Sounds der Woche Kann Chris Martin wirklich zaubern?

Die neuen Alben von Coldplay, The Roots, Lykke Li, The Black Keys, Lily Allen und Little Dragon sind erschienen. Richtig schöne Musik, teilweise. Wirklich herausragend ist jedoch keines davon. Deswegen picken wir auch diese Woche wieder die Rosinen aus dem vielfältigen Musikangebot heraus – und finden, unter anderem, eine viel zu wenig beachtete EP aus England. 

Album der Woche
Bibio «Dye The Water Green»

Stephen Wilkinson macht schon seit Jahren unter dem Namen Bibio Musik. Elektronisch, atmosphärisch schimmernd, herrlich verschlauft und fliessend, manchmal gar mit dem Chanson vermählt. Seine Anfang des Jahres erschienene EP «Dye The Water Green» stellt eigentlich «nur» eine dezente Ergänzung zum letztjährigen Album «Silver Wilkinson» dar (Anspieltipp: «A tout à l’heure»). An Stücken wie dem friedlich seufzenden «A Thousand Syllables» kann man sich nicht satthören.

Michael Jackson & Justin Timberlake «Love Never Felt So Good»
Schon ein bisschen seltsam das Ganze: Ein neues Michael Jackson Album mit alten, recht schönen, unveröffentlichten Stücken, die aber von Produzenten wie Timbaland, Stargate oder Darkchild modern und ziemlich gleichförmig aufgeladen wurden. Es stellt sich die Frage: Braucht man das wirklich? «Love Never Felt So Good», ein Stück, das Jacko eins mit Paul Anka schrieb, bildet eine löbliche, discoide Ausnahme. Zu Promozwecken wurde dann für den Videoclip noch Babyjacko Justin dazugeholt.

Coldplay «Magic»
So ein guter Song, so ein genialer Grundbeat, so ein dämlicher Videoclip. Hat man diese Ästhetik nicht schon hunderttausendmal gesehen? Ist Chris Martin wirklich ein Magier? Und wo ist der Rest der Band? Der Rest des neuen Coldplay-Albums, zum Teil billigst mit reizverstärkter, aktueller Dance Music versetzt, fällt übrigens dagegen merklich ab.

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