Kinotipp: «Elvis & Nixon» Der King und der Boss

Eine Fussnote der Weltgeschichte lieferte den Steilpass zu einem köstlichen Film mit zwei der grössten Schauspieler ihrer Generation in Hochform: Michael Shannon spielt Elvis, den King of Rock’n’Roll, Kevin Spacey den US-Präsidenten Richard Nixon. Die beiden mächtigen Männer trafen sich kurz vor Weihnachten 1970 im Weissen Haus. Seien Sie dabei – jetzt im Kino.
Elvis (Michael Shannon) macht sich auf nach Washington.
© Ascot-Elite

Elvis (Michael Shannon) goes to Washington.

«Elvis & Nixon»

Elvis Presley, der King of Rock’n’Roll, macht sich ernsthaft Sorgen. Er sieht sein wundervolles Land bedroht durch die Hippies, die Kommunisten und  noch viel schlimmer  durch Drogen. Also meldet er sich eines Morgens im Dezember 1970 an der Pforte des Weissen Hauses und bittet die verdutzten Wachleute um eine Audienz beim Präsidenten. Der prominente Bittsteller und sein ungewöhnliches Ansehen scheuchen den Stab um Nixon gehörig auf, für so einen Fall gibt es kein Protokoll. Weil man sich aber durch die Popularität Elvis’ gute PR für den wenig beliebten Präsidenten erhofft, wird die Audienz auf die Schnelle möglich gemacht. So kommts zum Treffen und zum Handshake im Oval Office, und Elvis kann seine Bitte vortragen: Er möchte Undercover-Agent bei der CIA werden und im Kampf gegen Drogen die Regierung unterstützen. Und er möchte eine Dienstmarke. Eine Waffe brauche er nicht, die habe er selber, erklärt der Entertainer und zückt in Nixons Büro eine Pistole! 

Wettern gegen Hippies, Kommis und Drogen: Presley (Michael Shanon) und Nixon (Kevin Spacey).
© Ascot-Elite

Wettern gegen Hippies, Kommis und Drogen: Presley (Michael Shanon) und Nixon (Kevin Spacey).

Diese herrlich absurde Begegnung rekapituliert die Komödie «Elvis & Nixon». Nicht allein die unglaubliche Geschichte ist das Kinoticket wert, es sind vor allem die beiden Darsteller. Beide ähneln ihren historischen Vorbildern nur sehr vage, allein ihre Schauspielkünste lassen die Figuren aufleben. Der hünenhafte Michael Shannon  er ist eh abonniert auf schräge, durchgeplante Charaktere  zeigt Elvis als verschrobenen, nuschelnden Typen, der seine besten Tage hinter sich hat.

«Mich hat der Mann hinter der Maske interessiert», Kevin Spacey über Richard Nixon.
© Ascot-Elite

«Mich hat der Mann hinter der Maske interessiert», Kevin Spacey über Richard Nixon.

Und Kevin Spacey geniesst es sichtlich, Nixon als miesepetrigen, einsamen und unsicheren Mann zu zeigen, so ganz das Gegenteil seines legendären Maxi-Macchiavelli Frank Underwood aus «House of Cards». «Für mich war die Arbeit an diesem Film die grösste und schönste Herausforderung seit Langem», erklärte Spacey. Mehr über den Gross-Mimen lesen Sie in der neuen Style im Porträt ab Seite 104. Der Mann ist Rock’n’Roll auf der Leinwand. 

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