Kinotipps: «Goliath» und «Coco» Eine traurige Liebesgeschichte und eine Totenwelt mit viel Humor

Ganz zur Adventszeit passend steht diese Woche die Familienbande im Zentrum. Im Schweizer Drama «Goliath» sucht ein junger Mann verzweifelt nach der Vaterfigur, die er selber sein will. Im Animationsspass «Coco» aus den Pixar-Studios macht sich der 12-jährige Musik-Fan Miguel auf die Suche nach seinen Vorfahren – in der Totenwelt.
Szene aus «Goliath»
© filmcoopi

Sven Schelker und Jasna Fritzi Bauer schwer verliebt.

«Goliath»

Hat Regisseurin Lisa Brühlmann mit «Blue My Mind» die fragile Befindlichkeit von Teenage-Girls ausgelotet, rückt nun ihr Mann Dominik Locher in «Goliath» einen jungen Mann mit seinen Problemen in den Fokus. David (Sven Schelker, bekannt geworden als femme fatale in «Der Kreis») erfährt mitten im Liebesakt, dass seine Freundin Jessy (Jasna Fritzi Bauer) schwanger ist. Das blutjunge Paar entschliesst sich nach einem abgebrochenen Schwangerschaftsabbruch, das Kind zu bekommen. Und David will der bestmögliche Vater werden. Er kauft nicht nur Babysachen, sondern gleich eine Wohnung. Und er trainiert sich im Fitness-Studio Muskeln an, Berge von Muskeln, so wie er sich vorstellt, dass ein Mann und Vater sie hat, um seine Familie zu verteidigen. David schreckt auch vor Anabolika nicht zurück, sein Ziel zu erreichen: ein Musterbild von einem Mann zu werden, ein Goliath.

Szene aus «Goliath»
© filmcoopi

Sven Schelker legte sich für die Rolle neun Kilos Muckis zu.

Fatalerweise beeinflussen die Stereoide auch seinen Charakter, er wird zum Agro. Die tieftraurige Liebesgeschichte von David und Jessy geht unter die Haut. Keine leichte Kinokost, dafür sehr nahrhaft. Die beiden jungen Darsteller zeigen beeindruckende Leistungen.

«Coco»

Szene aus «Coco»
© The Walt Disney Company Switzerland / Pixar Animation Studios

Hector und Coco.

Aus den Pixar-Studios kommt ein beschwingtes Animations-Abenteuer für Gross und Klein. Regisseur Lee Unkrich (er holte 2010 mit «Toy Story 3» einen Oscar für den besten Animationsfilm) entführt uns nach Mexiko und erzählt die abenteuerliche Geschichte des 12-jährigen Miguel. Der will nämlich Musiker werden, obwohl in seiner Sippe das Musizieren streng verboten ist. Das Verbot geht zurück auf einen Fluch, der auf der Familie lastet. Den zu brechen begibt sich der tapfere Junge sogar ins Reich der Toten, begleitet vom Skelett Héctor (Stimme: Gael Garcia Bernal). Miguels Ausflug in das Parallelreich ist mit viel Humor, leicht makabrem, aufbereitet, den auch Kinder mögen. Vor der Weihnachtsfeier also unbedingt mit den Kids zum Dia de los Muertos, den mexikanischen Totentag, reinziehen!

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