Kinotipps: «Paddington 2» «The Battle of the Sexes» und «Detroit» Ein Bär, ein Tennis Match und eine düstere Nacht in Detroit

Hugh Grant als singender Knasti, Emma Stone als lesbisches Tennis-As, Kathryn Bigelow als Bürgerkriegs-Reporterin – die Bandbreite an neuen Kinofilmen lässt diese Woche kaum Wünsche offen.
Szene aus «Paddington»
© Frenetic Films

Hugh Grant in «Paddington 2».

«Paddington 2»

Der beliebteste Bär der Welt ist zurück auf der Leinwand. Das ist eine wirklich gute Nachricht für Gross und Klein. Die Kids werden sich im Kino amüsieren ab dem tolpatschigen, gutherzigen Kerl in Dufflecoat und Topfhut. Die Grossen haben ihre helle Freude ab dem A-Cast, der sich in der Familienkomödie in bester Spiellaune zeigt: Allen voran Hugh Grant als zwielichtiger Kunstdieb in allerlei Verkleidungen, Brendan Gleeson als rabiater Knast-Koch in Pink, Sally Hawkins als umtriebige Bärenmutti, Hugh Bonneville als ihr Gatte, Jim Broadbent als näselnder Antiquitätenhändler und Julia Waters als Tantchen, das ihren 100. Geburtstag feiert. Der Spass, den die Gross-Mimen am Set offensichtlich hatten, überträgt sich von der ersten Minute an aufs Publikum. Nicht verpassen!

Szene aus «Paddington 2»
© Frenetic Films

Brendan Gleeson als rabiater Knast-Koch.

«The Battle of the Sexes»

Ein ernstes Thema, nämlich die Gleichstellung von Mann und Frau, mit reichlich Humor angerichtet, behandelt die Dramödie aus dem Tenniszirkus. Der angejahrte, frühere Champion Bobby Riggs (Steve Carell, komisch-kauzig wie gewohnt) behauptet, keine Frau könne ihn auf dem Platz schlagen, Frauen seien einfach von Natur aus nicht zum Spitzentennis geeignet – und überhaupt das schöne, aber eben auch schwache Geschlecht.

Szene aus «The Battle of the Sexes»
© Twenties Century Fox Film Corp.

Steve Carell als Bobby Riggs.

Die machohafte Behauptung will die weltbeste Spielerin Billie Jean King (Emma Stone) nicht auf sich und den Frauen lasten lassen. Am Jahr 1973 treten die beiden ungleichen Gegner zum Kampf der Geschlechter an. Wer gewonnen hat, ist bekannt: Billie Jean und mit ihr die Frauen. Kein Grund, den Film auszulassen. Die beiden Hauptdarsteller sind schlicht grossartig. Und allein das 70er-Jahre-Setting (Diese Frisuren! Diese Brillen!! Diese Klamotten!!!) bietet Anlass zum Staunen und Schmunzeln. Im Gegensatz zum damals herrschenden Machismus – nicht allein auf dem Court. 

Szene aus «The Battle of the Sexes»
© Twenties Century Fox Film Corp.

Emma Stone gibt die Tennislegende Billie Jean King.

«Detroit»

Ein bitterernstes Thema, schonungslos beklemmend und bluttriefend dargestellt, das erwartet einen in Kathryn Bigelows «Detroit». Die Spezialistin für harte Stoffe («Hurt Locker», «Zero Dark Thirty») zeigt mit aller Drastik, was während der Rassenunruhen im Sommer 1967 in der Auto-Stadt abging: Bürgerkriegsähnliche Szenen, Polizeigewalt, Wut und Hass der Afroamerikaner, der sich in Strassenschlachten entlädt.

Szene aus «Detroit»
© Ascot-Elite

Detroit im Sommer 1967.

Die Handlung des Films beschränkt sich auf eine Nacht, in der rassistische Polizisten eine Gruppe Afroamerikaner im Hotel Algiers festhalten, misshandeln, töten. Bigelow bleibt hautnah an den Protagonisten dran, lässt dem Zuschauer keine Chance, sich vom Geschehen, den starken Gefühlen, zu distanzieren. Ein Film über ein historisches Ereignis, aber von erschreckender Aktualität. Seit gewappnet, das wird ein harter Ritt.

Szene aus «Detroit»
© Ascot-Elite

Will Poulter als rassistischer Polizist Philip Krauss.

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