Kinotipps: «Blade Runner 20149» & «The Glass Castle» & «Le Redoutable» Das Beste aus Zukunft und Vergangenheit

Diese Woche wird's kultig im Kino: mit «Blade Runner 2049», der gelungenen Fortsetzung des SciFi-Meisterwerkes. Mit Jean-Luc Godard im Paris anno 1968. Mit der Bestseller-Verfilmung «The Glass Castle». 
Szene aus «Blade Runner 2049»
© Sony Pictures Releasing International

«Blade Runner 2049»

Die gute Nachricht vorneweg: «Blade Runner 2049» ist fantastisch! Ganz! Grosses! Kino! Myriaden von Fans des Kultfilms von 1982 haben vergebens gezittert, seit eine Fortsetzung von Ridley Scotts stilbildendem Meisterwerk angekündigt war. Regisseur Denis Villeneuve hatte sein Können schon mit «Sicario», «Prisoners» und zuletzt mit dem oscarnominierten «Arrival» bewiesen. Mit «Blade Runner 2049» hat er sich definitiv in die Meisterklasse gehievt.

Zur Handlung wollen wir hier nichts verraten, nur soviel: Wer den Vorgänger nicht gesehen hat, sollte das vor dem Genuss der Fortsetzung unbedingt nachholen. Sonst erschliesst sich die Motivation der Figuren kaum. 

Ryan Gosling in «Blade Runner 2049»
© Sony Pictures Releasing International

Einem gut vertuschten Geheimnis auf der Spur: Officer K (Ryan Gosling).

Die Atmosphäre des Films: Villeneuve hat das postapokalyptische, düstere und nasse Ambiente des Originals aufgenommen und weiterentwickelt, Kameramann Roger Deakins schoss alptraumschöne Bilder, die Musiker Hans Zimmer und Benjamin Wallfisch lehnen ihren Soundtrack nah an Vangelis' Sphärenklänge an. Endlich ein Sequel, das an das Original heranreicht!

Szene aus «Blade Runner 2049»
© Sony Pictures Releasing International

Officer K und Luv (Sylvia Hoeks).

 

«The Glass Castle»

Eine überaus gelungene Literaturverfilmung ist dieses Familiendrama, basierend auf dem Bestseller von Jeannette Walls. Deren Kindheitserinnerungen haben Millionen Leser tief gerührt und geschüttelt. Die Familie schwankte zwischen Armut und Anarchie, wohnte in Bruchbuden, ging nicht selten hungrig ins Bett. Das einzige, was die freigeistigen Eltern ihren vier Kindern boten, war eine umfassende Bildung und endlos Liebe. Wie sich Jeannette Walls vom Bodensatz der Gesellschaft in die noblen Kreise der Park Avenue und der New Yorker Literatenszene hocharbeitete, zeigt der Film im Zeitraffer – verglichen zum 600-Seiten-Wälzer.

Als grossmäuliger Vater brilliert Woody Harrelson, als Künstler-Mutti Naomie Watts, als erwachsene Jeannette Walls die Oscar-Preisträgerin Brie Larson («Room»). Wer glaubt, die eigene Familie sei schwierig und voller Exzentriker, MUSS sich «The Glass Castle» ansehen – und wird mit seiner schrägen Brut gleich versöhnt sein …

Szene aus «The Glass Castle»
© Impuls Pictures
Immer unterwegs, immer geht’s noch weiter abwärts: die Familie Walls.

Mehr zum Film und seinem tollen Cast gibt es im Magazin der aktuellen Style zu lesen. 

«Le Redoutable»

Der Film von «The Artist»-Regisseur Michel Hazanavicius schildert den legendären Sommer von 1968 während der Studentenunruhen in Paris, mittendrin der französisch-schweizerische Regisseur Jean-Luc Godard (Louis Garrel) und seine junge Muse und Ehefrau Anne (Stacy Martin). Der Meister selber fand den Film ganz blöd und überflüssig – ein hartes Urteil, dem wir uns nicht anschliessen. Hazanavicius hat den Zeitgeist und die schrägen Intellektuellen sehr gut getroffen. 

Szene aus «Le Redoutable»
© Praesens Films

Ein seltsames Paar: Jean Luc Godard (Louis Garrel) und seine blutjunge Frau Anne (Stacy Martin).

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