Kinotipps: «Wonder Woman» und «Es war einmal in Deutschland …» Eine Superfrau und sieben Stehauf-Männer

Darauf haben wir lange gewartet: eine Superheldin auf der Leinwand, jetzt ist sie da. Gal Gadot als schöne, starke und smarte Amazonen-Prinzessin Diana ist ein Lichtblick für Feministinnen und Comicfans und alle anderen. Geklärt wird auch die Frage, ob man mit und über Holocaust-Überlebende lachen darf: man darf – und kann, im Film «Es war einmal in Deutschland …». Zwei formidable Filme, jetzt im Kino.
Da sitzt jeder Hieb - und jede Locke perfekt: Wonder Woman (Gal Gadot).
© Warner Bros.

Da sitzt jeder Hieb - und jede Locke perfekt: Wonder Woman (Gal Gadot).

«Wonder Woman»

Herrje, wie DIE in Highheels forsch um die Louvre-Pyramide stöckelt; wie DIE allen den Atem raubt im azurblauen Abendkleid; wie DIE müden Politikern den Marsch bläst, wie DIE unbefangen mit einem Schönling über Penislängen plaudert; wie DIE sich mutig auf die Seite der Schwachen schlägt, wie DIE mit Schwert und Fäusten umzugehen weiss; wie DIE in jeder Situation schön, mutig und smart auftritt – seufz … Unsereins kann sich nur damit trösten, dass sie von den Genen her, wegen göttlicher Abstammung, eine Superheldin ist und das Leben für Normalsterbliche eben kein Comic. 

Ein WOW in Blau auf zwei prächtigen Beinen: Wonder Woman (Gal Gadot).
© Warner Bros.

Ein WOW in Blau auf zwei prächtigen Beinen: Wonder Woman (Gal Gadot).

Gal Gadot ist als «Wonder Woman» einfach klasse, wir möchten uns gern eine Scheibe abschneiden. Und freuen uns mit ihr, dass das testosteron-triefende Superhelden-Macho-Universum endlich um ein feminines Element bereichert wurde. Die 3D-Comic-Adaption bietet 141 Minuten Kino-WOW!

«Es war einmal in Deutschland…»

…genauer gesagt 1946 in Frankfurt. Bemerkenswerter Ort und Zeit, eine Komödie anzusiedeln.

Deutschland, 1946: David (Moritz Bleibtreu, Mitte) und seine Handelspartner.
© Filmcoopi

Deutschland, 1946: David (Moritz Bleibtreu, Mitte) und seine Handelspartner. 

Der smarte David, Jude, ehemaliger Textilhändler und Lager-Überlebender (Moritz Bleibtreu, in Bestform!), schart eine Handvoll Glaubens- und Leidensgenossen um sich, die alle so schnell wie möglich aus Deutschland auswandern wollen  aber nicht als Habenichts, sondern mit einem Polster im Portemonnaie. Sie beschliessen, genau das zu tun, was ihnen die Nazis vorgeworfen haben: schlau und geschäftstüchtig zu sein, gut und gern Geld zu machen. Das gelingt ihnen genial.

Planen den Start-up: Fränkel (Anatole Taubman) und David (Moritz Bleibtreu).
© Filmcoopi

Planen den Start-up: Fränkel (Anatole Taubman) und David (Moritz Bleibtreu).

Der Film basiert auf den semibiografischen Romanen «Der Teilacher» und «Machloikes» von Michel Bergman, Regisseur Sam Garbarski («Irina Palm») inszenierte den Film als emotionale Feier des Lebens. Es gibt viel zu lachen, und wenn dann im Laufe der hinreissend komischen Geschichte die Herren Fajnbrot, Holzmann, Fränkel, Krautberg, Verständig und Szoros von ihrem Leben während des Krieges, ihrem Leiden im KZ, erzählen, bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Genug das wollen wir ja im Kino. Jetzt!

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