Kinotipps «A Cure for Wellness» und «Neruda» Abtauchen auf eigene Gefahr

Diese Woche ist Gänsehaut im Kino garantiert. Im Horror-Thriller «A Cure for Wellness» sorgen wannenweise glitschige Aale und sadistisches Klinikpersonal für wohligen Schock-Schauer den Rücken runter, im Biopic «Neruda» gruseln wir uns ob der Wahrheit. 
Die Idylle trügt: Unter Wasser lauert das Böse.
© Twentieth Century Fox Film Corporation

Die Idylle trügt: Unter Wasser lauert das Böse.

«A Cure for Wellness» 

Der Psycho-Horror-Thriller von Gore Verbinski («The Ring», «Pirates of the Caribbean») könnte einem die Freude an Spa und Wellness verderben. In der hochalpinen Schweizer Kurklinik (keine Angst, es ist nicht wirklich die Schweiz, da haben die Amerikaner schwer getrickst und gefaked-news…) geht es nicht mit rechten Dinge zu, es spukt. Und der nette Klinikchef ist in Wahrheit ein hinterhältiger Blutsauger.

Gerät immer tiefer ins Labyrinth der Kurklinik: Lockhart (Dane DeHaan).
© Twentieth Century Fox Film Corporation

Gerät immer tiefer ins Labyrinth der Kurklinik: Lockhart (Dane DeHaan).

Der ehrgeizige Jungmanager Lockhart (wahnsinnig gut: Dane DeHaan), der nur seinen Chef abholen soll, muss das schmerzlich am eigenen Leib erfahren. Viel mehr sei hier nicht verraten, nur sanft gewarnt: Wer von wurmartigem, glibberigem Getier und Zahnarztbehandlungen ohne Spritzen Alpträume bekommt, ist definitiv im falschen Film. Wer aber auf fiktiven, opulent inszenierten Horror steht, kann tief in die dunkle Atmosphäre dieses stimmungsvollen Films eintauchen. So sieht das im Soussol des Sanatoriums auf:

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«Neruda» 

Politiker und Poet: der Chilene Pablo Neruda (Luis Gnecco).

Politiker und Poet: der Chilene Pablo Neruda (Luis Gnecco).

Leider nicht erfunden ist die Geschichte, die der Chilene Pablo Larrain erzählt: Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gilt der Nobelpreisgewinner und Bonvivant Pablo Neruda (Luis Gnecco) als der Welt berühmtester zeitgenössischer Dichter. Fatalerweise möchte der Senator auch der berühmteste Kommunist der Welt sein. In einer Rede kritisiert Neruda Chiles Machthaber Videla, einen ehemaligen Kampfgefährten, mit aller Schärfe. Der will Neruda mundtot machen und verhaften, der Poet kann rechtzeitig untertauchen. Videla schickt ihm einen Ermittler (Gael Garcia Bernal) hinterher, der Neruda um jeden Preis erwischen will, auch wenn er Bewunderung für den Dichter hegt.

Auf Nerudas Spuren: der Polizist Peluchoneau (Gael Garcia Bernal).
© Filmcoopi

Auf Nerudas Spuren: der Polizist Peluchoneau (Gael Garcia Bernal).

Es beginnt ein Katz- und Mausspiel, das der Regisseur als klassischen Krimi inszeniert. «Neruda» ist eine eindrückliche Charakterstudie und quicklebendiger Geschichtsunterricht. Die Zeit des Rechtsrutsches in Chile hat beklemmend aktuelle Bezüge zur Gegenwart.

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