Kinotipps: «Dalida» und «The Transfiguration» Einsame Seelen

Einsamkeit und Verlorenheit in der Welt sind diese Woche das Thema im Kino.  Und es war es lebenslang für die Sängerin Dalida, wie das bildschöne Biopic von Lisa Azuelos zeigt. Und Einsamkeit lässt den schwarzen Teenager Milo in «The Transfiguration» zum Vampir mutieren.
Kinotipp «Dalida»
© Pathé Films/Luc Roux

«Dalida»

Dalida teilte das Schicksal mit ihren Sängerkolleginnen Whitney Houston und Amy Winehouse  und den frühen Abgang von der Bühne des Lebens. Die italienisch-stämmige Ägypterin war wunderschön, überaus erfolgreich und bekannt, ein Superstar ihrer Zeit, aber zeitlebens unglücklich und trotz all des Rummels, den Fans und Lovers sehr allein. Dalida nahm sich im Alter von 54 Jahren 1987 in Paris in einem Hotelzimmer das Leben, geblieben sind ein paar ihrer Hits wie «Gigi l’Amoroso», «Parole Parole» oder «Il venait d’avoir 18 ans» und ein paar Disco-Klassiker aus den 80ern. 

Kinotipp «Dalida»
© Pathé Films/Luc Roux

Dalida (Svea Alviti) mit Jean (Niels Schneider), einem ihrer Lover.

Die vielseitige Lisa Azuelos (Autorin, Regisseurin und Produzentin von «LOL», «Un rencontre») hat dem schillernden Star ein Denkmal auf der Leinwand errichtet, die Römerin Svea Alviti verkörperte die Bellezza mit der rauchigen Stimme bravourös vom Scheitel bis zur Sohle. Eine traurige Geschichte, verpackt in traumschöne Bilder.

«The Transfiguration»

In Cannes, Deauville und Neuchâtel war dieser Low-Budget-Film die Festival-Überraschung und mehrfach nominiert. Der Newcomer Michael O’Shea zelebriert in «The Transfiguration» seine Liebe zu Brooklyn und zum Vampir-Thema, letzteres ganz weit weg vom «Twilight»-Glamour. Sein Protagonist Milo (Eric Ruffin, 14) ist ein lonely Wolf, Waise, ein Ghetto-Pflänzchen, Lieblings-Opfer seiner Schulkollegen. Er flüchtet sich in die Einsamkeit und in seine Dracula-Obsession. Ein Lichtblick in seinem düsteren Alltag ist die junge Nachbarin Sophie (Chloe Levine), die wie ein frischer Wirbelwind in Milos Welt hereinbricht. Ein krass realistischer Film über das Amerika von heute und die Probleme von Teenagern in aller Welt, mit einer gehörigen Portion Blut und Tod. Für Fans von Vampir-Klassikern ein Muss!

Kinotipp «The Transfiguration»
© Xenix Filmdistribution

Eric Ruffin als Milo.

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