Kinotipp: «Une nouvelle amie» Wenn die Freundin Bartstoppeln und Lippenstift trägt

François Ozon, 48, der Experte aus Frankreich in Sachen Sex und Psyche, nimmt sich in seinem neuen Film «Une Nouvelle Amie» dem Thema Gender an. Als die neue Freundin glänzt Romain Duris, in der Grande Nation ein ganz Grosser der Schauspielzunft. Er bezirzte schon Vanessa Paradis («L’Arnacoeur»), Audrey Tautou («Casse-tète Chinois», «L’écume des Jours») und Charlotte Gainsbourg («Persécution»). 
Der junge Vater und Witwer David (Romain Duris) in Trauer.
© filmcoopi

Gleich von Anfang an macht François Ozon deutlich, was er mit «Une Nouvelle Amie» will: erst einlullen, dann verstören, uns dazu bringen, unsere Klischéevorstellungen zu überdenken. Und das tut er mit Leichtigkeit, Humor, Verve und Lust. Dieser Komödien-Mix, der nur den französischen Cineasten so locker gelingt. 

Trauern beide um Frau und Freundin: Claire (Anaïs Demoustier) und David (Roman Duris).
© filmcoopi

Trauern beide um Frau und Freundin: Claire (Anaïs Demoustier) und David (Roman Duris).

Da sehen wir in der ersten Filmszene in bildschönen Nahaufnahmen, wie eine Braut aufs Sorgfältigste anzogen, frisiert und geschminkt wird. Als die Kamera hochzoomt, sehen wir - huch!, unser Jöh-Feeling bekommt eine hässliche Gänsehaut - dass sie in einem Sarg liegt, blutjung und mausetot ist. Erst später lässt uns Ozon dann schockfrei zusehen, wie sich da eine lustvoll in Seidenkleidli und Stockings hüllt, die Nägeli lackiert, Highheels anzieht, das Blondhaar auftoupiert, Make-up und Lippenstift aufträgt, hinreissende Hüftschwünge, Augenaufschläge und Diven-Auftritte hinlegt. Es ist David (Romain Duris), der sich Stück um Stück und Strich um Strich in Virginia verwandelt. Warum er das tut? Erfahren und geniessen Sies jetzt in «Une nouvelle amie», ab 26. März im Kino.

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