Kinotipps: «Trois souvenirs de ma jeunesse» und «Ein Mann namens Ove» Teenager haben Sorgen, Rentner aber auch

Es muss nicht immer Hollywood sein. Diese Woche lassen wir uns von cineastischen Perlen aus Frankreich und Schweden verzaubern.
Inniger Moment, der mal zu einem Souvenir wird.
© Xenix Film

Inniger Moment, der mal zu einem Souvenir wird.

«Trois souvenirs de ma jeunesse»

30 Jahr später: Paul (Mathieu Amalric) erinnert sich.
© Xenix Film

30 Jahr später: Paul (Mathieu Amalric) erinnert sich.

Paul Dédalus (Mathieu Amalric), ein Mittfünfziger, kehrt nach langen Jahren in Tadschikistan in seine französische Heimat zurück. Er erinnert sich an seine Jugendjahre in Roubaix, die erste Liebe, den ersten Liebeskummer, die Parties, den Selbstmord seiner Mutter, seinen Trip nach Russland, wo ihm der Pass und seine Jungfräulichkeit abhanden kamen. Mit dieser typisch französischen Leichtigkeit und einem Hauch Nostalgie erzählt Arnaud Desplechin (ausgezeichnet mit dem César für beste Regie) von einer Kindheit und Jugend, die geprägt war vom ganz normalen Wahnsinn. Wer in den Achtziger Jahren jung war, bekommt eine Extra-Portion an Déjà-vues.

«Ein Mann namens Ove»

Jobverlust, Trauer und Selbstmord sind nicht die geeignetsten Themen für eine Komödie. Die Bestseller-Verfilmung von Frederick Backmanns gleichnamigem Roman beweist, das tödlicher Ernst und Lachen trotzdem zusammen geht.

Der Schreck im Wohnquartier: Ove (Rolf Lassgard).
© Praesens Film

Der Schreck im Wohnquartier: Ove (Rolf Lassgard).

Erzählt wird die Geschichte des Frührentners Ove (Rolf Lassgard, im deutschsprachigen Raum bekannt für seine Darstellung des Kommissars Wallander). Ove ist ein mürrischer alter Mann mit übertriebener Ordnungsliebe, der alle und alles im Quarier kontrolliert und bemäkelt. In seiner Umgebung ist der Griesgram entsprechend unbeliebt. Die Trauer um seine verstorbenen Frau und den Verlust des Jobs haben Ove hartherzig gemacht. Einsam und unverstanden, wie er sich fühlt, greift er zum Strick, will seinem tristen Dasein ein Ende bereiten. Natürlich kommt alles anders  sonst wäre es keine Komödie. Der schwedische Erfolgsfilm bringt uns die Figur des «grumpy old man» näher, in seinen besten Momenten erreicht er die Qualität von «Gran Torino» von und mit Clint Eastwood oder «St. Vincent» mit Bill Murray. 

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