Kinotipp «Paula» Malen als Lebenselixier

«Kinder sind das einzige Schöpferische, das Frauen hervorbringen können» (Filmzitat). Die Malerin Paula Modersohn-Becker bewies das Gegenteil – bezaubernd gespielt von Carla Juri 
Carla Juri als Paula Becker mit Pinsel
© filmcoopi

Carla Juri spielt die leidenschaftliche Malerin Paula Modersohn-Becker mit viel Empathie.

«Mein Leben soll ein Fest sein», sagt die junge Paula Becker. Es müsse kein langes Leben sein, aber mindestens drei gute Bilder sollen ihr gelingen, und ein Kind wolle sie haben. All das sollte sich tatsächlich erfüllen. Der Film von Regisseur Christian Schwochow erzählt das Leben der deutschen Malerin Paula Modersohn-Becker (1876 - 1907), die zu den bedeutendsten Vertreterinnen des frühen Expressionismus zählt. Sie war getrieben von der Idee, ihre eigene Kunst zu schaffen und besuchte als junge Frau einen Ferienkurs in der Künstlerkolonie Worpswede, wo sie ihren zukünftigen Mann Otto Modersohn (Albrecht Abraham) kennenlernte. Nach fünf Jahren kinderloser Ehe wird ihr das Leben auf dem Land zu eng. Sie zieht nach Paris, wo sie oft mit dem Schriftsteller Rainer Maria Rilke (Joel Basman) verkehrt und sich einen sehr attraktiven Geliebten (Stanley Weber) nimmt.

Paar Carla Juri und Albrecht Abraham
© filmcoopi

Der Künstler Otto Modersohn verliebt sich in die quirlige Paula Becker.

Carla Juri (Feuchtgebiete) glänzt in der Rolle in der von ihrer Leidenschaft getriebenen Künstlerin. Diese ging konsequent ihren Weg, in einer Zeit, in der eine Frau die Bewilligung ihres Gatten brauchte, um als Künstlerin zu wirken, und in der derselbe seine Angetraute ins Irrenhaus stecken konnte, sofern sie nicht spurte.

Der Film hat mit 123 Minuten gewisse Längen, dafür fühlt man sich zeitweise wie im Museum: Man lernt nicht nur das Werk der echten Künstlerin kennen, auch zahlreiche Landschaftsaufnahmen und Filmszenen wirken wie ein Gemälde.

Kinostart: 22. Dezember

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