Wenn man mir heute sagt, ich hätte keinen Akzent beim Singen, hat das sicher auch damit zu tun. Ich imitierte Danny Ocean und Rusty Ryan so lange, bis ich dachte, ich spräche genau wie diese beiden.

Sie gelten in der Branche als eines der grössten Schweizer Musik-talente überhaupt. 
Talent ist ja kein messbarer Faktor, darüber zu reden, finde ich schwierig. Aber ich bin sicher überdurchschnittlich gut darin, das zu verwirklichen, was ich mir in den Kopf gesetzt habe. Meine Musik war für mich als Jugendlichen so etwas wie mein Tagebuch, das ich niemandem gezeigt habe.

Das halten Sie bis heute so: Sie komponieren Ihre Lieder im Alleingang und lassen sich kaum dreinreden.
Wenn ich allein bin, etwas Neues entsteht und ich als Einziger davon weiss, ist das ein intensives Gefühl, das ich ausserordentlich geniesse. Für mich sind das die grossartigen Momente beim Musikmachen. Mir fehlen die Worte, um es auszudrücken. Es ist eine eigenartige Form von – äh – Rührung vielleicht? Ich stelle es mir ähnlich vor, wie wenn ein Kind zur Welt kommt und man als Eltern überwältigt ist, dass man dieses Wunder geschafft hat.

Sie haben das Glück, ein Baby nach dem anderen zu zeugen. Sie sind erst 27, «Belvedere» ist bereits Ihre vierte Platte.
Meine Arbeit bedingt, sehr viel Zeit allein verbringen zu können. Ich bin ein Eigenbrötler. Meine Musik mache ich in erster Linie für mich. In meinen besten Momenten kommen Melodie und Text gleichzeitig zu mir, sie sind ganz plötzlich da. Aus dem Nichts.

Tom Waits, der grosse amerikanische Singer-Songwriter, sagt, seine Lieder kämen aus dem Voodoo-Land.
Andere nennen es göttliche Eingebung … Ich weiss es nicht. Ich vergleiche es mit dem Ort, aus dem die Träume kommen. Es ist nötig, entspannt und vielleicht sogar leicht abgelenkt zu sein. Wenn Gedanken und Geist ziellos kreisen können, entsteht plötzlich etwas Neues.

Herbert Grönemeyer kann in der Endphase eines neuen Albums wochenlang nicht schlafen. Kennen Sie das?
Das war bei mir auch so. Aber vor allem, weil ich noch so viel Arbeit zu erledigen hatte, nicht unbedingt aus Nervosität. In der Phase, wo ich selber editiere, begleiten mich die Bilder davon, wie ich am Computer sitze, in den Schlaf. Dann schlafe ich während einer oder zweier Wochen praktisch nicht mehr.

James Gruntz
© Nicolas Duc

Der Berner unterhielt die Shooting-Crew mit seinem Gesang, begleitet von der Ukulele. Als Kind wollte er unbedingt Schlagzeug lernen, davor musste er in den Trompetenunterricht.

Ihre Musik klingt melancholisch und doch hoffnungsvoll. Oder wie würden Sie Ihre Songs beschreiben?
In meiner Stimme liegt naturgemäss eine Melancholie. Auch meine Texte sind nachdenklich. Mir ist aber wichtig, dass der Rhythmus motivierend und spritzig ist, auf keinen Fall einschläfernd. Musik soll einen mit- und weiterziehen.

Welches ist der traurigste Song aller Zeiten?
Für mich ist das «Lilac Wine» von James Shelton, Nina Simone hat ihn berühmt gemacht hat. Meine Cover-Version orientiert sich an Jeff Buckley. Jemand verliert eine wichtige Person und trinkt danach so viel lila Wein, bis er daran zugrunde geht. Lieder haben immer mit dem wahren Leben zu tun. Es gibt ganz viele Songs, bei denen ich froh bin, sie nicht geschrieben zu haben, so tragisch sind die.

Sie schreiben oft über die Liebe. Sind Sie verliebt?
Ja, sehr, ich habe eine Freundin, aber wir leben nicht zusammen.

Mit zunehmendem Erfolg werden Ihnen immer mehr Frauenherzen zufliegen. Finden Sie das angenehm?
Ganz ehrlich, ich bin nicht gerade der Typ, der so was anzieht. Schweizerinnen sind zum Glück sehr zurückhaltend. Diese Art von Bestätigung suche ich überhaupt nicht.

Wenn man Ihnen zuhört, ist Lieben ziemlich kompliziert.
Zumindest beschäftigen mich die schwierigen Momente viel mehr. Solange es super läuft, muss ich ja nichts in Songform verarbeiten.

Für die Kreativität ist es schlecht, auf Wolke sieben zu schweben? Obwohl es fürs Leben schöner wäre!
Auf Wolke sieben schreibe ich zumindest nicht. Auch nicht, wenn ich in der Natur und von Schönheit umgeben bin. Die lasse ich lieber auf mich wirken und geniesse.

Leiden ist inspirierender.
Auf jeden Fall für mich.

Was ist grösser: Ihre Leidenschaft zur Musik oder zu einer Frau?
Das sind zwei komplett verschiedene Dinge. Musik ist wie Atmen. Sie gehört zu mir. Ich weiss, dass ich für mich selbst an erster Stelle stehe und damit halt auch die Musik.

Das verlangt von einer Partnerin aber viel Verständnis.
Es ist bestimmt nicht einfach, mit mir zusammen zu sein. Unterdessen kann ich mich aber besser mitteilen und erklären, was meine Gründe sind, wenn ich allein sein muss.

Unter Ihren Lieblingsinterpreten figurieren einige Hardcore-Rapper wie Skepta oder Kendrick Lamar. Was Sie machen, ist bedeutend vielschichtiger und sensibler. Was gefällt Ihnen am harten Macho-Sprechgesang?
Das beeindruckt mich eben schon sehr. Diese Direktheit, das Rohe, auch die Aggressivität.

Sie selber sind aber das pure Gegenteil eines Mackers. Wären Sie gern auch mal grob?
Bestimmt gibt es Situationen im Leben, wo ich gern rücksichtsloser wäre. Dann würden einem gewisse Dinge leichter fallen. In Beziehungen wäre das aber fehl am Platz, dort geht es ums Zusammen, nicht darum, etwas allein durchzustieren.

Der Cousin Ihres Vaters, George Gruntz, war ein grosser Schweizer Jazzmusiker. Hat er Sie in irgendeiner Form beeinflusst?
Wir gingen als Familie oft an seine Konzerte, und ich war von seiner Big Band total überwältigt. Aus Erzählungen weiss ich, dass er ein Pionier war auf seinem Gebiet.

Ich hatte das Glück, George Gruntz einmal zu interviewen. Er nahm kein Blatt vor den Mund und sagte, seine Musik spiele man mit den Eiern. 
Hahaha! Das hat er gesagt? Das finde ich echt gut!

Womit machen denn Sie Ihre Musik?
Meinen Songs wohnt ebenfalls eine Primitivität inne – im Sinne von Einfachheit. Musik ist für mich auch existenziell. Darum: Mit den Eiern passt, das ist menschlich. 

Na, vor allem männlich.
Unbedingt. Aber ich möchte anfügen, dass auch Beine, Kopf und Herz dazugehören. Der ganze Körper. Und darüber hinaus natürlich auch die Seele.

Was haben Sie eigentlich mit dem Preisgeld von 15 000 Franken gemacht, das Sie beim Basler Pop-Preis gewonnen haben?
Die sind noch auf meinem Konto.

Dann hat Ihr Manager recht, wenn er sagt, Sie seien super seriös?
Natürlich. Ich bin so erzogen worden, dass man seine Finanzen im Griff haben muss. Alle, die selbstständig tätig sind, müssen mit Geld vorsichtig umgehen. Jeder kennt die Angst, dass es morgen vielleicht weniger gut läuft. 

Haben Sie immer noch Schiss vor dem Publikum, oder macht es Ihnen mittlerweile Spass, aufzutreten?
Dass ich es cool finde, wäre übertrieben. Aber heute habe ich immerhin kein Lampenfieber mehr. Als Band sind wir von Anfang an zusammen, eingespielt und haben Routine. Ich weiss, es funktioniert. Angst hat man ja in erster Linie vor dem Unbekannten. Die Energie, die einen bei Live-Auftritten überkommt, ist eine ganz besondere, pures Adrenalin. Mittlerweile kann ich diesen Zustand ganz gut ertragen (lächelt).

Gibt es jemanden oder etwas, dem Sie danken, dass es das Schicksal gerade so gut mit Ihnen meint?
Ganz ehrlich, im Moment bin ich ignorant genug, zu behaupten: Dafür bin ich ganz allein verantwortlich. 

Das Interview mit James Gruntz erschien in der aktuellen Sonderbeilage «Style Seaside» der SI Style Sommerausgabe 2015.
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