Kinotipps «Molly’s Game» und «Death Wish»

Charakterköpfe auf Rachefeldzug: Jessica Chastain kämpft als Molly Bloom vor Gericht um ihren Ruf, Bruce Willis räumt als Rächer nächtens auf in Chicagos Unterwelt. Ob in «Molly’s Game» oder in «Death Wish»: Spannung und Action sind garantiert, schauspielerische Höhenflüge ebenso.

«Molly’s Game»

Szene aus «Molly’s Game»
© Ascot-Elite

Molly Bloom (Jessica Chastain) macht mächtig Kohle als Pokerrunden-Veranstalterin.

Was immer Jessica Chastain spielt – ihr zuzuschauen ist ein Gewinn. Auch wenn sie dieses Jahr nicht in der Oscar-Auswahl mitmischte, ist sie zweifelsfrei eine der vielseitigsten und furchtlosesten Schauspielerinnen ihrer Generation. Und Molly Bloom ist eine vielschichtige Figur, bei der Chastain ihr ganzes Talent entfalten kann: Die hübsche, ehrgeizige Molly Bloom rutscht nach dem Ende ihrer vielversprechenden Ski-Karriere in dubiose Zockerkreise. Die astronomisch hohen Einsätze locken allerlei Big Shots aus Wirtschaft und Wall Street, Showbiz und Sport an ihre illustren und enorm illegalen Pokertische. Als eines Nachts das FBI vor ihrer Tür steht und sie verhaftet, nimmt sie die Dienste des Anwalts Charlie Jaffey (Idris Elba) in Anspruch. Sie soll dem FBI Auskunft geben über ihre Spieler, unter denen Mitglieder der Russenmafia vermutet werden. 

Szene aus «Molly’s Game»
© Ascot-Elite

Selbst ihr Anwalt Charlie (Idris Elba) weiss nicht, ob er Molly (Jesscia Chastain) trauen kann.

Drehbuch-Grossmeister Aaron Sorkin («West Wing», «The Social Network», «Charlie Wilson’s War», «Steve Jobs») hat die Story um den prominenten Fall verfasst, die ihm eine Oscar-Nomination einbrachte. Und der brillante Schreiber hat auch erstmals selbst auf dem Regiestuhl Platz genommen. Herausgekommen ist ein Gerichtsfilm, der das Zeug zum Klassiker hat.

«Death Wish»

Szene aus «Death Wish»
© Ascot-Elite

Für einen Rachefeldzug rüstet sich der Chirurg Paul (Bruce Willis) auf – mit schwerem Gerät.

Bruce Willis tut das, was er als John McClane in den «Die Hard»-Streifen zur Perfektion hochstilisiert hat: Hart zuschlagen, den Bösewichten das Leben schwer und das Sterben leicht machen und dabei immer cool bleiben. Das kann in Hollywood keiner besser als er, auch mit 63 nicht. Jetzt ist Mister Willis nicht nur körperlich gefordert, sondern auch mental, er tritt schliesslich in grosse Fussstapfen: «Death Wish» ist ein Remake des Kultfilms «Ein Mann sieht rot» von 1974 mit Charles Bronson. Natürlich muss Willis den Vergleich mit dem Macho-Heroen nicht scheuen, höchstens die ewig gleichen Vorwürfe der ewig gleichen Kritiker, seine Filme würden Gewalt verherrlichen und verbreiten. Ok, auch sein neuer Streich ist wohl für sensible Seelen ein paar Härtegrad too much. Wer aber auf Action und Adrenalin, Kunstblut, coole Sprüche und Bruce im Allgemeinen abfährt, bekommt in diesem Spektakel die volle Ladung ab.

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