Kinotipps «Sisters» und «Nichts passiert» Parties und der Kater danach

Diese Woche erwarten uns im Kino zwei hyperaktive Schwestern und ein schockstarrer Familienvater. 
Heizen ein : Amy Poehler und Tina Fey als Partynudeln
© Universal Pictures International Switzerland

Heizen ordentlich ein: Amy Poehler und Tina Fey als Partynudeln.

«Sisters»

Die Namen Amy Poehler und Tina Fey, zwei Comedians aus der bissig-brillanten US-Satireshow «Saturday Night Live», legen die Erwartungslatte hoch. Ihre Sketches als Sarah Palin und Hillary Clinton sind Humor der Atomeisbrecher-Klasse, so komisch wie böse. Im Klamauk «Sisters» ist das Humorniveau tiefer, eher auf Schenkelklopfer-Ebene. Nur die Seitenhiebe auf den american way of life machen den Schwank auch für anspruchsvollere Gemüter sehenswert. Ausgangslage des Films: Die Eltern der beiden ungleichen Schwestern verkaufen ihr Haus, die Sisters werden eingeladen ihre einstigen Mädchenzimmer zu räumen und allfällige Überbleibsel aus der Kindheit und Jugend abzuholen. Die beiden entschliessen sich, da die Eltern aus dem Haus sind, eine Party wie anno dazumal zu schmeissen. Dass am Ende Haus und Garten in Trümmern liegen, kommt dann nicht unerwartet. Wer es mal richtig derb mag und einfach nur ablachen will, feiere mit den wilden Chicks ab 11. Februar im Kino.

«Nichts passiert»

Bitterer Ernst erwartet Besucher des Schweizer Films «Nichts passiert» von Micha Lewinsky, Regisseur der heiter-liebenswürdigen Komödien «Der Freund» und «Die Standesbeamtin». Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Nett-Mensch Thomas Engel, der mit seiner Frau, seiner Teenager-Tochter und deren Freundin Sarah (und Tochter seines Chefs) Skiferien in den Bergen geniessen will. Als Sarah an einer Party im Dorf vergewaltigt wird zeigt sich, dass Thomas nicht einfach nur harmoniesüchtig, sondern feige und egoistisch ist. Es fällt schwer, dieser Figur auch nur einen Hauch von Sympathie entgegenzubringen. Es macht sich Beklemmung breit, die lange über den Film hinaus anhält. Und die für Diskussions- und Nachdenkstoff sorgt. Keine schlechte Ausbeute für einen Kinobesuch, finden wir. 

Kinotipp «Nichts passiert»

Nichts passiert? Devid Striesow als Thomas Engel.

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