Kinotipps: «Baywatch» und «Churchill» War and Sex on the Beach

Diese Woche gehts im Kino ab an den Strand, in gleich zwei Filmen. Die könnten allerdings unterschiedlicher kaum sein. Während «Churchill» eine vielschichtige Innensicht des britischen Kriegs-Premier wenige Tage vor dem D-Day bietet, gehts in «Baywatch» mehr um glatte Oberflächen.
Sandkastenspiele mit Dwayne Johnson als «Baywatch»-Bademeister.
© Universal Pictures International Switzerland

Sandkastenspiele mit Dwayne Johnson als «Baywatch»-Bademeister.

«Baywatch»

Die Geschichte ist die gleiche geblieben wie in der Serien-Vorlage: Der Rettungsschwimmer Mitch Buchannon (Dwayne Johnson) zieht Ertrinkende aus dem Wasser und wirft seine Auszubildenden (Zac Efron, Kelly Rohrbach, Ilfenesh Hadera, Alexandra Daddario) ins selbige. Das ist zwar lauwarm und nicht kalt, weil in Miami, aber … egal, die Handlung interessiert eigentlich niemanden. Es hat eh nicht wirklich viel davon.

Wo bitte ist die Story ... äh die Ertrinkenden? Rettungsschwimmer Dwayne Johnson und Zac Efron spannen zusammen.
© Universal Pictures International Switzerland

Wo bitte ist die Story … äh der nächste Ertrinkende? Rettungsschwimmer Dwayne Johnson und Zac Efron spannen zusammen.

Dasselbe gilt für Textilien. Stattdessen gibts umso mehr sonnenbraune, glatte Haut über reichlich Kurven und Muckis. Und rote Einteiler, noch knappere als damals.

Die Pamela 2.1 im roten Einteiler: Kelly Rohrbach.
© Universal Pictures International Switzerland

Die Pamela 2.0 im roten Einteiler: Kelly Rohrbach.

Apropos damals: David Hasselhoff, der 220 Mal den Bademeister in der Serie gab, hat einen Gastauftritt. Ebenso Pamela Anderson, die 111 Mal als Nixe in Rot auftrat. Beide hätten es dabei belassen sollen. Aber auch das  egal … Wer sich auf Strandferien einstimmen und zur Bikini-Figur animieren lassen will, ist in «Baywatch» genau richtig.

«Churchill»  

Um Strände dreht sich auch dieser Film, nämlich um die in der Normandie im Juni 1944. Da, wo die Operation Overlord, der D-Day, stattfinden soll, der Startschuss zur Befreiung Frankreichs von der Nazi-Besetzung, die bislang grösste militärische Operation der Weltgeschichte.

Spaziergang am Strand: Winston Churchill (Brian Cox) denkt über den D-Day nach.
© Ascot-Elite

Spaziergang am Strand: Winston Churchill (Brian Cox) denkt über den D-Day nach.

Premier Winston Churchill (grossartig: Brian Cox) hat grosse Vorbehalte gegen die militärische Invasion, er fürchtet eine Wiederholung des Gemetzels in Gallipoli anno 1915 mit 100’000 Toten. Die US-Befehlshaber Eisenhower (John Slattery) und Montgomery (Julian Wadham) drängen den zögernden Churchill, ja sie lassen ihn wissen, dass sie sein Nein nicht akzeptieren würden.

Strategie-Sitzung im Park: Die Alliierten planen die Invasion.
© Ascot-Elite

Strategie-Sitzung im Park: Die Alliierten planen die Invasion.

Der alte Staatsmann ringt mit seinem Gewissen, mit den Amis, mit seinen Depressionen. Er zankt mit seiner Frau Clementine (famos: Miranda Richardson), schnauzt seine Sekretärin (Ella Purzle) an, eigentlich jeden, der seinen Weg kreuzt. Regisseur Jonathan Teplitzky («The Railway Man», «Better Than Sex») hat die 96 Stunden vor dem D-Day – trotz bekanntem Ende – zu einem spannenden Plot verdichtet, Brian Cox liefert als Churchill die Performance seiner langen Schauspielkarriere ab. Wer sich für das Weltgeschehen, auch das von einst, und Schauspiel-Kunst interessiert, muss diesen Film sehen. 

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