Kinotipps: «The Snowman» & «What Happened to Monday?» Noomi mal sieben

Es wird blutig diese Woche: Noomi Rapace prügelt sich in «What Happened to Monday?» durch die Welt von morgen, in siebenfacher Ausführung. Michael Fassbender jagt als kaputter Cop in «The Snowman» einen Psycho-Killer im hohen Norden.

«What Happened to Monday?»

Regisseur Tommy Wirkola hat eine Faible fürs das Schräge, Schrille und Schwarzhumorige. Das lebte er schon in seinem Gothik-Märchen «Hansel and Gretel» oder der Nordland-Serie «Hellfjord» aus. Jetzt legt er mit «What Happened to Monday?» nach, einer bemerkenswerten Zukunftsvision. In einer überbevölkerten Welt setzt die europäische Zentralregierung die Ein-Kind-Politik durch, jedes zweite Kind wird den Eltern weggenommen und in einen Kryo-Schlaf versetzt, bis sich die globale Ernährungslage bessert. Ein Opa (Willem Dafoe) aber schafft es, Siebenling-Mädchen zu verstecken und grosszuziehen, er nennt die Mädels nach den Wochentagen. Als sie erwachsen sind, darf jede nur an ihrem Tag nach draussen und zur Arbeit. Als Monday abends nicht heimkommt, machen sich ihre sechs Schwestern auf die Suche. Natürlich fliegen sie auf und müssen gegen die Staatsmacht antreten.

Szene aus «What happened to Monday?»
© Impuls Pictures AG

Die sieben Schwestern in ihrem Versteck  – alle gespielt von Noomi Rapace.

Die Story wirft viele Fragen auf, es strotz vor Logikfehlern, doch allein die Leistung von Noomi Rapace («Millennium»-Trilogie, «The Drop», «Prometheus») in der Siebenfachrolle lässt einen die Ungereimtheiten schnell vergessen. Die dunkelhaarige Schwedin besticht einmal mehr mit Präsenz und Schlagkraft. Sie macht den Film – neben dem fantastischen Setting und tollen Gadgets – sehr sehenswert

Szene aus «What happened to Monday?»
© Impuls Pictures AG

Monday (Noomi Rapace) und Diktatorin Cayman (Glenn Close).

«The Snowman» 

Szene aus «The Snowman»
© Univeral Pictures

Kommissar Harry Hole (Michael Fassbender) auf Spurensuche in Oslo.

Nicht weniger düster geht's – trotz Tiefschnee und Nordland-Winter – in der Verfilmung des Jo-Nesbø-Thrillers zu. Der Film ist vom gleissenden Schneeweiss überstrahlt, die einzige Farbe darin stammt von frischem Blut, das Nesbø-typisch literweise fliesst. Ein Psycho-Killer entführt und ermordet junge Mütter und hinterlässt jeweils einen Schneemann. Der abgewrackte Kommissar Harry Hole (Michael Fassbender) heftet sich an die Blut-Spur des Mörders, zusammen mit der Nachwuchs-Polizistin Katrine (Rebecca Ferguson). Dieser schönen Schwedin, die sich schon in «Mission Impossible: Rogue Nation» und «The Girl on the Train» als Shootingstar empfohlen hat, prophezeien wir eine Karriere à la Noomi Rapace. Im Brutalo-Streifen für Kinogänger mit starken Verben und Mägen sind weitere A-Klasse-Stars dabei: Charlotte Gainsbourg, Chloë Sevigny, Val Kilmer und J. K. Simmons. 

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